Eberau

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Eberau ist auch ein Ortsteil des Marktes Ebrach im Landkreis Bamberg, Bayern
Eberau
Wappen von Eberau
Eberau (Österreich)
Eberau
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Güssing
Kfz-Kennzeichen: GS
Fläche: 30,72 km²
Koordinaten: 47° 6′ N, 16° 28′ O47.10666666666716.460833333333215Koordinaten: 47° 6′ 24″ N, 16° 27′ 39″ O
Höhe: 215 m ü. A.
Einwohner: 952 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 31 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 7521, 7522
Gemeindekennziffer: 1 04 03
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptplatz 1
7521 Eberau
Website: www.eberau.at
Politik
Bürgermeister: Johann Weber (ÖVP)
Gemeinderat: (2007)
(15 Mitglieder)
11
4
11 
Von 15 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Eberau im Bezirk Güssing
Bildein Bocksdorf Burgauberg-Neudauberg Eberau Gerersdorf-Sulz Großmürbisch Güssing Güttenbach Hackerberg Heiligenbrunn Heugraben Inzenhof Kleinmürbisch Kukmirn Moschendorf Neuberg im Burgenland Neustift bei Güssing Olbendorf Ollersdorf im Burgenland Rauchwart Rohr im Burgenland Sankt Michael im Burgenland Stegersbach Stinatz Strem Tobaj Tschanigraben Wörterberg BurgenlandLage der Gemeinde Eberau im Bezirk Güssing (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Eberau (ungarisch: Monyorókerék, kroatisch: Eberava) ist eine Marktgemeinde im Bezirk Güssing, Burgenland, mit 952 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014), von denen ca. 4,5 % der Volksgruppe der Burgenland-Ungarn angehören.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Südburgenland.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende fünf Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Eberau (397)
  • Gaas (ung.: Pinkakertes, kroat.: Kerteš) (299)
  • Kroatisch Ehrensdorf (ung.: Horváthásos, kroat.: Hrvatski Hašaš) (86)
  • Kulm im Burgenland (ung.: Kólom, kroat.: Kulma) (143)
  • Winten (ung.: Pinkatófalu, kroat.: Faluba) (71)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Eberau, Gaas, Kroatisch Ehrensdorf, Kulm und Winten.

Geschichte[Bearbeiten]

1221 kam es zur ersten urkundlichen Erwähnung des ungarischen Ortsnamens von Eberau als Monyorókerék (Haselrund). Das Geschlecht der Ellerbacher errichtete um 1400 das Wasserschloss mit teilweise noch erhaltenen Wehranlagen. Mitte des 15. Jahrhunderts (1448) gab es erste Wochenmärkte in Eberau und 1465 folgte die erste urkundliche Erwähnung des deutschen Ortsnamens Eberau. Berthold II., der bekannteste Ellenbacher, unterschrieb die Urkunden als „Herr von Eberau“. Von 1587 bis 1590 hielt sich der Wanderbuchdrucker Johannes Manlius in Eberau auf. Aus seiner Werkstatt stammten die erste im Burgenland gedruckte Zeitung sowie das erste ungarische Arzt- und Heilbuch.

Durch die Benennung von Eberau als oppidum (lat. Stadt) erhielt der Ort das Marktrecht und wurde ein Wirtschaftsstandort (1615). In der Urkunde wird Eberau als Stadt bezeichnet, der Bürgermeister als Stadtrichter. 1664 spielte die Burg Eberau eine strategisch wichtige Rolle während der Türkenkriege und der Schlacht bei Szentgotthárd (Ungarn).

Ludwig Graf Erdödy gründete 1770 eine Freimaurerloge, die den Beinamen „Zum goldenen Hirschen“ führte (ab 1776 „Zum goldenen Rad“). Die Herrschaft Eberau hatte das Recht, über Leben und Tod ihrer Untertanen zu entscheiden (ius gladii). Die letzte Hinrichtung wurde 1830 bei den „Galgenstauden“ vollzogen. Als Zeichen, dass es früher eine eigene grundherrliche Gerichtsbarkeit gegeben hat, steht heute noch auf dem Hauptplatz der Pranger.

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Monyorókerék verwendet werden. Nach Ende des ersten Weltkriegs wurde 1919 nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

Durch das Gemeindestrukturverbesserungsgesetz (1971) kam es zu einem Zusammenschluss der Gemeinden Eberau, Gaas, Kroatisch-Ehrensdorf, Kulm, Oberbildein, Unterbildein und Winten zur Großgemeinde Eberau. 1993 trennten sich die Orte Oberbildein und Unterbildein von Eberau ab und wurden zur Gemeinde Bildein. Im selben Jahr kam es zur Wiederverleihung des Rechtes zur Führung der Bezeichnung Marktgemeinde sowie zur Führung des Gemeindewappens.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Politik[Bearbeiten]

Gemeinderatswahl
 %
80
70
60
50
40
30
20
10
0
70,56 %
(-2,66 %p)
29,44 %
(+2,66 %p)
2007

2012


Bürgermeister ist Johann Weber von der ÖVP.

Die Mandatsverteilung (19 Sitze) in der Gemeindevertretung ist ÖVP 12, SPÖ 7, FPÖ 0, Grüne 0 und andere Listen 0 Mandate.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Eberau

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gerald Schlag: Die Freimaurerloge „Zum Goldenen Rad“ in Eberau 1775–1786. In: Burgenländische Heimatblätter. Nr. 66, Eisenstadt 2004, S. 94–115
  • Karl Ulbrich: Die mittelalterlichen Wehranlagen von Eberau (Südburgenland) . Berger, Horn 1948

Galerie[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eberau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien