Dünsen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Dünsen
Dünsen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Dünsen hervorgehoben
52.9277777777788.641944444444433Koordinaten: 52° 56′ N, 8° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Oldenburg
Samtgemeinde: Harpstedt
Höhe: 33 m ü. NHN
Fläche: 10,85 km²
Einwohner: 1181 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 109 Einwohner je km²
Postleitzahl: 27243
Vorwahl: 04244
Kfz-Kennzeichen: OL
Gemeindeschlüssel: 03 4 58 004
Adresse der Verbandsverwaltung: Amtsfreiheit 1
27243 Harpstedt
Webpräsenz: www.duensen.de
Bürgermeister: Hartmut Post (Wählergemeinschaft)
Lage der Gemeinde Dünsen im Landkreis Oldenburg
Landkreis Oldenburg Niedersachsen Landkreis Vechta Landkreis Diepholz Delmenhorst Bremen Landkreis Cloppenburg Landkreis Ammerland Oldenburg (Oldenburg) Landkreis Wesermarsch Colnrade Winkelsett Wildeshausen Großenkneten Prinzhöfte Beckeln Dötlingen Wardenburg Hatten Harpstedt Hude Ganderkesee Dünsen Kirchseelte Groß IppenerKarte
Über dieses Bild

Dünsen ist eine Gemeinde in der Samtgemeinde Harpstedt im Landkreis Oldenburg in Niedersachsen (Deutschland).

Geografie[Bearbeiten]

Dünsen liegt 3 km nordöstlich vom Flecken Harpstedt entfernt.

Flüsse[Bearbeiten]

Durch Dünsen fließt der Dünsener Bach.

Geschichte[Bearbeiten]

Als Ortschaft wurde Dünsen urkundlich 1189 als dunnessen erstmals erwähnt.[2] Überregional bekannt wurde Dünsen durch den „Dünsener Dichterkreis". Dieser Kreis schloss sich zu einem Dachverband mit den Autorenkreisen „Bergisches Land" (Wuppertal) und „Ruhr-Mark" (Hagen) unter dem Namen Die Weggefährten e.V. zusammen. Zum Präsidenten wurde der ehemalige ostpreußische Lehrer Rolf Wilke aus Dünsen gewählt,[3] der 1960 hier den Roman Der Notweg des Friedrich Wilhelm Bärenbrot. Die romanhafte Chronik eines bitteren Jahrzehnts schrieb,[4] in dem er seine ersten Jahre in Bremens ländlicher Umgebung schilderte.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • Zweiter Weltkrieg: knapp 200 Einwohner
  • 1946: 554 Flüchtlinge und 283 Einwohner
  • 1958: 500 Neubürger nach Gründung der Muna
  • 2001: 1252 Menschen – die zweithöchste Einwohnerzahl der Samtgemeinde Harpstedt
  • 2008: 1195 Einwohner

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

  • 7 Sitze Wählergemeinschaft Dünsen
  • 4 Sitze Dünsener Bürgerliste (DBL)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Hartmut Post (Wählergemeinschaft)

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde zeigt jeweils einen goldenen Linden- und Eichenstamm auf rotem Grund im Schildfuß. Im nichtheraldisch linken oberen Geviert befindet sich ein schwarzes Kreuz auf silbernen Grund, im anderen Geviert gelb-rote Querstreifen.

Wirtschaft und Infrastruktur (ehemalige Luftmunitionsanstalt Dünsen)[Bearbeiten]

Der Funkturm in Dünsen

Die Vorarbeiten für die Luftmunitionsanstalt Dünsen (Luftmuna) begannen 1934, der eigentliche Baubeginn folgte 1935. Die Anlage wurde in einem Waldgebiet nördlich der Ortschaft errichtet. Sie produzierte Munition für die Flugabwehr, aber auch für die Infanterie.

Wie in allen vergleichbaren Anlagen üblich, standen wehrmachtseigene Lokomotiven für den Rangierbetrieb in der Muna zur Verfügung. Eine Besonderheit ist, dass heute noch eine der hier eingesetzten Maschinen (Kleinlokomotive der Bauart LgII) ganz in der Nähe abgestellt ist. Sie wurde bereits 1935 an die Luftmuna Dünsen ausgeliefert und stand dort bis zum Kriegsende im Einsatz. Nach dem Krieg kam die Lokomotive 1947 in den Besitz der Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahn (DHE) und wurde 1949 wieder instand gesetzt. Ab 1994 als Eigentum der Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahnfreunde e.V. (DHEF). Diese haben die Maschine im Bahnhof Harpstedt abgestellt, um sie später wieder in den Zustand von Anfang der 50er Jahre aufzuarbeiten.

Die Bundeswehr übernahm ab Ende der 1950er Jahre schrittweise einzelne Bereiche der Liegenschaft, ab 1963 war sie zusammen mit einer US-Einheit für die Bewachung dort liegender Atomwaffen zuständig. Anfang der 1990er Jahre wurde das Atomwaffenlager und die Standortmunitionsniederlage aufgelöst.

Ein besonderes Bauwerk der Evangelischen Landeskirche ist die so genannte „Zufluchtskirche“ für Vertriebene, ein Bauwerk aus dem Jahr 1967, das wegen mangelnder Akzeptanz in ein Kulturzentrum umgewandelt wurde.

Verkehr[Bearbeiten]

Halt der Museumseisenbahn „Jan Harpstedt“ in Dünsen

Dünsen liegt an der Landesstraße 338 zwischen Harpstedt und Kirchseelte. Durch die Gemeinde führt auch die Bahnlinie „Jan Harpstedt“, eine historische Kleinbahn, die auch in Dünsen hält.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die am Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Rolf Wilke (* 1899; † nach Mai 1965), Schriftsteller aus Pommern, lebte nach dem Zweiten Weltkrieg in Dünsen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. Wolfgang Haubold: Der Landkreis Oldenburg: Menschen, Geschichte, Landschaft, Holzberg, 1992, S. 69.
  3. Welt und Wort 20 (1965), S. 321.
  4. Rolf Wilke: Der Notweg des Friedrich Wilhelm Bärenbrot. Die romanhafte Chronik eines bitteren Jahrzehnts, Das Viergespann, Bad Homburg 1960.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dünsen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien