ESTRACK
Unter dem Namen ESTRACK (ESA tracking stations) betreibt die europäische Raumfahrtbehörde ESA ein Netz von Funkstationen, die zur Kommunikation mit Satelliten und Raumsonden dienen. Durch weltweite Verteilung der Stationen ist gewährleistet, dass ein Raumflugkörper stets mit mindestens einer Station Funkverbindung aufnehmen kann.
Zu den Raumfahrtmissionen, die über das ESTRACK gesteuert werden, gehören beispielsweise Herschel/Planck, LISA Pathfinder, Gaia, BepiColombo und Venus Express.
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Bodenstationen [Bearbeiten]
ESTRACK besteht aus zehn Bodenstationen, die die Raumflugkörper mit dem Europäischen Raumflugkontrollzentrum (ESOC) in Darmstadt verbinden. Fünf Stationen befinden sich in Europa, zwei in Australien, zwei auf dem südamerikanischen Kontinent und eine in Afrika . Bei den Stationen New Norcia (DSA 1), Cebreros (DSA 2) und Malargüe (DSA 3) handelt es sich um Deep Space Antenna, 35m-Parabolantennen, mit denen eine Kommunikation zu weit entfernten Raumflugkörpern unabhängig von der Erdrotation jederzeit möglich ist.
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Lage der ESTRACK-Bodenstationen
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Afrika [Bearbeiten]
- Maspalomas (Gran Canaria), Spanien (27° 45′ 47″ N, 15° 38′ 2″ W27.763-15.634)
- Durchmesser: 15 m
- Frequenzbänder: S-Band (Senden und Empfang), X-Band (Empfang)
Australien [Bearbeiten]
- New Norcia, Australien (31° 2′ 53″ S, 116° 11′ 31″ O-31.048116.192)
- Durchmesser: 35 m (DSA 1)
- Gewicht: 580 t
- Frequenzbänder: S- und X-Band (Senden und Empfang)
- Perth, Australien (31° 48′ 11″ S, 115° 53′ 6″ O-31.803115.885)
- Durchmesser: 15 m
- Frequenzbänder: S-Band (Senden und Empfang), X-Band (Empfang)
Europa [Bearbeiten]
- Kiruna, Schweden (67° 51′ 25″ N, 20° 57′ 50″ O67.85720.964)
- Durchmesser: 13 und 15 Meter
- Frequenzbänder: S-Band (Senden und Empfang), X-Band (Empfang)
- Redu, Belgien (50° 0′ 11″ N, 5° 8′ 46″ O50.0035.146)
- Durchmesser: 15 m (Vier Antennen, davon die größte 15 m)
- Frequenzbänder: S-Band (Senden und Empfang)
- Cebreros, Spanien (40° 27′ 11″ N, 4° 22′ 5″ W40.453-4.368)
- Durchmesser: 35 m (DSA 2)
- Höhe: 40 m
- Gewicht: 540 t
- Frequenzbänder: X-Band (Senden und Empfang), Ka-Band (Empfang)
- Kosten: 30 Mio. EUR
- Villafranca del Castillo, Spanien (40° 26′ 24″ N, 3° 57′ 0″ W40.44-3.95)
- Durchmesser: 15 m (Fünf Antennen, davon die beiden größten 15m)
- Frequenzbänder: S- und X-Band (Senden und Empfang)
- Santa Maria (Azoren), Portugal (36° 59′ 49″ N, 25° 8′ 10″ W36.997-25.136)
- Frequenzbänder: S-Band und in naher Zukunft X-Band (Stand Januar 2008)
- Es ist die erste ESTRACK-Station, die vom Weltraumzentrum Guayana startende Raketen mit mittlerer Bahnneigung überwachen kann.
Südamerika [Bearbeiten]
- Kourou, Französisch-Guayana (5° 15′ 4″ N, 52° 48′ 18″ W5.251-52.805)
- Durchmesser: 15 m
- Frequenzbänder: S- und X-Band (Senden und Empfang)
- Malargüe, Argentinien (35° 46′ 34″ S, 69° 23′ 53″ W-35.776-69.398)
- Durchmesser: 35 m
- Frequenzbänder: X-Band (Senden und Empfang), Ka-Band (Empfang)
Kooperation [Bearbeiten]
Neben den eigenen Stationen nutzt die ESA auch Bodenstationen anderer Organisationen:
- Dongara Station in West-Australien (war zwischenzeitlich Ersatz für die Station in Perth)
- Santiago de Chile in Zusammenarbeit mit dem Raumforschungszentrum der Universität von Chile, betrieben durch SSC Chile
- South Point Station bei Kailua-Kona auf Hawaii, betrieben durch Universal Space Network
- Svalbard Station bei Longyearbyen, Spitzbergen, betrieben durch Kongsberg Satellite Services AS (KSAT)
- Troll Satellite Station in der Antarktis, betrieben durch KSAT
Dazu gibt es noch andere Kooperationen mit Stationen von nationalen Raumfahrorganisationen[1], z.B. nutzt die ESA auch die Bodenstation Weilheim des DLR.
Erweiterung [Bearbeiten]
Je höher der Antennengewinn der Bodenstationen, desto geringer der technische Aufwand für die Sende- und Empfangssysteme der Raumflugkörper. Dies äußert sich beispielsweise in geringerer Sendeleistung und Empfängerempfindlichkeit, was den Energiebedarf verringert. Außerdem vergrößert sich die Reichweite im Fall von interplanetarischen Missionen. Allerdings verkleinert sich mit zunehmendem Antennengewinn im Allgemeinen der Sichtbereich der Antenne, so dass mehr Aufwand für das sichere Auffinden des Satelliten am Himmel investiert werden muss.
Die US-amerikanische Raumfahrtbehörde NASA betreibt unter dem Namen Deep Space Network ein ähnliches Netz.