Der Pferdeflüsterer

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Filmdaten
Deutscher Titel Der Pferdeflüsterer
Originaltitel The Horse Whisperer
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1998
Länge 170 Minuten
Altersfreigabe FSK 6
Stab
Regie Robert Redford
Drehbuch Eric Roth und Richard LaGravenese
Produktion Patrick Markey, Robert Redford
Musik Thomas Newman
Kamera Robert Richardson
Schnitt Hank Corwin, Freeman A. Davies, Tom Rolf
Besetzung

Der Pferdeflüsterer (Originaltitel: The Horse Whisperer) ist ein US-amerikanischer Spielfilm aus dem Jahr 1998 mit Robert Redford, der auch Regie führte, und Kristin Scott Thomas. Er basiert auf dem gleichnamigen Roman von Nicholas Evans.

Handlung[Bearbeiten]

In aller Frühe an einem schönen Wintermorgen satteln die dreizehnjährige Grace MacLean und ihre Freundin Judith ihre Pferde, reiten hinaus in die Dämmerung und genießen die glitzernde Schneelandschaft. Beim Überqueren eines Berges verlieren die Pferde an einer vereisten Stelle plötzlich den Halt und rutschen einen Abhang hinunter auf eine Straße. Die beiden Mädchen können einem herannahenden Truck nicht mehr ausweichen und kollidieren mit dem riesigen Fahrzeug. Judith und ihr Pferd werden sofort getötet, Grace und ihr Pferd Pilgrim überleben schwer verletzt. Grace verliert ein Bein und ist seit dem Unfall, genau wie Pilgrim, schwer traumatisiert. Das Pferd duldet keine menschliche Annäherung mehr, was Grace psychisch in ein noch tieferes Loch fallen lässt. Ihrer Mutter Annie wird nahegelegt, Pilgrim einschläfern zu lassen.

Annie MacLean, eine sehr erfolgreiche Zeitschriftenredakteurin, ist mit der neuen Situation im Grunde überfordert, packt das Problem jedoch beherzt an. Um ihrer deprimierten Tochter wieder neuen Lebensmut zu schenken, weigert sie sich, Pilgrim einfach aufzugeben, sondern macht sich, entschlossen und intensiv wie bei einer ihrer beruflichen Recherchen, auf die Suche nach Lösungsmöglichkeiten. Als sie von dem Pferdeflüsterer Tom Booker in Montana hört, nimmt sie Kontakt zu ihm auf und bittet ihn, nach New York zu kommen und sich Pilgrim anzusehen. Der lehnt zunächst jedoch ab, obwohl die Auftraggeberin für alle Kosten einschließlich Flug und Unterkunft aufkommen will.

In ihrer Verzweiflung packt Annie kurzerhand ihre Tochter in ihr Auto und Pilgrim in einen Anhänger und fährt mit ihnen den weiten Weg quer über den Kontinent nach Westen zu Tom Bookers Ranch. Dieser erklärt sich, nachdem er Pferd und Tochter in Augenschein genommen und die Dringlichkeit des Falles eingesehen hat, schließlich doch noch bereit, mit dem Tier zu arbeiten, auch wenn er Annie und Grace wenig Hoffnung macht.

Mit der Zeit entwickelt Pilgrim Vertrauen zu Tom Booker. Doch die eigentliche Herausforderung für den raubeinigen Rancher besteht darin, das Mädchen Grace aus ihrer Depression und ihrem pubertären Schneckenhaus herauszuholen. Denn nur mit Graces Hilfe, so macht er ihr psychologisch geschickt klar, kann das Pferd wieder gesund werden.

Da die Therapie viel Zeit und Geduld erfordert, verbringen Annie und Grace bei Booker einen ganzen Sommer, in dem letztlich nicht nur Pilgrim geheilt wird, sondern sich auch Mutter und Tochter allmählich ändern. Grace findet in Toms Neffen einen neuen Freund, Annie verliert durch ihre lange Abwesenheit von Manhattan ihren lukrativen Job, lernt statt der hektischen Großstadt die Vorzüge des stillen Landlebens schätzen und verliebt sich in Tom. Es bleibt jedoch bei ein paar sehnsüchtigen Blicken, einem erotischen Tanz auf dem Dorffest und einem einzigen langen Kuss. Obwohl Annie zu einem Seitensprung (und mehr) durchaus bereit wäre, ist Tom, der schon eine gescheiterte Ehe mit einer Städterin hinter sich hat, abgeklärt und vernünftig genug, Annies Ehe nicht zu zerstören, sondern auch sie als Genesende zurück zu ihrem Mann Robert nach New York zu schicken.

Kritik[Bearbeiten]

Kritiker des Films nennen ihn zu idyllisch, zu kulturpessimistisch, zu ideologisch befrachtet. Daher das negative Resümee des Lexikons des internationalen Films:

„Ein Film von großer Bildschönheit und mit ausgezeichneten Darstellern, der in seiner filmischen Sympathieerklärung für eine literarische Soap Opera letztlich aber in gutgemeinten Ansätzen steckenbleibt.“

Bemängelt wird außerdem die allzu epische Überlänge des Melodrams (fast drei Stunden), die nicht ohne Redundanz auskomme.

Leser der Romanvorlage zeigen sich enttäuscht, dass der Film die zahlreichen sexuellen Akzente des Buches weitgehend vernachlässige und daher unnatürlich asexuell daherkomme.

Soundtrack[Bearbeiten]

Aufnahmen verschiedener Stars der Country- und Alternative Country-Szene wie Don Edwards, Dwight Yoakam, Allison Moorer, Lucinda Williams, The Mavericks, Gillian Welch, Steve Earle und andere.

Hintergrund[Bearbeiten]

Einerseits heißt es, die Figur Tom Bookers sei nach dem wohl bekanntesten „realen“ Pferdeflüsterer Monty Roberts gezeichnet. Seine Lehre beruht auf der gewaltfreien Kommunikation in einer den Tieren verständlichen Körpersprache. Er reitet nicht nur junge Pferde ein, sondern hilft auch Problempferden, ihre Ängste zu überwinden. Auch wenn es zahlreiche Parallelen zwischen seiner Arbeit und dem Film gibt, verneint andererseits der Autor der Romanvorlage, Nicholas Evans, dass Monty Roberts die Vorlage für die Romanfigur gewesen sei.[1] Nach Nicholas Evans orientierte sich die Hauptfigur des Films an Tom Dorrance, Ray Hunt und besonders Buck Brannaman.

Obwohl es sich bei dem Roman um eine erfundene Geschichte handelt, sagte Evans selber:

"Andere wurden fälschlicherweise als Inspiration für die Figur des Tom Booker in der Pferdeflüsterer gehalten. Der Einzige der mich wirklich inspiriert hat, war Buck Brannaman. Sein Geschick, Verständnis und seine sanfte, liebevolle Art haben die Wolken für unzählige unruhigen Wesen geteilt. Buck ist der Zen-Meister der Pferde." [2]

Er ist auch der leitende Berater bei den Filmaufnahmen mit den Pferden gewesen und doubelte auch teilweise Robert Redford im Film.[3]

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Der Song A Soft Place To Fall von Allison Moorer und Gwil Owen wurde 1999 für den Oscar nominiert.
  • Der Film gewann die Goldene Leinwand und wurde mit dem Bogey Award in Silber ausgezeichnet.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. About Nicholas Evans – FAQ
  2. Daily Lit Review of Believe
  3. Interview mit Robert Redford in Buck the film.