Hans-Dietrich Genscher

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Hans-Dietrich Genscher, 2013

Hans-Dietrich Genscher (* 21. März 1927 in Reideburg, Saalkreis, seit 1950 Ortsteil von Halle) ist ein deutscher Politiker der FDP. Er war von 1969 bis 1974 Bundesminister des Innern sowie von 1974 bis 1992 fast ununterbrochen Bundesminister des Auswärtigen und Vizekanzler der Bundesrepublik Deutschland. Von 1974 bis 1985 war er außerdem Bundesvorsitzender der FDP.

Leben[Bearbeiten]

Ausbildung[Bearbeiten]

Hans-Dietrich Genscher wuchs in einem bürgerlich-bäuerlichen und nationalkonservativen Milieu auf.[1] Der Sohn des Juristen Kurt Genscher (Syndikus des Landwirtschaftsverbandes; † 1937) und der Bauerstochter Hilde Kreime († 1988)[2] besuchte das Städtische Reformrealgymnasium in Halle (Saale), wo die Familie seit 1933 wohnte. 1943 war er Luftwaffenhelfer, absolvierte seinen Wehrdienst im Harz und wurde von Oktober bis November 1944 zum Reichsarbeitsdienst (RAD) im Erzgebirge kommandiert. 1944[3] wurde Hans-Dietrich Genscher außerdem im Alter von 17 Jahren Mitglied der NSDAP (Mitgliedsnummer 10123636), nach eigener Aussage geschah dies per Sammelantrag ohne sein Mitwissen.[4] Er wollte Reserveoffizier werden und im Januar 1945 meldete er sich deshalb freiwillig zum Kriegsdienst zur Wehrmacht, nach eigener Aussage auch, um einer Zwangsrekrutierung durch die Waffen-SS zu entgehen. Er wurde zu den Pionieren in Wittenberg eingezogen. Als Angehöriger der „Armee Wenck“, die in der Schlacht um Berlin eingesetzt war, und im Dienstgrad eines Gefreiten geriet er kurz vor Kriegsende im Mai 1945 zunächst in US-amerikanische und anschließend in britische Kriegsgefangenschaft.

Nach seiner Entlassung im Juli 1945 arbeitete er als Bauhilfsarbeiter. Ab Dezember 1945 besuchte er wieder die Friedrich-Nietzsche-Oberschule in Halle (Saale) (umbenannt) und legte im März 1946 ebendort (seit 1946 Friedrich-Engels-Oberschule) die Ergänzungsreifeprüfung ab. Im Winter 1946/47 erkrankte er schwer an Tuberkulose, weshalb er sich drei Monate in einem Sanatorium aufhielt. An der damals nicht heilbaren Krankheit litt Genscher noch die folgenden zehn Jahre und war immer wieder zu längeren Krankenhausaufenthalten gezwungen. Dennoch absolvierte Genscher von 1946 bis 1949 ein Studium der Rechtswissenschaft und Volkswirtschaftslehre an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Universität Leipzig, das er 1949 mit der ersten juristischen Staatsprüfung in Leipzig beendete. Anschließend war er bis 1952 Referendar beim Amtsgericht im Oberlandesgerichtsbezirk Halle.

Am 20. August 1952 ging Genscher über West-Berlin in die Bundesrepublik Deutschland, arbeitete anschließend als Referendar beim Hanseatischen Oberlandesgericht im Oberlandesgerichtsbezirk Bremen und legte 1954 das zweite juristische Staatsexamen in Hamburg ab. Danach war er bis 1956 als Anwaltsassessor und Rechtsanwalt in der Anwaltskanzlei Dr. Frick, Büsing, Genscher und Dr. Müffelmann in Bremen tätig, die auf Wirtschafts- und Steuerrecht spezialisiert war.

Parteilaufbahn[Bearbeiten]

Genscher (1974) mit seinen Parteifreunden Hildegard Hamm-Brücher, Otto Graf Lambsdorff (stehend) und Wolfgang Mischnick

Genscher war von 1946 bis 1952 Mitglied der LDP, Landesverband Sachsen-Anhalt. Seit 1952 ist er Mitglied der FDP. 1954 wurde er zum stellvertretenden Landesvorsitzenden der Jungdemokraten in Bremen gewählt. Von 1956 bis 1959 war er wissenschaftlicher Assistent der FDP-Bundestagsfraktion in Bonn.

Von 1959 bis 1965 war er FDP-Fraktionsgeschäftsführer, dabei von 1962 bis 1964 Bundesgeschäftsführer der FDP. 1968 wurde er zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden gewählt. Vom 1. Oktober 1974 bis zum 23. Februar 1985 war er schließlich Bundesvorsitzender der FDP. In seiner Amtszeit als Parteivorsitzender kam die Wende von der sozialliberalen Koalition 1982 zur Koalition mit der CDU/CSU. 1985 verzichtete er auf das Amt des Bundesvorsitzenden. Nach seinem Rücktritt als Bundesaußenminister 1992 wurde Genscher zum Ehrenvorsitzenden der FDP ernannt.

Abgeordnetentätigkeit[Bearbeiten]

Genscher war von 1965 bis 1998 Mitglied des Deutschen Bundestages für den Wahlkreis im Wuppertaler Westen. Er war stets über die Landesliste Nordrhein-Westfalen in den Deutschen Bundestag eingezogen. Von 1965 bis zu seinem Eintritt in die Regierung Brandt 1969 war er Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Fraktion.

Öffentliche Ämter[Bearbeiten]

Genscher (1976) mit Forschungsminister Hans Matthöfer (links) und Bundeskanzler Helmut Schmidt

Nach der Bundestagswahl 1969 war Genscher maßgeblich an der Bildung der sozialliberalen Koalition beteiligt und wurde am 22. Oktober 1969 als Bundesinnenminister in die von Bundeskanzler Willy Brandt geführte Bundesregierung berufen. In seine Amtszeit fiel die Geiselnahme israelischer Sportler 1972 während der Olympischen Spiele in München. Genscher stellte sich als Austauschgeisel zur Verfügung, dies wurde von den palästinensischen Geiselnehmern jedoch abgelehnt. Nach dem blutigen Ende der Geiselnahme wies Genscher am 26. September 1972 den Bundesgrenzschutz an, die Anti-Terror-Einheit GSG 9 aufzustellen.

Nach dem Rücktritt von Willy Brandt und der Wahl von Walter Scheel zum Bundespräsidenten wurde Genscher am 16. Mai 1974 als Außenminister und Vizekanzler in die nun von Helmut Schmidt geleitete Bundesregierung berufen. In dieser Funktion beteiligte er sich maßgeblich an den Verhandlungen über den Text der KSZE-Schlussakte in Helsinki. Im Dezember 1976 akzeptierte die Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York den Vorschlag von Genscher über eine Anti-Terrorismus-Konvention, worin unter anderem festgelegt wurde, auf Forderungen von Geiselnehmern unter keinen Umständen einzugehen. Im Zusammenhang mit dem NATO-Doppelbeschluß vermittelten Bundeskanzler Schmidt und Außenminister Genscher in Moskau, danach war die sowjetische Führung bereit, mit den USA über Mittelstreckenwaffen (Intermediate Nuclear Forces/INF) zu verhandeln.

Nachdem die sozialliberale Koalition bei der Bundestagswahl 1980 erneut bestätigt worden war, wirkte Genscher ab Mitte 1981 – hierbei vor allem unterstützt durch den Bundeswirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff – auf ein Ende der Koalition zwischen SPD und FDP hin.[5] Grund war - nach außen hin - die Zunahme der Differenzen zwischen den Koalitionspartnern, insbesondere in der Wirtschafts- und Sozialpolitik.[6] Ausschlaggebend - im Hintergrund - war jedoch die zunehmende Abkehr der SPD vom NATO-Doppelbeschluss.[7] Am 17. September 1982 trat Genscher gemeinsam mit den übrigen FDP-Bundesministern zurück - als Interimslösung folgten ihm vorübergehend Bundeskanzler Schmidt (übernahm das Ministeramt) und Egon Franke (als Vizekanzler) nach.

Am 1. Oktober 1982 wurde in einem konstruktiven Misstrauensvotum der bisherige Oppositionsführer Helmut Kohl auch von dem Großteil der FDP-Bundestagsfraktion zum Bundeskanzler gewählt. Am 4. Oktober 1982 kehrte Genscher als Außenminister und Vizekanzler in die Bundesregierung zurück.

Hans-Dietrich Genscher (r.) überreicht Präsident George H. W. Bush ein Stück der Berliner Mauer (21. November 1989)

Von 1984–1985 war er Präsident des NATO-Rates und Präsident des Ministerrates der Westeuropäischen Union.

Als Außenminister stand er für eine Ausgleichspolitik zwischen Ost und West und entwickelte Strategien für eine aktive Entspannungspolitik und die Weiterführung des Ost-West-Dialogs mit der UdSSR, sowie das Zusammenwachsen der EG. Besonders ab 1987 warb Genscher für eine „aktive Entspannungspolitik“ als Antwort des Westens auf die sowjetischen Bemühungen. Er hatte großen Anteil an der europäischen Einigung und am Gelingen der deutschen Wiedervereinigung, über die er 1990 mit seinem Amtskollegen aus der DDR, Markus Meckel verhandelte. Anfänglich stand er den konsequenten Wiedervereinigungsplänen Bundeskanzler Kohls abwartend gegenüber. Im Spätsommer 1989 erreichte er die Ausreiseerlaubnis für diejenigen Bürger der DDR, die in die bundesdeutsche Prager Botschaft geflüchtet waren. Daneben setzte er sich für eine wirksame Unterstützung der politischen Reformprozesse vor allem in Polen und Ungarn ein. Dazu traf er im Rahmen eines Polenbesuchs im Januar 1980 sich mit dem Vorsitzenden der Solidarność, Lech Wałęsa, dem er Unterstützung der polnischen Opposition bei ihrem Eintreten für demokratische Reformen zusicherte. Die dafür eingesetzten Mittel führten dazu, dass seine und Bundeskanzler Helmut Kohls Politik mitunter auch abfällig als Scheckbuchdiplomatie bezeichnet wurde. Genscher beteiligte sich an dem ersten (Bonn), zweiten (Berlin) und dritten (Paris) Außenministertreffen der 2 + 4-Gespräche über die äußeren Aspekte der deutschen Einheit. Im November 1990 unterzeichnen Genscher und sein polnischer Amtskollege Krzysztof Skubiszewski in Warschau den deutsch-polnischen Grenzvertrag über die Festlegung der Oder-Neiße-Linie als polnische Westgrenze.

Wirtschaftskonferenz der KSZE-Staaten, 1990 (mit Helmut Haussmann)

Seine Popularität in seiner Heimatregion um Halle (Saale) und die Hoffnung auf eine gute Entwicklung nach der Wende führten dazu, dass die FDP bei der Bundestagswahl 1990 in Sachsen-Anhalt 17,61 % der Wählerstimmen erhielt und das erste Mal seit 1957 (und das bislang letzte Mal) wieder ein FDP-Kandidat (Uwe Lühr) ein Direktmandat für den Bundestag erringen konnte.

Hans-Dietrich Genscher (2008)

Im Juli 1984 besuchte er als erster westeuropäischer Außenminister seit der islamischen Revolution von 1979 die iranische Hauptstadt Teheran. Kritik rief die von Genscher betriebene frühzeitige Anerkennung der ehemaligen jugoslawischen Teilrepubliken Slowenien und Kroatien durch die Bundesrepublik Deutschland im Dezember 1991 hervor. Diese war mit Österreich abgestimmt, lief aber einem EG-Übereinkommen zuwider. Diesem folgend sollten eventuelle Anerkennungen erst ab dem 15. Februar 1992 vollzogen und die Ergebnisse der sogenannten Badinter-Kommission abgewartet werden. Genscher wurde vorgeworfen, damit den Zerfall Jugoslawiens maßgeblich gefördert zu haben. Auch der UN-Generalsekretär Javier Pérez de Cuéllar hatte die deutsche Bundesregierung gewarnt, dass eine Anerkennung von Slowenien und Kroatien zu einer Ausweitung der Aggressionen im bisherigen Jugoslawien führen werde.

Am 18. Mai 1992 schied Genscher auf eigenen Wunsch aus der Bundesregierung aus, der er insgesamt 23 Jahre angehört hatte. Seine Entscheidung hatte er drei Wochen zuvor, am 27. April 1992, bekannt gegeben. Damals war er Europas dienstältester Außenminister.

Sonstiges Engagement[Bearbeiten]

1994/1995 war Genscher Honorarprofessor am Otto-Suhr-Institut für Politische Wissenschaft der Freien Universität Berlin. 1998 wurde er Aufsichtsratsvorsitzender der WMP Eurocom AG Berlin (Kommunikationsberatung in den Bereichen Wirtschaft, Medien und Politik). Von 1999[8] bis Dezember 2010[9] war er als Rechtsanwalt für die Sozietät Büsing, Müffelmann & Theye (Büro Berlin) tätig. Seit dem Jahr 2000 ist er geschäftsführender Gesellschafter der Hans-Dietrich Genscher Consult GmbH.[8]

Von 2001 bis 2003 war er Präsident der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP). Hans-Dietrich Genscher ist Ehrenpräsident der Europäischen Bewegung Deutschland, deren Präsident er von 1992 bis 1994 war sowie Ehrenbürger der Stadt Halle, in die sein Geburtsort Reideburg 1950 (gehörte zum Saalkreis) eingemeindet wurde, und in der er seine Ausbildung erhielt.

2001 vermittelte er als Schlichter im Tarifkonflikt zwischen der Deutschen Lufthansa AG und der Vereinigung Cockpit e. V.[10] Genscher ist Mitglied im Kuratorium der Initiative A Soul for Europe der Stiftung Zukunft Berlin.[11]

Im Sommersemester 2002 war er dritter Inhaber der Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Im Jahr 2013 nahm Genscher eine wesentliche Vermittlerrolle bei der Freilassung des russischen Regierungskritikers Michail Chodorkowski ein.[12]

Er ist Mitglied im Präsidium der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen.[13]

Agenturen vermitteln Genscher als Redner zu Preisen von 22.000 bis 24.000 Euro. Er ist Gesprächspartner des Formates "eine sehr persönliche Reise durch die Deutsche Geschichte", moderiert von Martin Klapheck. [14]

Er ist Mitglied bei der Initiative Global Zero.

Privates[Bearbeiten]

Hans-Dietrich Genscher war von 1958 bis 1966 mit Luise Schweitzer verheiratet, aus der Ehe ging die Tochter Martina (verheiratet mit Reinhardt Zudrop) hervor. Seit Oktober 1969 ist er mit Barbara Schmidt verheiratet. Genscher lebt in Wachtberg bei Bonn (Ortsteil Pech).

Das MfS soll eine Akte über Genscher geführt haben, in der er als IM bezeichnet wurde, obwohl er keine Kontakte zur Staatssicherheit hatte. Die Akte soll angelegt worden sein, um ihn, der auch während seiner Partei- und Ministerkarriere regelmäßig privat in die DDR reiste, mittels einer Desinformationskampagne gegebenenfalls politisch unter Druck setzen zu können. Die gefälschte Akte soll in den 1980er Jahren vernichtet worden sein.[15]

Positionen[Bearbeiten]

Die Orientierung der deutschen Außenpolitik in Genschers Amtszeit wird als Genscherismus charakterisiert. Dabei wurde auf die direkte Vertretung deutscher Interessen weitgehend verzichtet. Statt dessen wurde auf multilaterale Institutionen Einfluss genommen. Zu den wichtigsten Institutionen seiner Amtszeit zählten die Europäische Gemeinschaft, die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa und der Helsinki-Prozess.[16]

Kritik[Bearbeiten]

Genscher wird von ihm unwidersprochen vorgeworfen, nichts getan zu haben, um wenigstens den Mord an Elisabeth Käsemann 1977 zu verhindern. Neben Käsemann wurden Schätzungen zufolge rund 100 weitere Deutsche und Deutschstämmige von der Militärjunta in Argentinien gefoltert und ermordet.[17]

Als Bundesinnenminister war er im Krisenstab in München beim Olympiade Massaker an 11 israelischen Sportlern 1972.

Hans-Dietrich-Genscher-Preis[Bearbeiten]

Seit 1995 verleiht die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. alle zwei Jahre den Hans-Dietrich-Genscher-Preis an Menschen, die sich in der Notfallrettung oder der Rettungsmedizin besonders verdient gemacht haben. Der Preis ist mit 2500 Euro dotiert. Der Preis trägt Genschers Namen, weil der Politiker in seiner Zeit als Bundesinnenminister maßgeblich dafür eingetreten ist, dass heute in Deutschland mehr als dreißig Rettungshubschrauber im Einsatz sind.[18]

Markenzeichen[Bearbeiten]

Wie kaum ein anderer Politiker wird Genscher mit einem Kleidungsstück – dem gelben Pulli – in Verbindung gebracht. Dabei handelt es sich um einen dünnen gestrickten Pullunder in gelber Farbe. Bereits mehrfach wurde eines dieser Markenzeichen zu wohltätigen Zwecken versteigert.[19] Auch seine charakteristischen abstehenden Ohren wurden oft Element von Karikaturen und werden mit ihm in Verbindung gebracht.[20]

Auch der vom Satire-Magazin Titanic geprägte Spitzname „Genschman” fand Eingang in die Umgangssprache.

Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)[Bearbeiten]

Er ist Ehrenbürger seiner Geburtsstadt Halle (Saale) und der Stadt Berlin.

Im Genscher-Haus, seinem Geburtshaus in Halle-Reideburg, wurde 2012 eine Dauerausstellung u.a. zu Teilung und Einheit Deutschlands eröffnet. 2013 wurde das Haus von der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit als „Begegnungsstätte Deutsche Einheit” benannt.

Korrespondenzen und Sachakten aus Genschers Tätigkeit für die FDP liegen im Archiv des Liberalismus der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Gummersbach.

Kabinette[Bearbeiten]

Hans-Dietrich Genscher war Mitglied der Bundesregierungen unter Willy Brandt, Helmut Schmidt und Helmut Kohl.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • (Mitarbeit): Der öffentliche Dienst am Scheideweg. Godesberger Taschenbuch-Verlag, Bonn-Bad Godesberg 1972, ISBN 3-17-109041-4
  • Bundestagsreden. AZ-Studio, Bonn 1972
  • (Mitarbeit): Bildungsreform. Bilanz und Prognose. Godesberger Taschenbuch-Verlag, Bonn-Bad Godesberg 1973, ISBN 3-87999-000-X
  • (Mitarbeit): Öffentlicher Dienst und Gesellschaft, eine Leistungsbilanz. Godesberger Taschenbuch-Verlag, Bonn-Bad Godesberg 1974, ISBN 3-87999-004-2
  • (Mitarbeit): Prominente in der Umweltdiskussion. Beiträge zum III. Internationalen WWF-Kongress. Schmidt, Berlin 1974, ISBN 3-503-01152-8
  • (Hrsg.): Liberale in der Verantwortung. Hanser, München/Wien 1976, ISBN 3-446-12288-5
  • Aussenpolitik im Dienste von Sicherheit und Freiheit. Verlag Bonn Aktuell, Stuttgart 1976, ISBN 3-87959-055-9
  • Deutsche Aussenpolitik. Verlag Bonn Aktuell, Stuttgart 1977, ISBN 3-87959-078-8
  • Deutsche Aussenpolitik. Ausgewählte Grundsatzreden 1975–1980. Verlag Bonn Aktuell, Stuttgart 1981, ISBN 3-87959-159-8; überarbeitete und wesentlich erweiterte Neuausgabe: Deutsche Aussenpolitik. Ausgewählte Aufsätze 1974–1984. ebd. 1985, ISBN 3-87959-238-1
  • (Hrsg.): Heiterkeit und Härte. Walter Scheel in seinen Reden und im Urteil von Zeitgenossen. Festschrift zum 65. Geburtstag. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1984, ISBN 3-421-06218-8
  • (Hrsg.): Nach vorn gedacht… Perspektiven deutscher Aussenpolitik. Bonn Aktuell, Stuttgart 1987, ISBN 3-87959-290-X
  • Zukunftsverantwortung. Reden. Buchverlag Der Morgen, Berlin 1990, ISBN 3-371-00312-4
  • Unterwegs zur Einheit. Reden und Dokumente aus bewegter Zeit. Siedler, Berlin 1991, ISBN 3-88680-408-9
  • Wir wollen ein europäisches Deutschland. Siedler, Berlin 1991, Goldmann 1992 ISBN 3-442-12839-0
  • Politik aus erster Hand. Kolumnen des Bundesaussenministers a. D. Hans-Dietrich Genscher in der Nordsee-Zeitung Bremerhaven. Nordwestdeutsche Verlags-Gesellschaft, Bremerhaven 1992, ISBN 3-927857-36-X
  • Kommentare. ECON-Taschenbuch-Verlag, Düsseldorf/Wien 1994, ISBN 3-612-26185-1
  • Erinnerungen. Siedler, Berlin 1995, ISBN 3-88680-453-4; Goldmann, München 1997, ISBN 3-442-12759-9
  • Sternstunde der Deutschen. Hans-Dietrich Genscher im Gespräch mit Ulrich Wickert. Mit sechs Beiträgen. Hohenheim, Stuttgart/Leipzig 2000, ISBN 3-89850-011-X
  • mit Ulrich Frank-Planitz (Hrsg.): Nur ein Ortswechsel? Eine Zwischenbilanz der Berliner Republik. Zum 70. Geburtstag von Arnulf Baring. Hohenheim, Stuttgart/Leipzig 2000, ISBN 3-89850-074-8
  • Die Chance der Deutschen. Ein Gesprächsbuch. Hans-Dietrich Genscher im Gespräch mit Guido Knopp. Pendo, München 2008, ISBN 978-3-86612-190-4
  • Die Rolle Europas im Kontext der Globalisierung, in: Caroline Y. Robertson-von Trotha (Hrsg.): Herausforderung Demokratie. Demokratisch, parlamentarisch, gut? (= Kulturwissenschaft interdisziplinär/Interdisciplinary Studies on Culture and Society, Bd. 6), Baden-Baden 2011, ISBN 978-3-8329-5816-9

Literatur (alphabetisch)[Bearbeiten]

  • Werner Filmer & Heribert Schwan: Hans-Dietrich Genscher. Econ-Verlag, Düsseldorf/Wien/New York 1988, ISBN 3-430-12732-7; aktualisierte und erweiterte Neuausgabe: Moewig bei Ullstein, Rastatt 1993, ISBN 3-8118-2815-0.
  • Hans-Dieter Heumann: Hans-Dietrich Genscher. Die Biografie. Schöningh, Paderborn 2012, ISBN 978-3-506-77037-0. (Rezension)
  •  Christiane Hoffmann, Ralf Neukirch: „Es kam, wie es kommen musste‟. In: Der Spiegel. Nr. 41, 7. Oktober 2013, ISSN 0038-7452, S. 24–26 (Interview mit Hans-Dietrich Genscher).
  • Klaus Kinkel (Hrsg.): In der Verantwortung. Hans-Dietrich Genscher zum Siebzigsten. Siedler, Berlin 1997, ISBN 3-88680-631-6.
  • Jürgen Lorenz: Gefragt: Hans-Dietrich Genscher. Zirngibl, Bornheim 1983.
  • Hans-Dieter Lucas (Hrsg.): Genscher, Deutschland und Europa. Nomos-Verlag, Baden-Baden 2002, ISBN 3-7890-7816-6.
  • Jürgen Mittag: Vom Honoratiorenkreis zum Europanetzwerk: Sechs Jahrzehnte Europäische Bewegung Deutschland; in: 60 Jahre Europäische Bewegung Deutschland; Berlin 2009; Seite: 12-28. Online.
  • Joachim Scholtyseck: Die FDP in der Wende. In: Historisch-Politische Mitteilungen. 19, 2013, ISSN 0943-691X, S. 197–220 (PDF; 71,7 KB).
  • Volker Schulte (Red.): Reden zur Ehrenpromotion Hans-Dietrich Genschers. 6. Mai 2003. Universität Leipzig, 2004, ISBN 3-934178-31-6.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hans-Dietrich Genscher – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hans-Dieter Lucas (Hrsg.): Genscher, Deutschland und Europa. Nomos, Baden-Baden 2002, ISBN 3-7890-7816-6, S. 25.
  2. Hanns-Bruno Kammertöns & Stephan Lebert: Hans-Dietrich Genscher: „Es war schwierig, ein normales Leben zu führen“. In: ZEITmagazin. Nr. 20, 12. Mai 2011
  3. Malte Herwig: „Moralische Katastrophe“, Süddeutsche Zeitung, 23. Dezember 2011. „während auf der Karteikarte 1944 steht“
  4. Die Welt: Zeitgeschichte: Von Grass bis Genscher – Wer noch in der NSDAP war. 1. Juli 2007
  5. Joachim Scholtyseck: Die FDP in der Wende. In: Historisch-Politische Mitteilungen. 19, 2013, ISSN 0943-691X, S. 197–220, S. 203 (PDF; 71,7 KB).
  6. Joachim Scholtyseck: Die FDP in der Wende. In: Historisch-Politische Mitteilungen. 19, 2013, ISSN 0943-691X, S. 197–220, S. 201 (PDF; 71,7 KB).
  7. Joachim Scholtyseck: Die FDP in der Wende. In: Historisch-Politische Mitteilungen. 19, 2013, ISSN 0943-691X, S. 197–220, S. 201f (PDF; 71,7 KB).
  8. a b http://www.genscher.de/11094.html
  9. http://www.bmt-law.de/Anwaelte.15.0.html?&L=0
  10. Spiegel Online: Lufthansa: Genscher soll Tarifstreit schlichten. 23. Mai 2001
  11. Stiftung Zukunft Berlin: Kuratorium von A Soul for Europe
  12. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/michail-chodorkowski-genschers-rolle-im-poker-um-die-freilassung-a-940416.html
  13. http://www.dgvn.de/ueber-uns/organisation/praesidium/
  14.  Johannes C. Bockenheimer: Bill Clinton, der Absahner. In: Handelsblatt. Nr. 119, 25. Juni 2013, ISSN 0017-7296, S. 10.
  15. Genscher alias Tulpe in: Der Spiegel vom 13. Juli 1992
  16. Harold James: Geschichte Europas im 20. Jahrhundert. Fall und Aufstieg 1914-2001. München 2004, ISBN 3-406-51618-1, S. 402.
  17. http://www.welt.de/politik/deutschland/article128745445/Warum-rettete-Genscher-deutsche-Studentin-nicht.html
  18. Johanniter-Unfall-Hilfe: Hans-Dietrich-Genscher-Preis
  19. Versteigerung - Rekordsumme für Genschers gelben Pulli. Abgerufen am 6. April 2011.
  20. Er selbst bei Markus Lanz am 30. Mai 2012
  21. Bekanntgabe von Verleihungen des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. In: Bundesanzeiger. Jg. 25, Nr. 43, 9. März 1973.
  22. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)
  23. Pressemitteilung zur Verleihung, abgerufen am 20. November 2010 (tschechisch)
  24. Mitteilung zur Ordensverleihung (lettisch; PDF; 3,2 MB)
  25. http://www.president.ee/en/estonia/decorations/bearers.php?id=46
  26. Mercator-Professur 2009: Dr. Peter Scholl-Latour. Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen, 6. November 2009.
  27. Ex-Außenminister Genscher erhält Apollonia-Preis | WAZ.de
  28. Netzwerk Europäische Bewegung Deutschland: Europaschulpreisträger Genscher betont die Bedeutung der Jugend für das Zusammenwachsen Europas, aufgerufen am 22.Oktober 2012
  29. idw Informationsdienst Wissenschaft 4. Februar 2013 Hans-Dietrich Genscher erhält Viadrina-Preis, Annette Bauer, abgerufen am 5. Februar 2012