China Airlines

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Dieser Artikel erläutert die taiwanische Fluggesellschaft China Airlines der Republik China. Diese ist nicht zu verwechseln mit der Fluggesellschaft Air China der Volksrepublik China.
China Airlines
中華航空
Ehemaliges Logo der China Airlines
Boeing 747-400 der China Airlines
IATA-Code: CI
ICAO-Code: CAL
Rufzeichen: DYNASTY
Gründung: 1959
Sitz: Taipei,
China RepublikRepublik China Republik China
Drehkreuz:
Heimatflughafen:

Taiwan-Taoyuan

ISIN: TPE:2610
IATA-Prefixcode: 297
Leitung: Hsing-Hsiung Sun[1]
Mitarbeiterzahl: 11.363[1] (2012)
Umsatz: US$ 4,7 Milliarden[1] (2012)
Fluggastaufkommen: 13,1 Millionen[1] (2012)
Allianz: SkyTeam[2]
Vielfliegerprogramm: Dynasty Flyer
Flottenstärke: 79 (+ 25 Bestellungen)
Ziele: National und International
Website: china-airlines.de

China Airlines (chinesisch 中華航空Pinyin Zhōnghuá Hángkōng) ist eine taiwanische Fluggesellschaft mit Sitz in Dayan im Landkreis Taoyuan und Drehkreuz auf dem Flughafen Taiwan Taoyuan. Sie ist Mitglied der Luftfahrtallianz SkyTeam.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Sitz von China Airlines in Dayuan Township
Economy-Klasse an Bord einer Boeing 747-400 der China Airlines

China Airlines wurde am 16. Dezember 1959 mit zunächst 26 Mitarbeitern und drei Flugzeugen in Taipeh gegründet. Die ersten Linienflüge wurden ab 1962 auf einer Inlandsverbindung von Taipeh nach Hualien durchgeführt, 1966 wurde mit Saigon das erste internationale Ziel angeflogen.[3]

Ab 1991 wurde die Gesellschaft privatisiert, seit 1993 ist sie als Aktiengesellschaft an der Börse in Taipeh gelistet. 1995 wurde die bis heute genutzte Corporate Identity eingeführt. Ab 1999 wurden die internationalen Passagier- und Frachtdestinationen sukzessive ausgebaut, so wurden beispielsweise Flüge nach Sydney, Delhi und Vancouver aufgenommen.[3]

Am 26. Januar 2003 führte China Airlines im Rahmen eines Charterflugs zum chinesischen Neujahrsfest den ersten direkten Flug von Taiwan (Republik China) in die Volksrepublik China seit 53 Jahren durch. 2005 erhielt die Gesellschaft das IOSA-Sicherheitszertifikat der IATA.

2008 wurden wöchentliche Charterflüge zu mehreren festlandchinesischen Zielen aufgenommen, darunter Peking und Shanghai.[3] Im Jahr 2009 feierte die Gesellschaft ihr 50-jähriges Bestehen.

Im September 2010 wurde bekannt, dass China Airlines in Beitrittsverhandlungen mit der Luftfahrtallianz SkyTeam steht.[4] Die Integration in das Luftfahrtbündnis wurden am 28. September 2011 abgeschlossen, eine Boeing 747-400 mit der Kennung B-18206 wurde mit einer SkyTeam-Sonderlackierung versehen.[5]

Im Dezember 2013 gründete China Airlines gemeinsam mit Tigerair Holdings Singapur die erste Billigfluggesellschaft in Taiwan, Tigerair Taiwan. Die Fluglinie hielt zunächst 90 % der Anteile, übertrug jedoch 10 % auf die Tochtergesellschaft Mandarin Airlines und reduzierte so den eigenen Anteil auf 80 %. Tigerair Holdings hält die restlichen 10 %.[6] Am 24. September 2014 nahm Tigerair Taiwan mit einer Maschine den Flugbetrieb auf, erstes Ziel war Singapur.

Flugziele[Bearbeiten]

China Airlines bedient neben einigen Inlandszielen zahlreiche Destinationen in Asien, darunter Tokio, Singapur, Delhi und Jakarta und fliegt darüber hinaus auch einige Ziele in Europa, den USA und Ozeanien an, beispielsweise Amsterdam, Rom, Los Angeles, Honolulu, Sydney und Guam. Im deutschsprachigen Raum werden Frankfurt am Main und Wien bedient.

Codesharing[Bearbeiten]

Die Gesellschaft unterhält darüber hinaus Codeshare-Abkommen mit Alitalia, Delta Air Lines, Czech Airlines, Garuda Indonesia, Korean Air, Thai Airways und Vietnam Airlines.

Flotte[Bearbeiten]

Ein Airbus A340-300 der China Airlines
Eine Boeing 747-400F der China Airlines Cargo
Ein Airbus A340 der China Airlines am Flughafen Wien-Schwechat mit CLimae Monitoring-Sonderlackierung

Mit Stand Juni 2014 besteht die Flotte der China Airlines aus 79 Flugzeugen[7] mit einem Durchschnittsalter von 10,2 Jahren[8]:

Flugzeugtyp aktiv bestellt[9][10][11][12] Anmerkungen Sitzplätze[13]
(First/Business/Eco)
Airbus A330-300 23 01 307 (-/30/277)
Airbus A340-300 06 276 (-/30/246)
Airbus A350-900 14 Auslieferung voraussichtlich ab 2015 - offen -
Boeing 737-800 16 mit Winglets ausgestattet 158 (-/8/150)
Boeing 747-400 13 397 (14/64/319)
Boeing 747-400F 21 Frachtmaschinen der China Airlines Cargo; weltgrößte Flotte dieses Typs -
Boeing 777-300ER 1 9 4 geleast von GECAS - offen -
Gesamt 79 25

Zwischenfälle[Bearbeiten]

In Asien zählt China Airlines zu den Fluggesellschaften mit den höchsten Unfallraten[14]:

