Die rechte und die linke Hand des Teufels

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Filmdaten
Deutscher Titel Die rechte und die linke Hand des Teufels
Originaltitel Lo chiamavano Trinità
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Produktionsland Italien
Erscheinungsjahr 1970
Länge 110 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Enzo Barboni
Drehbuch E. B. Clucher
Gene Luotto
Produktion Italo Zingarelli
Musik Franco Micalizzi
Kamera Aldo Giordani
Schnitt Giampiero Giunti
Besetzung
Synchronisation

Die rechte und die linke Hand des Teufels (Originaltitel: Lo chiamavano Trinità), ist eine italienische Westernkomödie aus dem Jahr 1970 von E. B. Clucher und spielt etwa im Jahre 1895. Nach den harten Italowestern der 1960er Jahre war dies der erste Western von Bud Spencer und Terence Hill, der als Komödie konzipiert war und seine Komik großteils aus flotten Sprüchen und Prügeleien bezog (Prügelwestern). Insoweit kann er als Ursprung der typischen Spencer/Hill-Filme der 1970er und frühen 1980er Jahre gelten, deren Erfolg sich gerade auf diese beiden Komponenten gründete. Der Film startete am 2. März 1971 in den bundesdeutschen Kinos.

Inhalt[Bearbeiten]

Der müde Joe, der wegen seines geschickten Umgangs mit dem Revolver als die rechte Hand des Teufels bekannt ist, trifft in einem kleinen Städtchen im Südwesten ein. Dort gibt sich sein Bruder, der Kleine oder auch die linke Hand des Teufels genannt, als Sheriff aus, da er glaubt, den richtigen Sheriff erschossen zu haben. So nutzt der Kleine das Städtchen als Versteck, um auf seine Freunde zu warten, mit denen er einen großen Überfall plant.

In der Stadt herrscht aber ein Konflikt zwischen dem skrupellosen Major, einem Viehbaron, und den dort neu siedelnden Mormonen. Schon bald mischt sich der idealistische Joe in den Streit ein, verliebt sich in zwei hübsche Mormonenmädchen und beschließt, bei den Siedlern zu bleiben und die Mädchen zu heiraten. Er überredet den eher schwerfällig denkenden Kleinen, mit ihm den Major und seine Kumpane zu vertreiben. Als die zwei Freunde des Kleinen auftauchen, beginnen die Vier gemeinsam damit, die Mormonen für die Auseinandersetzung mit dem herannahenden Major und seinen Gehilfen auszubilden. Bei dessen Eintreffen endet alles in einer riesigen Massenprügelei, bei der sich Joe und der Kleine besonders hervortun.

Als Joe erfährt, dass sein Verbleiben bei den Mormonen mit dauerhaft harter Arbeit verbunden wäre, zieht er es vor, kurzerhand zu verschwinden und folgt seinem Bruder und dessen Freunden – ohne deren Einverständnis – nach Kalifornien.

In Vier Fäuste für ein Halleluja wird die Handlung unmittelbar fortgesetzt.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  • In diesem Film ist erstmals das Gimmick der von Terence Hill verkörperten Charaktere zu sehen, bei den Prügeleien gerne diverse Hilfsmittel wie Pfannen oder Ruten einzusetzen.
  • Einige der Schurkendarsteller tauchen später in zahlreichen weiteren Spencer/Hill-Filmen auf, ebenfalls als Schurken.
  • Bekannt aus diesem Film ist die gepfiffene Titelmelodie von Franco Micalizzi. Diese wird von Quentin Tarantino auch in der Schlusssequenz des Films Django Unchained verwendet.
  • Im Film gibt es, wie bei Spencer/Hill-Filmen üblich, zahlreiche Running Gags, beispielsweise den mexikanischen Bandenchef Mezcal, der ständig von Bud verprügelt wird.
  • Ein ständiger Widersacher der Spencer/Hill-Filme trägt den Namen Riccardo Pizzuti und taucht hier als die Figur des Jeff auf. Obwohl er so gut wie keinem mit Namen bekannt ist, ist er die bekannteste Prügel-Figur der Spencer/Hill-Filme.
  • Das Kind, das Terence Hill mit dem Revolver kitzelt, als er mit den Siedlern am Tisch sitzt, ist sein Sohn.

Das Filmlied Trinity interpretiert Annibale mit I Cantori Moderni. Der Soundtrack erschien auf LP und CD.[1]

Das Einspielergebnis allein in Italien betrug mehr als 1,2 Milliarden Lire.[2]

Synchronisation[Bearbeiten]

Schreibweise auf dem Plakat der Wiederaufführung

Die deutsche Synchronbearbeitung fertigte 1971 die Aventin-Film an. Das Dialogbuch verfasste Horst Sommer, der auch Synchronregie führte.[3]

Rolle Darsteller Synchronsprecher
Der müde Joe Terence Hill Hartmut Reck
Der Kleine Bud Spencer Wolfgang Hess
Der Major Farley Granger Michael Cramer
Jonathan Steffen Zacharias Ulrich Folkmar
Tobias Dan Sturkie Wolfgang Amerbacher
Mezcal Remo Capitani Bruno W. Pantel

Kritiken[Bearbeiten]

Das Lexikon des Internationalen Films stellt fest, dass diese „Parodie auf den Italo-Western mit dem Erfolgs-Duo Spencer/Hill, das mit diesem recht grob gestrickten Filmspaß endgültig den „komischen“ Western durchsetzte.“[4]. Auch Joe Hembus bemerkte, dass Hill und Spencer hiermit endgültig „die Laurel und Hardy des Italo-Western und das größte Erfolgsgespann des Spaß-Western, viel nachgeahmt, in Qualität und Wirkung nie erreicht,“ wurden.[5] Francesco Mininni bemerkt, dass Regisseur Barboni gar keinen komischen Western im Sinn hatte, aber zum Glück auf seine Schauspieler hörte und somit dieser immer lustige Film zustande kam.[6]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Filmmusik bei SoundtrackCorner
  2. Roberto Poppi, Mario Pecorari: Dizionario del Cinema Italiano. I Film vol. 4, tomo 1, A-L. Rom, Gremese 1996. S. 415/416
  3. Thomas Bräutigam: Stars und ihre deutschen Stimmen. Lexikon der Synchronsprecher. Schüren, Marburg 2009, ISBN 978-3-89472-627-0, CD-ROM
  4. Die rechte und die linke Hand des Teufels im Lexikon des Internationalen Films
  5. Joe Hembus: Das Western-Lexikon - 1567 Filme von 1894 bis heute; erweiterte Neuausgabe von Benjamin Hembus; Heyne, München 1995, ISBN 3-453-08121-8. S. 599/501
  6. Francesco Mininni, in: Magazine italiano TV.