Dagmar Wöhrl

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Dagmar Wöhrl (2012)

Dagmar Gabriele Wöhrl (geb. Winkler; * 5. Mai 1954 in Stein bei Nürnberg) ist eine deutsche Politikerin (CSU), ehemalige Miss Germany und frühere parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie. Sie ist verheiratet mit Hans Rudolf Wöhrl.[1]

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten]

Dagmar Wöhrl wuchs bei ihren Großeltern auf. Ihre Eltern waren bei Siemens angestellt. Nach dem Abitur 1973 am Sigena-Gymnasium Nürnberg absolvierte Wöhrl ein Studium der Rechtswissenschaft an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, welches sie 1983 mit dem ersten und 1987 mit dem zweiten juristischen Staatsexamen abschloss. Seit 1987 war sie als Rechtsanwältin und Unternehmerin tätig. Sie war Gesellschafterin der DACA Parkhausverwaltungs GmbH und der MiDa Parkverwaltungs- und Werbegesellschaft mbH in Nürnberg.

Familie[Bearbeiten]

Dagmar Wöhrl mit Ehemann Hans Rudolf Wöhrl

Wöhrl ist evangelisch,[2] seit 1984 mit dem Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl verheiratet und Mutter von zwei Söhnen. Ihr Sohn Marcus (* 1985) ist politisch ebenfalls aktiv und kandidierte 2004 wie auch 2009 erfolglos für das Europaparlament. Ihr Sohn Emanuel Nicolai (* 26. August 1988) verstarb am 1. Juli 2001 nach einem Unfall.[3]

Partei[Bearbeiten]

Wöhrl war von 1995 bis 2003 Landesschatzmeisterin der CSU. Sie gehört dem Präsidium und dem Vorstand der CSU an, ist stellvertretende Bezirksvorsitzende der Frauen-Union des Bezirksverbandes Nürnberg-Fürth-Schwabach (seit 2013), ist stellvertretende Landesvorsitzende der CSU-Mittelstands-Union, stellvertretende Bezirksvorsitzende des CSU-Bezirksverbandes Nürnberg-Fürth-Schwabach, Vorstandsmitglied im Parlamentskreis Mittelstand der CDU/CSU-Bundestagsfunktion, Vorsitzende der CSU-Finanzkommission, Vorsitzende des CSU-Fachausschusses Entwicklungspolitik, Vorstandsmitglied beim Arbeitskreis Integration des Bezirksverbands Nürnberg-Fürth-Schwabach der CSU, Mitglied der CSU-Wirtschaftskommission, Mitglied im Integrationsrat der CDU/CSU-Fraktion und Mitglied im Arbeitskreis Außen- und Sicherheitspolitik der CSU. In den Jahren 1998 bis 2002 war Dagmar Wöhrl wirtschaftspolitische Sprecherin und Vorsitzende des Arbeitskreises Wirtschaft und Technologie, Tourismus, Landwirtschaft und Verkehr, Bau- und Wohnungswesen der CSU-Landesgruppe. Zwischen 2002 bis 2005 war Dagmar Wöhrl wirtschaftspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Seit März 2012 ist Dagmar Wöhrl Gründungsmitglied des Vereins CNetz[4], „weil die Digitalisierung unserer Gesellschaft und eine damit verbundene Netzpolitik ein Generationen-Projekt ist!“.[5] Dagmar Wöhrl ist Mitglied im CSUnet.

Abgeordnete[Bearbeiten]

Von 1990 bis 1994 gehörte Dagmar Wöhrl dem Stadtrat von Nürnberg an und war hier wohnungspolitische Sprecherin. Seit 1994 ist sie Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier war sie von 1998 bis 2002 wirtschaftspolitische Sprecherin der CSU-Landesgruppe und von 2002 bis 2005 wirtschaftspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Wöhrl ist 1998 über die Landesliste Bayern und sonst stets als direkt gewählte Abgeordnete des Wahlkreises Nürnberg-Nord in den Bundestag eingezogen. Bei der Bundestagswahl 2013 erreichte sie hier 39,4 Prozent der Erststimmen[6] gegenüber 36,6 Prozent bei der Bundestagswahl 2009.

Öffentliche Ämter[Bearbeiten]

Von November 2005 bis November 2009 gehörte sie als parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie dem Kabinett Merkel I an. Von November 2006 bis zu ihrem Ausscheiden aus dem Amt war sie zudem „Koordinatorin der Bundesregierung für Maritime Wirtschaft“. Außerdem vertrat sie die Bundesregierung im Hörfunkrat.

Für die aktuelle 17. Legislaturperiode des Deutschen Bundestages wurde sie zur Vorsitzenden des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung[7], zum ordentlichen Mitglied im Ausschuss für Kultur und Medien und als stellvertretendes Mitglied in den Auswärtigen Ausschuss gewählt.

Wöhrl ist ferner in folgenden öffentlichen Ehrenämtern engagiert:

Zivilgesellschaftliches Engagement[Bearbeiten]

2005 gründete Wöhrl zusammen mit ihrer Familie die nach ihrem verstorbenen Sohn benannte Emanuel-Wöhrl-Stiftung. Diese wurde nach dem Tsunami vom 26. Dezember 2004 ins Leben gerufen, um betroffenen Familien in Sri Lanka zu helfen und die zerstörte Mahamay-Grundschule in Hikkaduwa wieder aufzubauen.

Als Präsidentin des Tierschutzvereins Nürnberg-Fürth und Umgebung e.V. setzte sich Wöhrl auch im Bundestag für die Rechte von Tieren ein und unterstützte dort die Verankerung des Tierschutzes im Grundgesetz. Im Rahmen der Krise der Quelle GmbH erntete Wöhrl in Ihrer Funktion als sie als parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie Kritik, als sie die Jahrespressekonferenz des Tierheims besuchte anstatt sich die Sorgen der Quelle-Beschäftigten anzuhören.[8]

Schönheitswettbewerbe und Film[Bearbeiten]

In ihrer Jugend nahm Wöhrl mit Erfolg an zahlreichen Schönheitswettbewerben teil:

Zeit Wettbewerb Ort Platzierung
1973 Miss Germany München Finale
Juli 1973 Miss Universe Athen  ?
1977 Miss Germany Baden-Baden Platz 1[9]
Juli 1977 Miss International Tokio Platz 2[10]
November 1977 Miss World London Platz 3[11]
März 1978 Miss Europe Helsinki Platz 2[12]

1973 spielte sie in Franz Marischkas Sexfilm Die Stoßburg - Wenn nachts die Keuschheitsgürtel klappern eine Nebenrolle[13], in der sie auch nackt zu sehen ist. 1998 wurde sie zu Beginn der 14. Wahlperiode des Deutschen Bundestages von den Medien als „Miss Bundestag“ betitelt.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Im Jahr 2008 wurde ihr das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.[14]

Im Jahr 2009 wurde ihr durch Ministerpräsident Horst Seehofer der Bayerische Verdienstorden verliehen.[15]

Nebentätigkeiten[Bearbeiten]

Neben ihrem Mandat im Bundestag und der Ausübung weiterer Tätigkeiten gehört Dagmar Wöhrl seit 2011 auch dem Verwaltungsrat und dem Beirat der Schweizer Bank J. Safra Sarasin an.[16] [17] Eine Interessenkollision mit ihren Aufgaben als Bundestagsabgeordnete sehe sie dabei nicht.[18]

Reise nach Myanmar und Laos im Jahr 2012[Bearbeiten]

Anfang Februar 2012 unternahm Dagmar Wöhrl in ihrer Funktion als Vorsitzende des Entwicklungsausschusses zusammen mit dem Entwicklungsminister Dirk Niebel eine Reise nach Myanmar und Laos. Das Magazin Der Spiegel[19] veröffentlichte daraufhin einen kritischen Bericht über ihre Person und insbesondere das von ihr vor Ort angeblich an den Tag gelegte Verhalten[20]. Auf diese Kritik eingehend veröffentlichte Wöhrl mehrere Gegendarstellungen auf ihrer Homepage[21][22], welche sie zudem um Dokumente zu dem Vorgang ergänzte.[23]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dagmar Wöhrl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. engl. Wikipedia: Dagmar Wöhrl (8. Dezember 2012)
  2. http://www.dagmar-woehrl.de/thema/lebenslauf/
  3. http://www.spiegel.de/panorama/csu-politikerin-woehrl-sohn-fiel-vom-dach-tot-a-142917.html
  4. http://c-netz.info/
  5. Ein „CNetz“ Verein für bürgerliche Netzpolitik
  6. http://www.daten.wahlen.nuernberg.de/bt2013/erst/bt2013_erst_insg.html
  7. Internetseite des Deutschen Bundestages: Dagmar Wöhrl zur Vorsitzenden des Entwicklungsausschusses gewählt. 25. November 2009.
  8. http://www.nordbayern.de/region/nuernberg/csu-zweifelt-an-dagmar-wohrl-1.574023
  9. Die Siegerinnen Miss Germany 1963–1979
  10. Die Miss und das Meer - FAZ 2007
  11. Pageantopolis: Miss World 1977 (englisch)
  12. Donald West: Miss Europe contest scheduled for 1977 was postponed to March 1978, but was still called Miss Europe 1977 (Version vom 9. Oktober 2010 im Internet Archive)
  13. IMDB-Eintrag
  14. Webseite der CSU-Landesgruppe
  15. Liste der Preisträger 2009 – pdf
  16. Süddeutsche Zeitung
  17. Abgeordnetenwatch.de
  18. Nürnberger Zeitung
  19. Der Spiegel 9/2012, S. 46
  20. Süddeutsche Zeitung
  21. "Spiegelplag: Schuldig im Sinne des Anklägers"
  22. "“Shopping mit VIP-Service” aus DER SPIEGEL 9/2012, Seite 46"
  23. taz-Interview mit Dagmar Wöhrl
Vorgängerin Amt Nachfolgerin
Monika Schneeweis Miss Germany
1977
Monika Greis