Edmond Michelet

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Gedenktafel im Gestapo-Lager Neue Bremm in Saarbrücken
Edmond Michelet

Edmond Michelet (* 8. Oktober 1899 in Paris; † 9. Oktober 1970 in Marcillac-la-Croisille) war ein französischer Politiker.

In seiner Jugend wurde er von seinem katholischen Umfeld geprägt. Er wurde 1930 Präsident der katholischen Jugend im Département Corrèze.

1940 schloss er sich der Résistance. Im Februar 1943 wurde er von der Gestapo verhaftet und in dem Pariser Gefängnis Fresnes inhaftiert. Dort wurde er auch von dem Gefangenenseelsorger Abbé Franz Stock betreut. Im September 1943 wurde Michelet in das KZ Dachau deportiert und dort im Juni 1945 von der 7. US-Armee befreit und begründete mit anderen Überlebenden das Comité International de Dachau. Michelet setzte sich im Anschluss für die deutsch-französische Aussöhnung und die Europäische Einigung ein.

1945 wurde er als Abgeordneter in die französische Nationalversammlung gewählt. Gleichzeitig wurde er in der provisorischen Regierung Charles de Gaulles, dessen Schwager er war, vom 21. November 1945 bis 24. Juni 1946 Verteidigungsminister von Frankreich. Von 1952 bis 1959 war er Senator des Départements Seine.

Nach der Wahl von de Gaulles zum Staatspräsidenten wurde Michelet am 9. Juni 1958 Staatssekretär für die Kriegsveteranen. Vom 8. Januar 1959 bis zum 24. August 1961 übte er das Amt des Justizministers. Vom 6. April 1967 bis 31. Mai 1968 war er Staatsminister für den öffentlichen Dienst und vom 20. Juni 1969 bis zu seinem Tod Staatsminister für Kultur.

Von 1962 bis 1964 war Michelet Präsident des Europäischen Dokumentations- und Informationszentrums (CEDI).

 Commons: Edmond Michelet – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien