Europäisches Hochschulinstitut

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Europäisches Hochschulinstitut

Das Europäische Hochschulinstitut (engl.: European University Institute, EUI; it.: Istituto Universitario Europeo, IUE) ist eine Forschungseinrichtung in Florenz und Fiesole. Es ist der Ausbildung von Doktoranden, Mastern (Insbesondere der Master of Laws ist hierbei als eigenes Programm ausgestaltet) und der Forschung in den Wirtschafts-, Geschichts-, Rechts-, Politik- und Sozialwissenschaften gewidmet.

Entstehung[Bearbeiten]

Nachdem Pläne für eine europäische Universität, die aus der Anfangszeit der Europäischen Union stammten, verworfen worden waren, einigten sich die Bildungsminister der EU-Mitgliedsstaaten 1971 auf die Schaffung eines europäischen Hochschulinstituts anstelle einer Volluniversität. 1972 unterzeichneten alle sechs damaligen EU-Mitgliedsstaaten eine Konvention zur Gründung des Hochschulinstituts in Florenz. Der Lehr- und Forschungsbetrieb wurde 1976 aufgenommen. Die meisten der heutigen EU-Mitgliedsstaaten beteiligen sich am Hochschulinstitut.

Ausrichtung[Bearbeiten]

Die Fakultäten des Europäischen Hochschulinstituts decken das folgende Fächerspektrum ab: Volkswirtschaftslehre, Geschichte, Politikwissenschaften, Rechtswissenschaften und Sozialwissenschaften. In allen diesen Fächern wird ein etwa vierjähriges Doktoratsstudium mit Abschluss Ph.D. angeboten, im Fach Rechtswissenschaften seit 1984 auch ein einjähriges Master-Studium. Grundsätzlich werden nur Postgraduierte zugelassen. Das Doktoratsprogramm in Volkswirtschaftslehre ist ein Kooperationspartner im European Doctoral Program in Quantitative Economics. Mitunter wird europäischen Fragen eine besondere Stellung in den Programmen eingeräumt. Doktoranden und Postdoktoranden aus Staaten der EU haben Zugang zu einer Vielzahl von Stipendien. Die Lehrenden werden vorwiegend aus (ganz) Europa rekrutiert. Trotz seiner Lage auf einem Hügel außerhalb von Florenz in der italienischen Region Toskana ist das Hochschulinstitut als internationale Organisation staatenunabhängig und daher nicht als italienische Universität anzusehen.

Aufbau[Bearbeiten]

Das Hochschulinstitut besteht aus Fakultäten für die oben genannten Disziplinen, dem interdisziplinären Robert-Schuman-Zentrum sowie einer Bibliothek. Der Spanier Josep Borrell Fontelles war von 2010 bis Juni 2012 der Präsident, gegenwärtig ist Marise Cremona Präsidentin ad interim. Ab dem 1. September 2013 wird Joseph H. H. Weiler das Amt des Präsidenten übernehmen.[1] Weiler hat seinen Ph.D. am EHI erworben und war später auch Professor ebendort. Der deutsche Politiker Werner Maihofer war zweiter Präsident des EHI.

Am 7. November 2011 gab die EU-Kommission bekannt, den Aufbau eines "Zentrums für Medienpluralismus und ‑freiheit" mit 600.000 Euro zu bezuschussen. Das Zentrum soll im Dezember 2011 seine Arbeit aufnehmen, wird unter anderem als Beobachtungsstelle dienen, politische Studien erarbeiten und wissenschaftliche Seminare durchführen.[2]

Historisches Archiv der EU, Florenz[Bearbeiten]

Weiterhin verwaltet das Institut das 'Historische Archiv der EU, Florenz' welches die Akten der europäischen Institutionen sowie proeuropäischer Bewegungen und Persönlichkeiten der Öffentlichkeit zugänglich macht [1].

Berühmte Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. EUI announces new president
  2. Meldung der EU-Kommission: Neues Zentrum für Medienfreiheit