Burg Landskron (Oberelsass)

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Burg Landskron (Oberelsass)
Ruine der Burg Landskron

Ruine der Burg Landskron

Entstehungszeit: 11. Jahrhundert
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Ruine
Ort: Leymen
Geographische Lage 47° 29′ 17,5″ N, 7° 29′ 26″ O47.4881944444447.4905555555556301Koordinaten: 47° 29′ 17,5″ N, 7° 29′ 26″ O
Höhe: 301 m

Die Ruine der Burg Landskron steht im Oberelsass auf dem Landskronberg an der Schweizer Grenze in der französischen Gemeinde Leymen.

Merian: Landskron um 1640

Die 1297 erstmals erwähnte Burg wurde vermutlich im frühen 11. Jahrhundert erbaut[1] und ging durch die Hände verschiedener lokaler Adelsgeschlechter. 1504 kam die Burg an die Markgrafen von Baden. Um 1515 wurde sie zu einer Festung umgebaut. Im Dreißigjährigen Krieg besetzten 1639 die Schweden die Burg und gaben sie an die verbündeten Franzosen weiter. Trotz gegenteiliger vertraglicher Vereinbarungen gaben diese die Burg auch nach dem Westfälischen Frieden nicht mehr zurück. Stattdessen wurde sie ab 1690 nach Plänen von Sébastien Le Prestre de Vauban zu einer Grenzfestung und zum Staatsgefängnis ausgebaut. Dieses blieb bis zu der französischen Revolution bestehen. In diesem wurden politische Gefangene und Geisteskranke inhaftiert. Einer der bekanntesten Insassen war Bernard Duvergez de Soubardon (* 22. Mai 1737 in New Orleans), welcher seit 1769 rund 21 Jahre bis zu seinem Tod im Gefängnis Landskron inhaftiert war. Erst die im Jahre 1790 gestartete Suche nach politischen Gefangenen machte diesen zwischenzeitlich körperlich und seelisch angeschlagenen Hofprominenten ausfindig. Er verstarb im Gefängnis, während nach einem besseren Platz für ihn gesucht wurde. Weihnachten 1813 wurde sie in den napoleonischen Befreiungskriegen von bayerischen und österreichischen Truppen nach dreitägiger Belagerung erobert, durch einen Brand weitgehend zerstört und anschließend gesprengt.

Danach diente die Ruine als Steinbruch, bis die Familie de Reinach-Hirtzbach sie 1856 kaufte und den Steinbruchbetrieb stoppte. Nun wurden zwar gelegentliche Unterhaltsarbeiten vorgenommen, diese konnten aber den weiteren Zerfall der Ruine nicht aufhalten. 1923 wurde die Landskron zum Monument historique classé erhoben, ohne dass aber deswegen die Unterhaltsarbeiten intensiviert worden wären. Nach dem Kriegsende von 1945 wurden von Freiwilligen und mit privaten Spenden die gefährdetsten Stellen der Ruine, die sich mittlerweile in einem alarmierenden Zustand befand, gesichert. 1970 zäunte der Besitzer das Areal ein und siedelte auf der Ruine eine Kolonie Berberaffen an. 1980 wurde das Affenexperiment abgebrochen und die Ruine stand zum Verkauf. Wegen des zu erwartenden großen Aufwandes für die Instandhaltung verzichtete die Gemeinde Leymen. 1983 wurde der Verein Pro Landskron[2] gegründet, der die Ruine 1984 kaufte. 1988/89 und 1998/99 wurden in zwei Etappen für insgesamt 1.2 Millionen Euro der Turm und die übrigen Gemäuer konsolidiert.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ulrich Farner, Ruth Wälchli-Bögli: Der Gefangene von Landskron. Eine historische Erzählung, 1952

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ewald Tange (Red.): Michelin – Der grüne Reiseführer. Elsass, Lothringen. 2. Auflage. Travel-House-Media, München 2008, ISBN 978-3-8342-8996-4, S. 283.
  2. http://www.pro-landskron.ch