Jane Birkin

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Birkin im Jahr 1985

Jane Mallory Birkin (* 14. Dezember 1946 in London) ist eine britische Schauspielerin und Sängerin. Sie lebt seit Ende der 1960er Jahre in der Bretagne in der Nähe von Saint-Pabu.

Birkin ist die Tochter von Lieutenant-Commander David Birkin und der Schauspielerin Judy Campbell. Birkins Bruder ist der britische Regisseur und Drehbuchschreiber Andrew Birkin.

Birkin war die Ehefrau des Komponisten John Barry und des Sängers, Komponisten, Autors und Regisseurs Serge Gainsbourg sowie Lebensgefährtin des Regisseurs Jacques Doillon. Jeder von ihnen wurde Vater einer ihrer Töchter (Kate Barry, Charlotte Gainsbourg und Lou Doillon).

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben und Werk

Den internationalen Durchbruch schaffte Birkin in ihrer Rolle als Fotomodell in Michelangelo Antonionis Kultfilm Blow Up. Der Film erhielt die Goldene Palme bei den Filmfestspielen in Cannes.

Während der Dreharbeiten zu Slogan lernte sie Serge Gainsbourg kennen. Mit ihm zusammen interpretierte sie 1969 den von Gainsbourg verfassten Titel Je t’aime … moi non plus, den dieser ursprünglich mit Brigitte Bardot eingesungen, aber auf deren Bitte nicht veröffentlicht hatte.[1] Das Lied stand zeitweise auf dem Index bei einigen Radiosendern, weil Text und Beischlafgeräusche der Aufnahme von einem Teil der Programmmacher und Hörer als anstößig empfunden wurden. Die Aufnahme verkaufte sich – vermutlich auch deshalb – innerhalb weniger Monate über eine Million Mal und machte das Paar international bekannt.

Birkin mit ihrer Tochter Charlotte Gainsbourg (2010)

Gainsbourg und Birkin produzierten anschließend zwölf Jahre lang solo und gemeinsam Musik. Sie hat an Gainsbourgs Album L’histoire de Melody Nelson (1971) und dessen surrealistischer Verfilmung mitgewirkt.[2] Birkin spielte in zahlreichen Kinofilmen und erwarb sich dabei einen Ruf als seriöse Schauspielerin. 1981 verließ Birkin ihren langjährigen Partner Gainsbourg, den sie 1968 beim Dreh von Slogan kennengelernt hatte.[3]

Ihr neuer Partner, der Regisseur Jacques Doillon, verhalf ihr während der 1980er Jahre zu einigen wichtigen Rollen, mit denen sie ihre Glaubwürdigkeit als seriöse Schauspielerin festigen konnte.

Serge Gainsbourg widmete Jane Birkin 1990 sein letztes Album Amours des feintes. Nach dem Tod Gainsbourgs im Jahre 1991 beschloss Birkin, ihre musikalische Karriere zu beenden. Seit 1998 veröffentlicht sie jedoch wieder eigene Musikaufnahmen, teilweise mit bekannten Künstlern wie dem Geiger Djamel Benyelles, Manu Chao, Brian Molko, Bryan Ferry und Beth Gibbons.

Birkin war Ehrengast der Viennale 2005. Ihr zu Ehren wurden während des Festivals einige ihrer Filme aufgeführt, so z. B. Je t’aime moi non plus, La Pirate und Daddy Nostalgie. Ihre fortwährende Popularität im deutschsprachigen Raum zeigt sich auch darin, dass ihr die Zeitschrift Brigitte Woman in der Ausgabe 4/2008 die Titelstory widmete.

Im März 2006 erschien ihr Album Fictions, auf dem sie erneut mit zeitgenössischen Musikern wie Beth Gibbons, Johnny Marr oder Rufus Wainwright zusammengearbeitet hat. Außerdem finden sich auf dem Album Coverversionen von Tom Waits (Alice), Neil Young (Harvest Moon) und Kate Bush (Mother Stands For Comfort).

[Bearbeiten] Die Birkin Bag

Das bekannte Pariser Modehaus Hermès benannte 1984 eine extra für Birkin entworfene Handtasche nach ihr. Zwei Jahre zuvor hatten sich Birkin und der damalige Vorstandsvorsitzende von Hermès, Jean Louis Dumas, während eines Fluges von New York nach Paris getroffen. Birkin, die an diesem Tag eine offene Basttasche trug, beschwerte sich bei Dumas, die klassische Kelly-Bag von Hermès sei zwar wunderschön aber viel zu klein. Noch während des Fluges begannen Dumas und Birkin, Handtaschenentwürfe auf eine Serviette zu kritzeln. Dumas gefielen Birkins Ideen und nach der Ankunft in Paris gab er seinen Designern die Order, das Modell zu entwickeln. Die erste Kollektion der „Birkin Bag“ erschien 1984.[4][5]

Die Birkin Bag ist – auch durch ihre Präsenz in Kultserien wie Sex and the City – zeitweise einer der begehrtesten Modeartikel geworden. Eine Tasche wurde – je nach Ausführung – zu Preisen von 5.000 bis 50.000 US-Dollar gehandelt. Die Wartezeit bei Neubestellung der handgefertigten Tasche beträgt mehrere Jahre.

[Bearbeiten] Filmografie (Auswahl)

Jane Birkin bei den 66. Filmfestspielen von Venedig 2009

[Bearbeiten] Diskografie (Auszug)

  • Di Doo Dah (1973)
  • Lolita Go Home (1975)
  • Ex Fan Des Sixties (1978)
  • Baby Alone In Babylone (1983)
  • Lost Song (1987)
  • Jane Au Bataclan (1987)
  • Amours Des Feintes (1990)
  • Integral Au Casino De Paris (1992)
  • Versions Jane (1996)
  • Integral A L'olympia (1996)
  • The Best Of (1998)
  • A la légère (1999)
  • Arabesque (2002) (Live-Album)
  • Rendez-vous (2004)
  • Fictions (2006)
  • Enfants d'Hiver (2008)

[Bearbeiten] Literatur

  • Crawford, Gabrielle: Jane Birkin. Bildband mit zahlreichen, meist farbigen Fotos, Planegg: Hannibal Verlag, 2005, ISBN 3-85445-260-8

[Bearbeiten] Quellen

  1. Je t’aime moi non plus auf der Website von arte.tv
  2. Faust, Edwin: Serge Gainsbourg - Histoire De Melody Nelson, Stylus Magazine, 1. September 2003. Abgerufen 30. Januar 2012.
  3. Tim Auld: Jane Birkin: marching to her own tune. In: The Telegraph, 13 Februar 2009. Abgerufen am 30 Januar 2012. 
  4. In the Bag. Time magazine (17. April 2007). Abgerufen am 30. Januar 2012.
  5. Annette C. Anton, Der Griff zur Tasche. München, 2005. S. 124f. ISBN 9783453350908

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Jane Birkin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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