Huningue

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Dieser Artikel beschreibt die oberelsässische Kleinstadt Huningue, für weitere Bedeutungen siehe Huningue (Begriffsklärung).
Huningue
Wappen von Huningue
Huningue (Frankreich)
Huningue
Region Elsass
Département Haut-Rhin
Arrondissement Mulhouse
Kanton Huningue
Koordinaten 47° 35′ N, 7° 35′ O47.5913888888897.5830555555556246Koordinaten: 47° 35′ N, 7° 35′ O
Höhe 242–259 m
Fläche 2,86 km²
Einwohner 6.760 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 2.364 Einw./km²
Postleitzahl 68330
INSEE-Code
Website http://www.ville-huningue.fr/

Rathaus

Huningue (deutsch Hüningen; elsässisch Hinige und Hininge) ist eine französische Gemeinde mit 6760 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Haut-Rhin in der Region Elsass. Sie ist Hauptort des gleichnamigen Kantons und Mitglied im Gemeindeverband Trois Frontières.

Geografie[Bearbeiten]

Huningue an der linken Seite des Rheins grenzt unmittelbar an Basel in der Schweiz und Weil am Rhein in Deutschland. In Huningue zweigt der Canal de Huningue vom Rhein ab. Rechts des Rheines liegt Kleinhüningen, ein städtisches Außenquartier von Basel. Die französischen Nachbargemeinden sind Saint-Louis und Village-Neuf.

Geschichte[Bearbeiten]

Hüningen wurde erstmals 828 in einer Schenkung an das Kloster St. Gallen erwähnt. Anschließend wechselten die Besitzer noch einige Male. Der Stadt Basel gelang es trotz einiger Anstrengungen nicht, in den Besitz des ehemals habsburgischen Nachbarortes zu gelangen.

Im Jahr 1679 wurde mit dem von Ludwig XIV. an Vauban in Auftrag gegebenen Bau der Festung Hüningen[1] begonnen, die er mit dem Baumeister Jacques Tarade, Verantwortlicher für die Festungen des Elsass, errichtete. In diesem Zusammenhang wurde die Bevölkerung Großhüningens zur Umsiedlung nach Neudorf gezwungen. Noch heute erinnert der Orts-Name Village-Neuf, "le village neuf de Grand-Huningue", an diese Umsiedlung. Ebenfalls mit dem Festungsbau hängt der Lachsfangstreit von 1736/37 zusammen. Dabei ging es vordergründig um Fangrechte, die zwischen den Hüninger und Kleinhüninger Fischern strittig waren, tatsächlich aber um Landbedarf für den Bau eines Brückenkopfes auf dem rechten Rheinufer. Dem Festungskommandanten Jean Charles Abbatucci ist ein Denkmal gewidmet. Er verteidigte die Festung 1796 gegen österreichische Angriffe, verlor dabei aber sein Leben.

Nach dem Wiener Kongress leitet Erzherzog Johann von Österreich die Belagerung und Bestürmung der Vauban-Festung von Hüningen, die sich nach elf Tagen Beschuss am 26. August 1815 zur großen Freude der Basler Bürger ergab.[2] Die Festung wurde danach auf Bitte[3] der Basler Bürger im Winter 1815/16 geschleift.[4]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2009
Einwohner 4963 5769 6576 6679 6252 6097 6584

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Das Musée historique et militaire (Historisches und Militärmuseum) zeigt das militärische Leben der alten Vaubanschen Festung. Es ist untergebracht in einem Haus aus dem 17. Jahrhundert.
  • Die ehemalige Garnisonskirche wurde nach Plänen des Architekten Jacques Tarade, Mitarbeiter von Vauban, errichtet. Sie liegt an der Place Abattucci und ist heute profaniert. Wegen ihrer Raumakustik ist sie geschätzt als Konzertraum für Kammermusik. Seit 1938 sind Fassade, Glockenturm und Bedachung als Monument historique geschützt.[5].
  • Der Parc des Eaux Vives ist ein Freizeitgelände mit künstlichem Wildwasser, das Kajak- und Kanusport, Rafting und Wildwasserschwimmen erlaubt.
  • Die Dreiländerbrücke, eine reine Fußgänger- und Fahrradbrücke über den Rhein, verbindet seit 2007 Huninge mit der deutschen Stadt Weil am Rhein. Sie ist die weltweit längste Bogenbrücke für Fußgänger und Radfahrer und wurde von dem heute in Paris lebenden und arbeitenden österreichischen Architekten Dietmar Feichtinger in Zusammenarbeit mit dem Büro LAP Leonhardt Andrä & Partner (Berlin/Stuttgart) entworfen. Der Name leitet sich vom Dreiländereck Deutschland-Frankreich-Schweiz ab, das sich 200 m südlich im Rhein befindet. Nördlich davon verbindet die Palmrainbrücke die beiden Orte für den motorisierten Verkehr und bietet direkten Anschluss an die deutsche Autobahn A 5.
  • Der Triangle ist ein Kulturzentrum mit insgesamt 5540 m² Fläche, die sich auf 21 Räume verteilt. Es wurde nach Plänen des Mülhauser Architekten Jean-Marie Martini errichtet und im Februar 2002 eingeweiht. Dort finden zahlreiche kulturelle Veranstaltungen statt – Tanz, Theater, Konzerte, Zirkuskunst, Kabarett, Ausstellungen – und es ist ein Treffpunkt für die Jugend.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

  • Huningue pflegt seit 1962 eine Partnerschaft mit der auf der gegenüberliegenden Rheinseite gelegenen deutschen Stadt Weil am Rhein sowie mit Soustons in Aquitanien.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Historische Karten als Digitalisate 1 und 2 der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
  2. Jürg-Peter Lienhard:Geschichte von Hüningen
  3. Geschichte bei Geocities im Internet Archive
  4. Bericht in der Badischen Zeitung
  5. Eintrag Nr. IA00024495 in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Huningue – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien