Dirk Bogarde

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Bogarde mit Jane Birkin beim Cannes Film Festival (1990)

Sir Dirk Bogarde (* 28. März 1921 in Hampstead, London, England; † 8. Mai 1999 ebenda; eigentlich Derek Jules Gaspard Ulric Niven van den Bogaerde) war ein britischer Schauspieler und Schriftsteller.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Bogarde war der Sohn eines Layoutredakteurs niederländischer Abstammung (bei der britischen Zeitung Times) und einer schottischen Schauspielerin. Er begann seine Laufbahn am Theater als Bühnenbildner in London. Nebenbei studierte er Schauspiel. Seine Karriere als Schauspieler begann 1939. Während des Zweiten Weltkrieges diente Bogarde als Nachrichtendienstoffizier im Fernen Osten und in Europa. Als das einschneidendste Erlebnis seiner Militärzeit nannte Bogarde später die Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen. Die Erinnerung an das „Inferno“ des Konzentrationslagers habe ihn für den Rest seines Lebens geprägt.[1]

Wieder in England, begann er 1945 eine Filmkarriere und spielte zahlreiche sehr unterschiedliche Rollen während der 1950er-Jahre. Populär wurde er durch seine Rolle des Arztes Simon Sparrow (in der deutschen Version Dr. Herbert Sperling) in einer Reihe von britischen Kinofilmen. Mit der Darstellung eines homosexuellen Anwalts in dem Kriminalfilm Victim (Der Teufelskreis, 1961) gelang ihm endgültig der Durchbruch ins Charakterfach. Dieser Thriller handelt von einem homosexuellen Juristen, der sich gegen eine Erpresserbande zur Wehr setzt, die seinen Freund in den Selbstmord getrieben hat. Es ist der erste britische Film, der sich mit dem Thema Homosexualität auf eine mitfühlende Weise auseinandersetzt. Victim führte kurzfristig zu einem Skandal, förderte aber längerfristig den Umschwung der öffentlichen Meinung zugunsten einer Entkriminalisierung von homosexuellen Handlungen in Großbritannien. [2] Während er in Hollywood nie Fuß fassen konnte, avancierte er zu einem angesehenen Schauspieler in Europa, der mit den wichtigsten Filmemachern der 1960er- und 1970er-Jahre zusammenarbeitete. Seine vielschichtigen Darstellungen neurotischer und zwiespältiger Charaktere begeisterten sowohl Publikum als auch Kritiker. Gepriesen wird seine Darstellung des Dieners Hugo Barett in Loseys Pinter-Verfilmung The Servant (Der Diener, 1963). Beeindruckend ist Bogardes Darstellung eines Taugenichts im Drama Our Mother's House (Jede Nacht um neun, 1967), der den verwaisten Kindern vorgaukelt, er sei ihr heimgekehrter Vater. Als seine wichtigste Produktion gilt Tod in Venedig nach der gleichnamigen Novelle von Thomas Mann in der Regie von Luchino Visconti.

Im Widerspruch zu seiner bewussten Wahl von homosexuellen Charakterrollen (Der Teufelskreis, Tod in Venedig), wahrte Bogarde sein Privatleben „wie eine Bulldogge“.[3] Anfang der 70er-Jahre zog sich Bogarde mit seinem Manager und langjährigen Lebensgefährten Anthony Forwood [4] für fast 20 Jahre in sein provenzalisches Landhaus nach Südfrankreich zurück. Er nahm nur noch selten Filmangebote an und begann Bücher zu schreiben. Gleichsam in einer zweiten Karriere erschienen zwischen 1977 und dem Jahr seines Todes 15 Bücher von Bogarde, darunter vier autobiografische, zwei Romane und eine Sammlung journalistischer Arbeiten.[5]

Ende der 80er-Jahre zog Bogarde nach London, nachdem Forwood 1988 einem Krebsleiden erlegen war. Er widmete sich hauptsächlich seinem Privatleben, engagierte sich aber auch in öffentlichen Fragen wie etwa der Sterbehilfe.[6] 1992 wurde er von der britischen Königin geadelt und durfte sich fortan Sir Dirk Bogarde nennen. Nach einem Schlaganfall im Frühsommer 1998 war er auf einen Rollstuhl angewiesen; kaum ein Jahr später starb er 1999 im Alter von 78 Jahren an den Folgen eines Herzanfalls.

[Bearbeiten] Filme

[Bearbeiten] Film nach Vorlage von Dirk Bogarde

  • 1992 – Stimmen im Garten (Voices in the garden) – Regie: Pierre Boutron

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. ^ Vgl. John Carey, "Ever, Dirk: The Bogarde Letters selected and edited by John Coldstream," The Sunday Times August 10 2008: p.2.# ^ Vgl. John Coldstream, Dirk Bogarde: The Authorised Biography, (London: Pheonix, 2005), pp.20-21.gl
  2. [1]
  3. [2]
  4. [3]
  5. vgl. Author of books in der NNDB
  6. [4]
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