NYSE Euronext
| NYSE Euronext Inc. | |
|---|---|
| Rechtsform | Incorporated |
| ISIN | US6294911010 |
| Gründung | 4. April 2007 (22. September 2000 als Euronext) |
| Sitz | New York |
| Leitung | Duncan Niederauer (CEO) |
| Mitarbeiter | 3.083 (2007) |
| Umsatz | 4,158 Mrd. USD (2007) [1] |
| Branche | Börsen |
| Produkte | Finanzdienstleistungen |
| Website | www.nyse.com/nyseeuronext |
NYSE Euronext ist ein transatlantischer Börsenbetreiber, der im Jahr 2007 durch die Fusion der europäischen Mehrländerbörse Euronext (Euronext N. V.) mit der New York Stock Exchange (NYSE Group, Inc.) entstanden ist. NYSE Euronext betreibt die Börsen in Amsterdam, Brüssel, Lissabon und Paris, den Terminmarkt in London, die New York Stock Exchange und die NYSE Amex (früher American Stock Exchange) in New York sowie die NYSE Arca in Chicago und San Francisco.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
[Bearbeiten] Gründung der Euronext
Die Euronext wurde am 22. September 2000 als Holdinggesellschaft niederländischen Rechts durch die Fusion der Börsen von Amsterdam, Brüssel und Paris gegründet. Anfang 2002 expandierte die Euronext durch den Zusammenschluss mit der portugiesischen Börse „Bolsa de Valores de Lisboa e Porto“ (BVLP) und die Übernahme der Londoner Terminbörse „London International Financial Futures and Option Exchange“ (LIFFE). Danach war die Euronext die größte grenzüberschreitende Börse Europas. Der Aktienindex Euronext 100 umfasst die 100 stärksten Werte dieser Börsen.
[Bearbeiten] Fusion mit der NYSE zur NYSE Euronext
Im Februar 2006 schlug die Deutsche Börse eine „Fusion unter Partnern“ mit der Vierländerbörse Euronext vor, ohne dabei die Offerte mit Details zu versehen. Nachdem sich der Aufsichtsrat von Euronext für einen Zusammenschluss mit der New York Stock Exchange (NYSE) ausgesprochen hatte, da das Angebot attraktiver sei als das der Deutschen Börse, legte die Deutsche Börse im Mai 2006 erstmals ein konkretes Kaufangebot für Euronext vor, das das der NYSE übertraf. Man bot 76,60 Euro je Euronext-Aktie oder rund 8,6 Milliarden Euro in bar und in Anteilen der neuen Gesellschaft. Euronext wies die Offerte jedoch zurück.[2]
Am 2. Juni 2006 einigten sich Euronext und die NYSE auf eine Fusion. Euronext-Aktionäre erhielten nach Zustimmung der Aktionäre der beiden Börsen und der Aufsichtsbehörden für jede Euronextaktie 0,98 Aktien der NYSE und zusätzlich 21,32 Euro in bar. Der Zusammenschluss wurde am 19. Dezember 2006 auf einer außerordentlichen Hauptversammlung der Euronext endgültig beschlossen. Durch die Fusion am 4. April 2007 entstand der erste transatlantische Börsenbetreiber in der Geschichte.[3] Das neue Unternehmen hat eine Marktkapitalisierung von rund 30 Milliarden US-Dollar.[4] Der Aktienindex Next 150 umfasst die 150 stärksten Werte dieser Börsen.
[Bearbeiten] Übernahme der American Stock Exchange
Am 17. Januar 2008 kündigte die NYSE Euronext die Übernahme der American Stock Exchange (AMEX) an. Die Aktionäre erhielten in den folgenden Monaten Aktien im Wert von 260 Millionen Dollar (178 Millionen Euro). Die 1911 gegründete AMEX mit Sitz in New York ist auf den Handel mit Optionen und börsennotierten Fonds spezialisiert. Die AMEX hatte 2007 eine Kooperation oder einen Zusammenschluss mit verschiedenen Börsen geprüft. Als ein möglicher Partner oder Käufer war auch die Deutsche Börse im Gespräch gewesen.[5] Am 1. Oktober 2008 war der Kauf abgeschlossen und die AMEX wurde in NYSE Alternext U.S. umbenannt.[6] Fünf Monate später, am 6. März 2009, bekam die Börse den Namen NYSE Amex.[7]
[Bearbeiten] Fusion mit der Deutschen Börse
Am 9. Februar 2011 gaben die Deutsche Börse und die NYSE Euronext bekannt, dass man sich in "fortgeschrittenen Fusionsverhandlungen" befände. Die Aktien beider Unternehmen wurden vom Handel ausgesetzt. Bei der Fusion sollen die Aktionäre der Deutsche Börse AG einen Anteil von über 50 Prozent an dem fusionierten Unternehmen bekommen, da die Marktkapitalisierung der Deutschen Börse mit 11,4 Mrd. Euro diejenige der NYSE Euronext mit 6,7 Mrd. Euro deutlich übersteigt.[8]
Im Verlauf des Jahres 2011 wuchsen allerdings die Bedenken gegen den Zusammenschluss, da dieser den Wettbewerb behindern könnte. Nach unbestätigten Berichten vom 10. Dezember 2011 könnte die Zustimmung der EU-Kommission zur Fusion davon abhängig sein, ob entweder die NYSE ihre Derivatebörse Liffe oder die Deutsche Börse ihr Pendant Eurex verkauft. Deutsche Börse Chef Reto Francioni zufolge würde die Fusion in einem solchen Fall signifikant an Attraktivität verlieren.[9]
[Bearbeiten] Handelsplätze
[Bearbeiten] Börsen und Aktienindizes
Die Tabelle zeigt die Handelsplätze und deren wichtigste Aktienindizes.
[Bearbeiten] Alternext
Ähnlich dem deutschen Entry Standard ist die Alternext ein spezielles, im Mai 2005 von der Euronext Paris geschaffenes, Marktsegment der Euronext[10]. Im Sinne der deutschen Wertpapierdienstleistungsrichtlinie ist die Alternext dabei kein Geregelter Markt.
[Bearbeiten] Weblinks
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Hoover's: Company Overview
- ↑ FAZ: Börsenfusion: Euronext-Aktionäre halten sich alle Optionen offen, vom 24. Mai 2006
- ↑ Handelsblatt: Gestörte Festlaune, vom 4. April 2007
- ↑ Handelsblatt: Der Krake aus Übersee, vom 20. Dezember 2006
- ↑ Manager Magazin: Nyse übernimmt Amex, vom 18. Januar 2008
- ↑ NYSE Euronext: NYSE Alternext Coming 4Q08
- ↑ NYSE Euronext: Rebranding of NYSE Alternext US to NYSE Amex, vom 9. März 2009
- ↑ FTD: [1] vom 9. Februar 2011
- ↑ http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/fusion-der-boersenbetreiber-droht-zu-scheitern/5944244.html
- ↑ Weitnauer: Zulassungsvoraussetzungen ausgewählter Börsen
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