Connexion by Boeing

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Testflugzeug mit Satelliten-Internetzugang, 2005

Connexion by Boeing (auf Deutsch etwa „(Internet-)Verbindung durch Boeing“) war eine Tochterfirma Boeings, die ein System für die Nutzung des Internets an Bord eines Flugzeugs anbot. Dieser Service erlaubte den Reisenden eine Breitband-Internetverbindung sowohl durch kabelgebundenes Ethernet als auch durch eine kabellose 802.11 Wi-Fi-Verbindung zu nutzen. Weil sich dieses Konzept als wirtschaftlich wenig erfolgreich herausstellte, wurde der Service nur von Mai 2004 bis zum Jahresende 2006 angeboten und danach eingestellt.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Konzept „Connexion by Boeing“ wurde erstmals im April 2000 vorgestellt. Die FAA-Zertifizierung erhielt das System im Mai 2002. Obwohl es Ende 2003 den World Travel Award gewann - im Februar 2005 sogar ein zweites Mal -, fanden sich nur wenige Kunden. Der erste war die Lufthansa, wo Connexion by Boeing beginnend ab Mai 2004 in die Langstreckenflotte eingebaut wurde (Lufthansa FlyNet). Später kamen noch ANA, Japan Airlines und SAS hinzu. 2005 wurde das erste Live-Fernsehprogramm (auch „CBB-TV“ genannt) auf einer internationalen Route von Singapore Airlines eingeführt, was auf alle Kunden von Connexion by Boeing ausgeweitet werden sollte. In Deutschland konnte man sich etwa CNBC, Eurosport, BBC und Euronews anschauen. Insgesamt investierte Boeing bisher rund eine Milliarde US-Dollar in die Entwicklung.

Am 26. Juni 2006 wurde bekannt, dass Boeing sich von der Konzernsparte trennen möchte. Man prüfe einen Verkauf, eine Partnerschaft mit anderen Unternehmen oder auch eine Einstellung, da nur wenige Fluggesellschaften und Privatkunden das System bestellt hätten. Gründe dafür waren etwa die hohen Umrüstungskosten, um die Signale von den Satelliten zu empfangen, außerdem seien die dazugehörigen Antennen sehr groß und steigern daher besonders bei kleineren Flugzeugen den Kerosinverbrauch.[1] Am 17. August 2006 gab Boeing dann bekannt, dass man nun den Service einstelle, da er sich aus den oben genannten Gründen nicht lohne.[2]

Mittlerweile steht für GSM-Verbindungen eine Alternative der Firma OnAir zur Verfügung, die etwa Ryanair anbieten möchte.[3] Auch das grundsätzliche System soll durch Panasonic weitergeführt und sogar ausgebaut werden.[4]

Mit dem neuen Partner Panasonic Avionics plant Lufthansa derzeit, das Internet unter dem Namen "FlyNet" zurück in ihre Flugzeuge zu bringen. Demnach soll der Dienst auf ausgewählten Nordatlantikflügen bis Januar 2011 kostenlos zur Verfügung stehen. Anschließend tritt im Februar 2011 das neue Preismodell Lufthansas in Kraft, welches voraussichtlich Abrechnungsmöglichkeiten per Kreditkarte, Prämienmeilen und über einen Roamingpartner bietet. Es wird derzeit davon ausgegangen, dass für eine Stunde Kosten in Höhe von 10,95 € anfallen werden. Ein 24h-Pauschaltarif wird voraussichtlich für 19,95 € angeboten werden. Außerdem sollen GSM-Dienste wie SMS und MMS für den Kunden verfügbar sein. Das Telefonieren per Mobiltelefon bleibt auf Lufthansaflügen bis auf weiteres unterbunden, was laut Lufthansa ein Wunsch vieler Kunden ist.[5][6] Ob VOIP in diesem Zusammenhang ebenfalls blockiert sein wird, ist derzeit noch nicht bekannt.

Kunden[Bearbeiten]

ANA - Asiana Airlines - Austrian Airlines (AUA) - China Airlines - El-Al - Etihad Airways - Japan Airlines - Korean Air - Lufthansa - SAS - Singapore Airlines

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. FAZ: Boeing prüft Optionen für Verlustbringer Connexion“ (27. Juni 2006)
  2. Finanznachrichten: Boeing verabschiedet sich von Internettochter Connexion“ (17. August 2006)
  3. Handelsblatt: '„'Mobil telefonieren bald in Ryanair und KLM-Maschinen möglich“ (30. August 2006)
  4. aero.de: Panasonic plant Nachfolger für Connexion by Boeing“ (22. September 2006)
  5. miles-and-more.com: Lufthansa FlyNet®: Grenzenlose Kommunikation auf Langstreckenflügen'“
  6. news.travel24.om: WLAN im Flugzeug: Lufthansa führt Internet-Service ein'“ (2. Dezember 2010)