Dienstweg

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Dienstweg im Bahnhof Riedstadt-Goddelau über eine Bahnanlage. Die Beschäftigten werden durch zwei Drehkreuze an beiden Seiten vor den Gefahren aus dem Bahnbetrieb geschützt.

Der Begriff Dienstweg bezeichnet eine in Dienststellen geltende Verfahrensregelung, wonach bei der Klärung dienstlicher Angelegenheiten (zum Beispiel von Beschwerden oder Wünschen) eine bestimmte Reihenfolge eingehalten werden muss, in der die jeweils zuständigen Vorgesetzten oder übergeordneten Dienststellen angesprochen werden. Auch kann z. B. ein Beamter nicht ohne weiteres einen Kollegen gleicher Ranghöhe in einer anderen Abteilung direkt ansprechen bzw. ihm dienstlich etwas mitteilen. In der Regel ist der Weg über die Vorgesetzten dieser Dienststellen zu wählen.

Der Vorteil des Dienstwegs besteht in der Transparenz des Verfahrens und der klaren Kompetenzzuweisung an die im Dienstweg enthaltenen Stufen. Nachteilig wirkt sich dagegen in der Praxis die damit automatisch verbundene Kompetenzbeschränkung der auf einer bestimmten Stufe jeweils Handelnden aus, die sich bei ihren Entscheidungen auf den ihnen gesetzten Kompetenzrahmen zurückziehen können, ohne eventuell damit verbundene übergeordnete Konsequenzen beachten zu müssen, da sie hierfür „nicht zuständig“ sind. Ebenso nachteilig wirken sich vielfach gestufte Dienstwege auf eine schnelle Entscheidungsfindung und die generelle Geschwindigkeit der Aufgabenerledigung aus. Informelle Kanäle spielen bei Projekten unter Zeitdruck gerade in der öffentlichen Verwaltung und im Militär daher eine kaum zu überschätzende Rolle, wobei der Dienstweg nach Ende der informellen Absprachen lediglich noch zur Wahrung der formellen Rechtmäßigkeit des Verwaltungshandelns Anwendung findet. Veranschaulicht wird diese Problematik unter der verbreiteten Ironie: „Will man Käse, muss man Milch auf dem Dienstweg verschicken“.

Dienstwege finden sich vor allem in bürokratischen, hierarchisch ausgerichteten Institutionen (besonders ausgeprägt beim Militär) und werden durch Dienstvorschriften, manchmal auch durch Gesetze verbindlich geregelt.

Umgehungen des Dienstweges (sie können gegebenenfalls auch geahndet werden) sind nicht selten. Diese unbürokratischen, informellen Wege werden im Behördenjargon und auch allgemeinsprachlich Kleiner Dienstweg oder Kurzer Dienstweg genannt. Der Begriff kann deskriptiv oder euphemistisch verwendet und/oder rezipiert werden.

Zweite Wortbedeutung[Bearbeiten]

Aber auch im wörtlichen Sinn ist der Begriff gebräuchlich; in den Reisekostenordnungen von Behörden oder Ämtern können auch zu Fuß zurückgelegte Strecken (Dienstgänge, Dienstwege) eigens geregelt werden. Der Dienstweg wird hier oft im Gegensatz zur Dienstreise als dienstlich veranlasster Weg definiert, der innerhalb des Stadtgebiets bewältigt wird (oder innerhalb eines Tages, also ohne Übernachtung, absolviert werden kann). Ein Unfall auf einem solchen Dienstweg begründet eine Haftungstragung des Dienstherrn (Dienstunfall). Gleiches gilt für sogenannte Fiskalfahrten mit Dienstkraftfahrzeugen.

Bei der Deutschen Reichsbahn bezeichnete er die Wege von und zum Dienst, die die Mitarbeiter benutzen mussten, um gefahrlos ihr Ziel zu erreichen (Arbeitsschutz). Auch heute werden in der Eisenbahnbranche umgangssprachlich Wege vom und zum Arbeitsplatz „Dienstweg“ genannt. Oft führen diese Dienstwege auch über Bahnanlagen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Dienstweg – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen