Doris Leuthard

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Doris Leuthard (2011)
Doris Leuthard (vierte Position von rechts) auf dem offiziellen Bundesratsfoto 2014

Doris Leuthard (bürgerlich Doris Leuthard Hausin[1]; * 10. April 1963 in Merenschwand, heimatberechtigt in Sarnen und Merenschwand) ist eine Schweizer Politikerin (CVP). Sie übernahm für das Jahr 2010 das Amt der Bundespräsidentin der Schweizerischen Eidgenossenschaft.

Von 1999 bis 2006 war sie Nationalrätin, von 2004 bis 2006 Parteipräsidentin der CVP. Seit dem 1. August 2006 ist sie Mitglied der Schweizer Regierung, des Bundesrats, und steht dem Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) vor. Von 2006 bis 2010 war sie Vorsteherin des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartements (EVD). 2009 war sie Vizepräsidentin des Bundesrats, und 2010 war sie Bundespräsidentin.

Leben[Bearbeiten]

Doris Leuthard wuchs als ältestes von vier Geschwistern auf. Ihr Vater war viele Jahre Gemeindeschreiber von Merenschwand und sass im Grossen Rat des Kantons Aargau. Nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit in Merenschwand und Muri besuchte sie die Kantonsschule Wohlen. Sie studierte Rechtswissenschaft an der Universität Zürich und machte Studienaufenthalte in Paris und Calgary. 1991 erhielt sie das Rechtsanwaltspatent.

Doris Leuthard (2007)

Ihre politische Karriere begann 1993, als sie zur Schulrätin des Bezirks Muri gewählt wurde. 1997 folgte die Wahl in den Grossen Rat des Kantons Aargau. Durch diese Tätigkeiten wurde sie rasch bekannt. 1999 kandidierte sie sowohl für den Nationalrat als auch für den Ständerat. Ihr Wahlkampf sorgte für Aufsehen, da der damalige Parteisekretär der CVP Aargau, Reto Nause, Tausende von Duschmittel-Beuteln mit ihrem Porträt bedrucken und verteilen liess. Die Aargauer Zeitung kreierte die Schlagzeile «Duschen mit Doris», die zum inoffiziellen Wahlkampfspruch wurde.[2] Zwar reichte es nicht für die Wahl zur Ständerätin, doch Leuthard erreichte bei der Wahl in den Nationalrat eines der besten Ergebnisse des gesamten Kantons.

Im Jahr 2000 gab sie ihre Mandate als Schul- und Grossrätin ab und wurde Vizepräsidentin sowohl der Kantonalpartei als auch der CVP Schweiz. Im Nationalrat gehörte sie der Kommission für Wirtschaft und Abgaben an. Nach dem Rücktritt von Parteipräsident Philipp Stähelin leitete Doris Leuthard die Partei interimistisch während einiger Monate. Am 18. September 2004 wurde sie schliesslich zur Parteipräsidentin der CVP gewählt.

Bei der Nachfolgewahl für Joseph Deiss im Jahr 2006 wurde Doris Leuthard in einer Einzelkandidatur mit 133 von 234 gültigen Stimmen in den Bundesrat gewählt; ihr Nachfolger im Nationalrat ist Markus Zemp, das Parteipräsidium übernahm Christophe Darbellay.

Am 10. Dezember 2008 wählte die Vereinigte Bundesversammlung Doris Leuthard mit 173 von 198 gültigen Stimmen zur Vizepräsidentin für das Jahr 2009. Am 2. Dezember 2009 wurde Doris Leuthard mit 158 von 183 gültigen Stimmen zur Bundespräsidentin des Jahres 2010 gewählt.[3]

Varia[Bearbeiten]

Doris Leuthard wurde am 8. Dezember 2012 zur Preisträgerin der Arosa Humorschaufel 2012, eines Jurypreises des Arosa Humor-Festivals, erkoren.[4][5]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Doris Leuthard – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eidgenössische Bundeskanzlei: Der Bund kurz erklärt, Seite 71. Erschienen 2008.
  2. Das Dilemma der Doris Leuthard. In: NZZ Online. 29. April 2006. Abgerufen am 14. April 2011.
  3. Doris Leuthard zur Bundespräsidentin gewählt. In: NZZ Online. 2. Dezember 2009. Abgerufen am 14. April 2011.
  4. Aroser Zeitung vom 9. November 2012, S. 30.
  5. 20 Minuten Online: Doris Leuthard für ihren Humor ausgezeichnet. Abgerufen am 10. Dezember 2012.
Vorgänger Amt Nachfolger
Joseph Deiss Mitglied im Schweizer Bundesrat
seit 2006