  • Am 23. August 1967 stürzte eine Douglas DC-3 im südchinesischen Meer ab, wobei 6 der 9 Insassen ums Leben kamen.[15]
  • Am 24. Oktober 1967 stürzte eine Douglas C-47 in Vietnam ab. Alle 16 Menschen an Bord starben.[16]
  • Am 2. Januar 1969 kollidierte eine Douglas C-47A auf dem Weg von Taitung nach Kaohsiung mit dem Mount Paku, alle 24 Menschen an Bord kamen ums Leben.[17]
  • Am 12. August 1970 verunglückte eine NAMC YS-11 auf Flug 206 beim Landeanflug auf Taipeh während dichten Nebels. 14 von 31 Insassen starben.[18]
  • Am 21. November 1971 stürzte eine Sud Aviation Caravelle auf Flug 825 auf dem Weg von Taipeh nach Hongkong ins Meer, wobei alle 25 Passagiere ums Leben kamen. Als mögliche Ursache gilt eine Bombenexplosion an Bord.[19]
  • Am 11. September 1979 stürzte eine Boeing 707-300 kurz nach dem Start vom Flughafen von Taipeh ins Meer. Unter den sechs Menschen an Bord gab es keine Überlebenden.[20]
  • Am 27. Februar 1980 verunglückte eine weitere Boeing 707-300 beim Landeanflug auf den Flughafen von Manila, als sie zu früh den Boden berührte. Zwei von 135 Passagieren wurden bei diesem Zwischenfall getötet.[21]
  • Am 19. Februar 1985 verlor eine knapp zehn Stunden zuvor von Taipeh gestartete Boeing 747SP auf Flug 006 nach einem Triebwerksausfall und einem Pilotenfehler in knapp zwei Minuten fast zehn Kilometer Höhe und erreichte dabei nahezu Schallgeschwindigkeit. Das Flugzeug wurde dabei stark beschädigt, landete aber sicher auf dem nächstgelegenen Flughafen San Francisco.[22][23]
  • Am 16. Februar 1986 verunglückte eine Boeing 737-200 auf Flug 2265 nahe Makung, alle 13 Passagiere kamen ums Leben.[24]
  • Am 26. Oktober 1989 kollidierte eine weitere Boeing 737-200 auf Flug 204 kurz nach dem Start von Hualien mit einem Berg, wobei alle 54 Menschen an Bord starben.[25]
  • Am 29. Dezember 1991 stürzte eine Frachtmaschine vom Typ Boeing 747-200F auf Flug 358 auf dem Weg nach Anchorage kurz nach dem Start in Taipeh ab. Es wurde rekonstrukiert, dass sich ein Triebwerk von der rechten Tragfläche gelöst und das zweite Triebwerk dieser Seite mitgerissen hat. Alle fünf Menschen an Bord starben.[26]
  • Am 4. November 1993 verunglückte eine Boeing 747-400 als China-Airlines-Flug 605 bei der Landung auf dem Flughafen Kai Tak in Hongkong während des Tropensturms Ira. Durch einen Pilotenfehler während des Bremsenvorgangs unter schwierigen Bedingungen kam die Maschine nach links von der Landebahn ab und rutschte in das Becken des Victoria Harbour. 22 der 396 an Bord befindlichen Personen erlitten Verletzungen.[27]
  • Am 26. April 1994 verunglückte ein Airbus A300-600R als Flug 140 bei der Landung in Nagoya, nachdem die Piloten versehentlich den Modus für das Durchstarten aktiviert hatten. Beim Versuch, die Maschine kontrolliert zu landen, schlug sie neben der Landebahn auf und ging in Flammen auf. 264 von 271 Menschen an Bord kamen ums Leben.[28]
  • Am 16. Februar 1998 verunglückte ein Airbus A300-600R auf dem Flug 676 beim Landeanflug auf Taipeh, nachdem es bei einem Durchstartmanöver zu einem Strömungsabriss kam. Alle 196 Menschen an Bord und sieben Personen am Boden kamen ums Leben.[29]
  • Am 22. August 1999 verunglückte eine McDonnell Douglas MD-11 der Mandarin Airlines, die den China-Airlines-Flug 642 ausführte, bei der Landung auf dem Hong Kong International Airport. Die Maschine setzte während schweren Regenfällen und starken Windböen hart auf der Landebahn auf, wobei das rechte Triebwerk den Boden berührte, wodurch das rechte Hauptfahrwerk sowie der rechte Flügel abgerissen wurden. Die Maschine rutschte von der Landebahn, überschlug sich und ging in Flammen auf. 312 von 315 Menschen an Bord überlebten das Unglück.[30]
  • Am 25. Mai 2002 verschwand eine Boeing 747-200 auf Flug 611 auf dem Weg von Taipeh nach Hongkong während des Steigflugs von den Radarschirmen, später wurden auf der Route Trümmer gefunden. Es wird angenommen, dass die Maschine im Flug auf Grund von Materialermüdung auseinandergebrochen ist. Ursache war möglicherweise eine unzureichend ausgeführte Reparatur eines Tailstrikes 22 Jahre zuvor.[31]
  • Am 20. August 2007 fing eine Boeing 737-800 auf Flug 120 von Taipeh nach Okinawa nach der Landung auf dem Flughafen Naha Feuer. Die Passagiere konnten unverletzt evakuiert werden, ein Angehöriger der Bodenbesatzung und ein Besatzungsmitglied wurden leicht verletzt. Als Ursache des Unglücks gilt ein abgefallener Endanschlag in einer der Führungsschienen eines Vorflügels, welcher den Tank beim Einfahren des Vorflügels durchbohrte. Das auslaufende Kerosin entzündete sich schließlich und die Maschine brannte vollständig aus. Die Federal Aviation Administration und die Europäische Agentur für Flugsicherheit ordneten daraufhin Sonderkontrollen aller Maschinen des Typs Boeing 737 an.[32]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Factsheet China Airlines (Sky Team) 2012 (PDF; 1,0 MB), (englisch) 21. April 2013
  2. airliners.de: "Skyteam begrüßt China Airlines"
  3. a b c china-airlines.com Looking back (englisch) abgerufen am 7. September 2010
  4. chinapost.com.tw: China Airlines to join Sky Team Alliance (englisch) 5. September 2010
  5. aero.de: China Airlines wird 15. Mitglied im SkyTeam-Verbund 29. September 2010
  6. LCC War Kicks Off In Taiwan (englisch), abgerufen am 25. September 2014
  7. ch-aviation.com - China Airlines (englisch) abgerufen am 28. Juni 2014
  8. airfleets.net - Fleet age China Airlines (englisch) abgerufen am 28. Juni 2014
  9. airbus.com - Orders & deliveries (englisch) abgerufen am 3. Juli 2013
  10. china-airlines.com - China Airlines to Lease 4 New Boeing 777-300ER Aircraft (englisch) 20. Dezember 2012
  11. boeing.com - Order and Deliveries (englisch) abgerufen am 3. Juli 2013
  12. flightglobal.com - China Airlines to order six Boeing 777-300ERs (englisch) 7. Dezember 2012
  13. China Airlines: Vorstellung der Flotte
  14. Fatal Events and Fatal Event Rates of Airlines in Asia and Australasia Since 1970, AirSafe.com
  15. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  16. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  17. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  18. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  19. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  20. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  21. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  22. Jochen W. Braun: Noch 40 Sekunden bis zum Tod, Spiegel Online/einestages, 17. Dezember 2010
  23. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  24. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  25. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  26. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  27. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  28. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  29. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  30. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  31. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  32. Untersuchungsbericht. Website des Japan Transport Safety Board. Abgerufen am 16. Oktober 2013.(2,77 MB)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: China Airlines – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien