Christa Rohde-Dachser

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Christa Rohde-Dachser (2010)

Christa Rohde-Dachser (* 1937) ist eine deutsche Psychoanalytikerin, Soziologin und Mit-Gründerin der International Psychoanalytic University in Berlin. Sie wurde vor allem durch ihre Arbeiten zu Borderline-Persönlichkeitsstörungen und zur Psychoanalyse der weiblichen Sexualität bekannt.

Leben[Bearbeiten]

Christa Rohde-Dachser studierte in München, Freiburg und Paris Soziologie, Philosophie und Betriebswirtschaft und wurde 1967 mit einer Arbeit über „Die Sexualerziehung Jugendlicher in katholischen Kleinschriften“ an der Universität München promoviert. Ihre psychoanalytische Ausbildung erhielt sie von 1971 bis 1976 am Institut für Psychotherapie und Psychoanalyse in Hannover.

Sie war von 1973 bis 1987 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Psychiatrischen Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover und übernahm dort 1976 die Leitung der psychotherapeutischen Weiterbildung. 1981 habilitierte sie sich zum Thema Das Borderlinesyndrom. 1986 wurde sie außerplanmäßige Professorin an der Medizinischen Hochschule Hannover. Ein Jahr später übernahm sie den Lehrstuhl Alexander Mitscherlichs am Institut für Psychoanalyse im Fachbereich Psychologie der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt.

Christa Rohde-Dachser ist Mitglied und Lehr- und Kontrollanalytikerin der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft (DPG) sowie der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung (IPV). 1994 gründete sie das Institut für Psychoanalyse der DPG in Frankfurt, dessen Vorsitzende sie zehn Jahre lang war. Seit 1992 ist sie Mitherausgeberin der Zeitschrift Psyche. 2009 gründete sie zusammen mit Prof. Jürgen Körner die International Psychoanalytic University Berlin (IPU) als erste psychoanalytische Hochschule in Deutschland.

Bekannt wurde sie vor allem mit ihrer Studie zu Borderline-Störungen sowie mit ihrem 1991 erschienenen Buch Expedition in den dunklen Kontinent. Darin zeigt sie die kollektiven unbewussten Phantasien auf, die den Weiblichkeitsdefinitionen der patriarchalischen Gesellschaft und zugleich auch dem psychoanalytischen Diskurs der Geschlechterdifferenz zugrunde liegen.

Weitere Arbeitsschwerpunkte Christa Rohde-Dachsers sind klinische Fragestellungen, Themen aus dem Grenzbereich zwischen Psychoanalyse und Soziologie sowie zwischen Psychoanalyse und Religion.[1]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Das Borderline-Syndrom, 7., vollst. überarb. u. erw. A. 2004, Bern: Huber, ISBN 3-456-84087-X
  • Expedition in den dunklen Kontinent: Weiblichkeit im Diskurs der Psychoanalyse, Gießen: Psychosozial-Verlag, 2003, ISBN 3-89806-092-6

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Artikel „Christa Rohde-Dachser (*1937)“, Psychoanalytikerinnen in Europa http://www.psychoanalytikerinnen.de/ (20. Mai 2008)