Ludwig II. (1955)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ludwig II., auch Ludwig II. – Glanz und Ende eines Königs (Erstaufführungstitel) und Ludwig II. – Glanz und Elend eines Königs, ist ein deutscher Historienfilm aus dem Jahr 1955 von Regisseur Helmut Käutner. Er basiert auf einer Erzählung von Kadidja Wedekind und hat das Leben von König Ludwig II. von Bayern zum Thema. Uraufführung war am 14. Januar 1955 in München, am 28. Januar 1955 in West-Berlin.

Handlung[Bearbeiten]

Nach dem Leichenzug für den toten König Ludwig II. von Bayern wird in Rückblenden das Leben des Monarchen erzählt. Schon kurz nach der Thronbesteigung wird dem König klar, dass er seine idealistischen politischen Ambitionen nicht verwirklichen kann. Gekränkt wendet er sich von seinen Regierungsgeschäften ab und widmet sich seinem eigentlichen Steckenpferd, der Kunst. Für sein geplantes Königreich der Musen holt er den Komponisten Richard Wagner nach München. Die königliche Förderung ist großzügig, aber Wagner nutzt sie weidlich aus. Der Musiker wird auf Drängen des Kabinetts entlassen. Ludwig ergeht sich in Planung und Ausstattung von Märchenschlössern wie Linderhof, Neuschwanstein und Herrenchiemsee. Der Vorwurf der Maßlosigkeit interessiert ihn nicht.

Der König lehnt ab, den deutschen Kronprinzen zu empfangen. Die Pflege für seinen kranken Bruder Prinz Otto ist ihm wichtiger. König Ludwig vereinsamt immer mehr. Auch seine Jugendfreundin Sisi, die Kaiserin Elisabeth von Österreich, kann ihm nicht helfen, ebenso wenig deren Schwester Prinzessin Sophie.

Die Kaiserin steht zum König, auch als er wie Otto dem Wahn verfällt. Das Kabinett beschließt, König Ludwig zu entmündigen und auf Schloss Berg am Starnberger See unterzubringen. Der erste Versuch scheitert, beim zweiten Mal ergibt er sich in sein Schicksal.

Auf Schloss Berg lebt er unter der Aufsicht des Psychiaters Prof. Dr. Gudden. Er bekommt einen eingeschmuggelten Brief Sisis, der ihn zur Flucht verleitet. Bei seinem Fluchtversuch erwürgt er den ihn verfolgenden Gudden und sucht dann im See den Tod. Der Film endet, indem Sisi eine Rose auf Ludwigs Sarg legt und ihn um Verzeihung bittet.

Hintergrund[Bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten]

  • Lexikon des Internationalen Films: „Nur durch die starke Darstellung der Titelrolle kommt der zuweilen kitschige Film über das Niveau einer Gartenlaubengeschichte mit unfreiwilliger Komik hinaus.“ [1]
  • Julia Stoll: „'Ludwig II.' ist ein weiss-blaues Märchen, der Kostümfilm hält einen weiten Abstand von der Brisanz des Stoffes. O.W. Fischers emotionales Spiel lässt uns das Leben des Märchenkönigs hautnah miterleben und gestaltet die Einsamkeit dieses Träumers sehr eindringlich.“ [2]
  • Heyne Filmlexikon (1996): „Wegen seiner idealisierenden und ein wenig pathetischen Form zunächst unterschätztes Porträt des bayerischen Märchenkönigs, das die inszenatorischen Fähigkeiten Käutners beweist.“
  • Claudius Seidl in Der deutsche Film der fünfziger Jahre (1987), S. 146: „Das ist die besondere Qualität von Käutners Film: Er hat keine Theorie, woran Ludwig erkrankte, was die Ursache für seinen Schwermut war. Käutner nähert sich dem Bayernkönig fragend, nicht argumentierend. Sein Film ist nach allen Seiten offen, verurteilt weder Ludwig, noch jene, die ihn nicht verstehen konnten.“

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Quellen, Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Lexikon des internationalen Films“ (CD-ROM-Ausgabe), Systhema, München 1997 /
  2. http://www.filmreporter.de/?text=8779

Weblinks[Bearbeiten]