Katajun Amirpur

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Katajun Amirpur (2009)

Katajun Amirpur (persisch: کتایون امیرپور [kʲætɔːˈjuːn æmiːrˈpuːr], * 1971) ist eine deutsch-persische Journalistin und Islamwissenschaftlerin. Ihr Vater Dr. Manutschehr Amirpur war iranischer Kulturattaché unter dem Schah, ihre Mutter ist Deutsche.

Katajun Amirpur studierte Iranistik in Bonn danach Lehrtätigkeit an der Freien Universität Berlin, der Universität Bamberg und der Universität Bonn. Promoviert hat sie 2000 über die schiitische Koranexegese (Abdolkarīm Sorūšs Denken und Wirkung in der Islamischen Republik Iran).[1]

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Wirken

Als freie Journalistin schreibt sie u.a. für die Süddeutsche Zeitung, taz und Die Zeit.[2]

Die innenpolitische Situation im Iran nach dem Sieg der Konservativen in der Parlamentswahl 2004 bewertete Amirpur mit:

„Trotz der um sich greifenden Hoffnungslosigkeit gibt es einen wichtigen Grund, warum die Reformkräfte letztlich gewinnen werden und warum für das theokratische Staatsmodell die Zeit abläuft: Dem Iran ist im Laufe des langen Reformdiskurses die Gesellschaft abhanden kommen“.[3]

Beim Streit um die Mohammed-Karikaturen kritisierte sie, dass von den Europäern die Pressefreiheit nicht offensiver verteidigt wurde, sondern stattdessen Entschuldigungen gegenüber Islamisten geäußert würden, gleiches galt für eine umstrittene Papstrede.

„Man darf sich auf keinen Fall dem Diktat radikaler Muslime unterwerfen.“ [4]

Zum Thema muslimische Frauen und die dazu stattfindende „plakative“ Debatte bemerkte Katajun Amirpur in einem Interview:

„So richtig es ist, bestimmte Gesetze des Islams oder Manifestationen seiner Kultur als rückschrittlich zu brandmarken: Wer Muslimen beständig das Gefühl gibt, sie müssten sich ihrer Religion schämen, wird ihr Bedürfnis nach kultureller Selbstbehauptung verstärken.“ [5]

Der „Schlüsselsatz“ des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad („Israel must be wiped off the map“) übersetzte Katajun Amirpur in einem Beitrag für die Süddeutsche Zeitung mit: „Dieses Besatzerregime muss von den Seiten der Geschichte [...] verschwinden.“ [6] Sie wurde dafür heftig kritisiert, u.a. mit „Haarspalterei“ [7].

Katajun Amirpur lebt in Köln. Sie ist verheiratet mit dem Orientalisten Navid Kermani.

[Bearbeiten] Werk

  • Reformen an theologischen Hochschulen?, Teiresias-Verlag, 2002, ISBN 3-934-30527-X
  • Iran verstehen, Studienkreis für Tourismus und Entwicklung, 2002
  • Die Entpolitisierung des Islam. Abdolkarīm Sorūšs Denken und Wirkung in der Islamischen Republik Iran., Ergon-Verlag, 2003, ISBN 3-899-13267-X
  • Exilopposition als politischer Akteur, 2002
  • Gott ist mit den Furchtlosen, Herder, 2004, ISBN 3-451-05469-8
  • Schirin Ebadi, Amsterdam, Sirene, 2004
  • Schauplatz Iran, Herder, 2004, ISBN 3-451-05535-X

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Uni Bamberg, Lehrstuhl für Iranistik
  2. Die ZEIT, Archiv
  3. Blätter für deutsche und internationale Politik: Der Iran nach dem Wahlsieg der Konservativen. Ausgabe 04/2004
  4. Spiegel online vom 27. September 2006
  5. taz vom 05. Dezember 2005
  6. Süddeutsche vom 15. März 2008
  7. Süddeutsche vom 26. März 2008

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Katajun Amirpur – Bilder, Videos und Audiodateien
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