Echter Schwarzkümmel

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Echter Schwarzkümmel
Echter Schwarzkümmel (Nigella sativa)

Echter Schwarzkümmel (Nigella sativa)

Systematik
Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales)
Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Unterfamilie: Ranunculoideae
Tribus: Delphinieae
Gattung: Schwarzkümmel (Nigella)
Art: Echter Schwarzkümmel
Wissenschaftlicher Name
Nigella sativa
L.

Der Echte Schwarzkümmel (Nigella sativa), oft nur Schwarzkümmel genannt, ist eine Pflanzenart in der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Er ist weder mit Kümmel noch mit Kreuzkümmel verwandt.

Beschreibung[Bearbeiten]

Blüte von der Seite

Der Echte Schwarzkümmel wächst als schlanke bis gedrungene einjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 15 bis 50 cm. Die oberirdischen Pflanzenteile sind locker behaart, manchmal mit drüsigen Trichomen. Der aufrechte und einfache oder verzweigte Stängel ist im oberen Bereich gestreift. Die gefiederten Laubblätter besitzen 0,8 bis 2 mm breite Blattabschnitte mit spitzen oberen Enden.

Die einzeln stehende Blüte ist nicht von Hüllblättern umgeben. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch. Die fünf freien, kronblattartigen, weißlichen bis hellblauen Blütenhüllblätter sind eiförmig mit mehr oder weniger stumpfen Enden und fallen früh ab. Die zehn Honigblätter sind zweilappig und besitzen ein kurzes, dickes, pfriemlich-kopfiges Anhängsel. Es sind viele Staubblätter vorhanden.

Die Balgfrüchte sind auf ihrer ganzen Länge geschlossen, aufgeblasen und warzig. Die dreikantigen Samen sind runzelig.

Verbreitung[Bearbeiten]

Die ursprüngliche Heimat des Echten Schwarzkümmels ist in Westasien der Irak und die Türkei.[1] Er gedeiht auch in Südeuropa, Indien und Nordafrika.

Samen des Echten Schwarzkümmels

Nutzung[Bearbeiten]

Bereits seit mehr als 2.000 Jahren wird Schwarzkümmel im Orient als pfefferartiges Gewürz und Medizin verwendet. Geschmacklich erinnert Schwarzkümmel leicht an Sesam mit einer leichten Kreuzkümmelnote. Auch heute noch streut man die schwarzen Samen, die im asiatischen Raum auch als "black onion seed" ("schwarzer Zwiebelsamen") bezeichnet werden, ähnlich wie Sesam auf Fladenbrot. Im deutschen Handel ist er oft unter der Panjabi-Bezeichnung Kalonji erhältlich.

Schwarzkümmelöl und -tee[Bearbeiten]

Reines Schwarzkümmelöl wird in der Naturheilkunde bei Allergien, Neurodermitis, Psoriasis (Schuppenflechte), zur Regulierung des Immunsystems, gegen Asthma, in Begleitung von Chemotherapien zur Milderung der Nebenwirkungen, bei Verdauungsproblemen, Bluthochdruck sowie in der Tiermedizin verwendet. In der indischen Heilkunde gilt es als bevorzugtes Mittel zu Linderung von Schwangerschaftsbeschwerden.

Seit 2010 versucht Nestlé ein Patent auf die Verwendung von Nigella sativa als natürliches Behandlungsmittel gegen Lebensmittelallergien unter der internationalen Patentnummer WO2010133574 anzumelden.[2][3]

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Trotzdem bleibt die Heilwirkung der Schwarzkümmelprodukte umstritten; in anerkannten placebokontrollierten, randomisierten und doppelblinden Studien konnte bisher keine Wirkung beobachtet werden. Allerdings verzeichnet PubMed eine Reihe von Studien, die für reines Thymochinon, eine in Schwarzkümmel enthaltene Substanz, im Tierversuch verschiedene medizinische Wirkungen nachweisen.

Islam[Bearbeiten]

„Schwarzkümmel heilt jede Krankheit – außer den Tod“

[4] Dieser Spruch Mohammeds (570-632 n. Chr.) im Hadith (Buchari) verhalf dem Schwarzkümmel in der gesamten islamischen Welt in den vergangenen Jahrhunderten zu großer Popularität.

Taxonomie[Bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung von Nigella sativa erfolgte 1753 in Species Plantarum, 1, S. 534[5].[6][1]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Harald Riedl & Yasin J. Nasir: Nigella sativa in der Flora of Pakistan.
  • Karola Berger: Gesund und schön mit Schwarzkümmel. Urania Verlag, Berlin 1998.
  • Hermann Ehmann: Schwarzkümmel. 4. Aufl. Lebensbaum Verlag, 2000.
  • Alan Formann & Stephan Niederwieser: Heilen mit Schwarzkümmel. Goldmann, München 1998.
  • Jörg Linditsch: ABC des Schwarzkümmels. Heilanwendungen. Verlag Peter Erd, München 1997.
  • Josef Neumayer: Schwarzkümmel. Ehrenwirth Verlag, Bergisch 1999.
  • Christine Pitzke: Schwarzkümmel. Südwest Verlag, München 1997.
  • Diab Refai & Sylvia Luetjohann: Schwarzkümmelöle. Die Medizin der Propheten. Kraftvolle Helfer für Gesundheit und Schönheit. Windpferd, Aitrang 1997.
  • Peter Schleicher, Mohammed Saleh, Hans Wagner: Natürlich heilen mit Schwarzkümmel. Südwest-Verlag 2001, ISBN 978-3-517-08137-3
  • Peter Schleicher & Lutz Bannasch: Allergiebehandlung mit immunologisch wirksamem Pflanzensamenöl (Schwarzkümmelöl). Notabene Medici. Journal für Ärzte 24. notamed Verlag, Bad Homburg/Melsungen 1994.
  • Anne Simons: Das Schwarzkümmel Praxisbuch. Allergien, Abwehrschwäche und Infektionen natürlich vorbeugen. Scherz Verlag, München 1997.
  • Zora Felicia Storm-Kull: Gesund und Fit durch Schwarzkümmel. Pabel/Moewig, Rastatt 1998.
  • Günter A. Ulmer: Bio-Regulatoren. Schwarzkümmelöl, Hagebuttenöl. Tuninge 2000.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Nigella sativa im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
  2. Edward Hammond: Food giant Nestlé claims to have invented stomach soothing use of habbat al-barakah (Nigella sativa). TWN Third World Network Briefing Paper 5, abgerufen am 3. November 2013 (PDF; 183 kB).
  3. Nestlé: Stop trying to patent the fennel flower.. SumOfUs. Abgerufen am 24. November 2013.
  4. alim.org.
  5. Erstveröffentlichung eingescannt bei biodiversitylibrary.org.
  6. Nigella sativa bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Echter Schwarzkümmel (Nigella sativa) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien