Ernst Günther von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg

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Ernst Günther von Schleswig-Holstein
Schloss Primkenau um 1860, Sammlung Alexander Duncker

Herzog Ernst Günther von Schleswig-Holstein (* 11. August 1863 in Dolzig; † 22. Februar 1921 in Primkenau) war ein Mitglied des Fürstenhauses Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg und Schwager des letzten Deutschen Kaisers Wilhelm II.

Leben[Bearbeiten]

Ernst Günther war der dritte Sohn des Herzogs Friedrich VIII. zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg (1829–1880) und dessen Ehefrau Prinzessin Adelheid zu Hohenlohe-Langenburg (1835–1900), der Tochter des Fürsten Ernst I. zu Hohenlohe-Langenburg und dessen Gattin Feodora zu Leiningen. Ernst Günthers Schwester war die Kaiserin Auguste Victoria.

1896 sorgte eine Affäre zwischen Ernst Günther und der Baronin Johanna von Spitzemberg, der Tochter der Salonière Hildegard von Spitzemberg, am Kaiserhof für Aufregung. Die geplante Heirat der beiden, die nach den dynastischen Konventionen als unstandesgemäß gegolten hätte, scheiterte am kategorischen Einspruch des Kaiserpaares.[1]

Er war seit 1884 Mitglied des Corps Borussia Bonn.[2]

Ehe[Bearbeiten]

Am 2. August 1898 heiratete Ernst Günther in Coburg Prinzessin Dorothea Marie Henrietta von Sachsen-Coburg und Gotha (1881–1967), einzige Tochter von Prinz Ferdinand Philipp (1844–1921) und Prinzessin Louise von Belgien (1858–1924), sowie Enkelin des belgischen Königs Leopold II. Die Ehe blieb kinderlos. Von sich reden machte der Herzog durch sein ausschweifendes, für die damalige Zeit skandalträchtiges Sexualleben, zu dem auch Bordellbesuche zählten und das ihm bei Hof den Spitznamen „Herzog Rammler“ eintrug.[3][4] Allerdings sind die Berichte mit Rücksicht auf die eher prüde Moral des Kaiserhofes mit einer gewissen Vorsicht zu genießen. In der Forschung wird die Vermutung geäußert, dass Ernst Günther die Schmähbriefe der Kotze-Affäre verfasst habe.[5]

Veröffentlichung[Bearbeiten]

  • Reform-Vorschläge im Reiche und in Preussen. Eingereicht der Staatsregierung im Jahre 1917. Glogau-Leipzig 1919.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Elizza Erbstößer: Auguste Victoria. Deutschlands letzte Kaiserin. Erfurt 2008.
  • Olivier Defrance, Joseph van Loon: La fortune de Dora. Une petite-fille de Léopold II chez les nazis. Racine, Brüssel 2013.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. John Röhl: Kaiser Hof und Staat. Wilhelm II. und die deutsche Politik. München 1988. S. 106.
  2. Kösener Korpslisten 1910, 19, 587.
  3. Kapitel 4: Der «Herzog Rammler» Ernst Günther von Schleswig-Holstein. In: John C. G. Röhl: Band 2: Wilhelm II. Der Aufbau der Persönlichen Monarchie 1888-1900. 2001. C.H.Beck ISBN 978-3-406-48229-8
  4. Gruppensex im Grunewald, Die Zeit online, von Christian Staas, 18. August 2010
  5. John Röhl: Die Kotze-Affäre. in: Wilhelm II. Der Aufbau der persönlichen Monarchie. München 2001, S. 751-753.
  6. Hof- und Staatshandbuch des Königreichs Württemberg 1907, Seite 30