Das Haus in Montevideo (1963)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Originaltitel Das Haus in Montevideo
Das Haus in Montevideo 1963 Logo 001.svg
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1963
Länge 118 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Helmut Käutner
Drehbuch Helmut Käutner
Produktion Hans Domnick
Musik Franz Grothe
Kamera Günther Anders
Schnitt Klaus Dudenhöfer
Besetzung

Das Haus in Montevideo ist die zweite Verfilmung des gleichnamigen Bühnenstückes von Curt Goetz.

Handlung[Bearbeiten]

Der untadelige Professor Traugott Hermann Nägler lebt mit seiner Frau Marianne und seinen zwölf (nach Figuren von Richard Wagner benannten) Kindern in einer spießbürgerlichen Kleinstadtidylle.

Als die älteste Tochter Atlanta von Näglers verstorbener Schwester ein Haus in Montevideo erbt, ist der moralisch integre Professor zunächst gar nicht erbaut – war seine Schwester doch das schwarze Schaf der Familie. Doch gemeinsam mit Pastor Kiesling, einem Freund der Familie, gelingt es Atlanta, ihren Vater zur Reise nach Montevideo zu überreden, damit sie die Erbschaft antreten kann.

In Montevideo geraten die Moralvorstellungen Näglers vollends ins Wanken, als der Vater erkennt, was für ein Etablissement sich in dem Haus der Toten verbirgt. Allerdings ist mit der Erbschaft auch ein Betrag von 225.000 Silberpesos verbunden, der den Professor mit dem Lebenswandel seiner Schwester versöhnt. Doch an die Erbschaft ist eine Bedingung gebunden: In Näglers Familie muss sich innerhalb einer bestimmten Frist die gleiche moralische Entgleisung ereignen, für die er einst über seiner Schwester den Stab gebrochen hatte. Letzten Endes kommt ihm ein Zufall zur Hilfe.

Hintergrund[Bearbeiten]

Während für die erste Verfilmung (1951) noch Goetz selbst Regie, Drehbuch und Hauptrolle übernahm, inszenierte zwölf Jahre später Helmut Käutner eine Neuverfilmung mit Heinz Rühmann als sittenstrengem Professor Nägler. Rühmann zögerte zunächst, die Rolle zu übernehmen, die bereits der inzwischen verstorbene und von ihm hochgeschätzte Autor Goetz verkörpert hatte. Er konnte aber durch einen Brief seiner Witwe Valérie von Martens umgestimmt werden, der zufolge Goetz sich Rühmann als Hauptdarsteller für seine Stücke ausdrücklich gewünscht hatte.[1] In den Folgejahren spielte er noch in zwei weiteren Curt-Goetz-Neuverfilmungen die Hauptrolle: in Dr. med. Hiob Prätorius und Hokuspokus oder: Wie lasse ich meinen Mann verschwinden...? (1966).[2] Die Uraufführung war am 17. Oktober 1963 im Theater am Kröpcke in Hannover.[3]

Kritiken[Bearbeiten]

Obwohl der Film ein großer Publikumserfolg wurde, waren die Kritiken verhalten, so z.B.

  • Lexikon des Internationalen Films: Aufwendige Neuverfilmung der Curt-Goetz-Komödie durch Helmut Käutner, der die Pointen der Vorlage (und der Goetzschen Eigenverfilmung in Schwarz-weiß, 1951) vergröbert oder überspielen läßt: Aus dem Praliné wurde ein Himbeerbonbon.
  • Die Filmbewertungsstelle Wiesbaden verlieh der Produktion (wie auch der ersten Verfilmung von Curt Goetz) das Prädikat wertvoll.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Curt Goetz: Das Haus in Montevideo oder Traugotts Versuchung. Eine Komödie im alten Stil über Moral, Versuchung und Belohnung der Tugend in vier Akten. Engelhorn, Stuttgart 1988, ISBN 3-87203-045-0
  • Gregor Ball, Eberhard Spiess, Joe Hembus (Hrsg.): Heinz Rühmann und seine Filme. Goldmann, München 1985, ISBN 3-442-10213-8

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. Rühmann, Heinz: Das war's - Erinnerungen, Ullstein Verlag, 1. Aufl., Berlin, Frankfurt/M., Wien 1982, S. 202.
  2. Vgl. Görtz, Hans Josef/Sarkowicz, Hans: Heinz Rühmann, 1902-1994: der Schauspieler und sein Jahrhundert, Verlag C. H. Beck, 1. Aufl., München 2001, ISBN 3-406-48163-9, S. 309.
  3. Vgl. Rühmann, Heinz: Das war's - Erinnerungen, Ullstein Verlag, 1. Aufl., Berlin, Frankfurt/M., Wien 1982, S. 298.