Dagmar von Dänemark (1847–1928)

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Prinzessin Dagmar von Dänemark als Kaiserin von Russland auf einem Gemälde von Iwan Kramskoi (1882)
Alexander und Dagmar (Maria Fjodorowna) als junges Paar, 1866. Grafik von Adolf Neumann.
Kaiserin Maria Fjodorowna und Kaiser Alexander III. in Dänemark, 1892

Marie Sophie Frederikke Dagmar, Prinzessin von Dänemark (* 26. November 1847 auf Schloss Amalienborg in Kopenhagen; †  13. Oktober 1928 auf Schloss Hvidøre bei Kopenhagen) war als Gemahlin von Kaiser Alexander III. als Maria Fjodorowna (russisch Мария Фёдоровна), auch Maria Feodorowna, von 1881 bis 1894 Kaiserin von Russland. Sie war die Mutter von Nikolaus II., dem letzten russischen Zaren.

Leben[Bearbeiten]

Dagmar, genannt Minnie, wurde als viertes Kind und zweitälteste Tochter des Prinzen Christian von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg und seiner Frau Louise von Hessen-Kassel geboren. Sie wurde auf den Namen ihrer Verwandten, der Königinwitwe Marie Sophie Friederike von Dänemark getauft. Ihr Vater wurde 1853 dänischer Thronfolger und nach dem Tode Friedrichs VII. 1863 als Christian IX. König von Dänemark. Durch die Heiraten ihrer fünf Geschwister war sie mit zahlreichen Herrscherhäusern Europas verwandt. So wurde ihre ältere Schwester Alexandra die Gemahlin von König Eduard VII. von Großbritannien und Irland, was die auffallende äußerliche Ähnlichkeit ihres Sohnes Kaiser Nikolaus II. und ihres Neffen König Georg V. von Großbritannien und Irland erklärte.

Familie[Bearbeiten]

Im Sommer 1864 wurde Prinzessin Dagmar mit dem Zarewitsch Nikolai, Sohn Alexander II. von Russland, verlobt. Zur Hochzeit kam es jedoch nicht, da Nikolai erkrankte und im April 1865 in Nizza starb. Nach ihrem Verlust von Nikolais Vater getröstet, verlobte sie sich im folgenden Juni mit Nikolais jüngerem Bruder und neuen Zarewitsch Alexander. Dagmar konvertierte zum russisch-orthodoxen Glauben und nannte sich fortan Marija Fjodorowna (russisch Мария Фёдоровна). Ihre Hochzeit mit Alexander fand am 9. November 1866 in Sankt Petersburg statt. Das neuvermählte Paar zog in den Anitschkow-Palast in St. Petersburg, wo es die folgenden fünfzehn Jahre lebte.

Aus der Ehe gingen sechs Kinder hervor:

Durch ihre Hochzeit Gemahlin des Thronfolgers, wurde Maria Fjodorowna nach dem Tod ihres Schwiegervaters durch einen Bombenanschlag (13. März 1881) Zarin von Russland. Sie und ihr Gemahl wurden am 27. Mai 1883 im Kreml in Moskau gekrönt. Aufgrund von Befürchtungen um ihre Sicherheit zog die Familie kurze Zeit später in den Gattschina-Palast außerhalb St. Petersburgs um.

Den Heiratsabsichten ihres Sohnes und zukünftigen Kaisers Nikolaus mit Alix von Hessen-Darmstadt stand sie reserviert gegenüber. Nach dem Tod ihres Gemahls im Alter von nur 49 Jahren am 1. November 1894 und der Hochzeit Nikolaus' und Alexandras im selben Monat zog sie sich zurück in den Anitschkow-Palast.

Sie war weniger an Politik, dafür aber umso mehr an ihrer Familie und der Wohltätigkeit interessiert. Die einzige Ausnahme ihrer Zurückhaltung in politischen Angelegenheiten war das offene Demonstrieren ihrer heftigen Abneigung gegen Deutschland, nachdem der Erste Weltkrieg ausgebrochen war.

Rückkehr nach Dänemark[Bearbeiten]

Nach der russischen Revolution wurde Maria Fjodorowna 1919, auf die dringende Bitte ihrer Schwester Alexandra, von der Krim mit der HMS Marlborough (1912) in Sicherheit gebracht. Sie kehrte über England nach Dänemark zurück und ließ sich in der Sommerresidenz Hvidøre bei Kopenhagen nieder. Von dort aus finanzierte sie die Untersuchungen des Weißarmisten Nikolai Alexejewitsch Sokolow, der Nachforschungen über den Verbleib der Zarenfamilie nach der Oktoberrevolution unternahm. Obwohl Sokolow 1924 zu dem Schluss kam, dass Nikolaus II. tot sei, glaubte sie bis zu ihrem Tod fest daran, dass ihr Sohn Nikolaus noch lebte.

Sie starb am 13. Oktober 1928 und wurde in der Familiengruft der dänischen Könige im Dom zu Roskilde beigesetzt. Am 28. September 2006 erfolgte die Überführung ihrer Gebeine in die Familiengruft der Kaiserfamilie in der Peter-und-Paul-Kathedrale in Sankt Petersburg.

Literatur[Bearbeiten]

  • Coryne Hall: Little Mother of Russia: A Biography of Empress Marie Fedorovna (1847-1928). New York u.a. 2001, ISBN 978-0-8419-1421-6.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Maria Fjodorowna – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgängerin Amt Nachfolgerin
Maria Alexandrowna Kaiserin von Russland
1881–1894
Alexandra Fjodorowna