Frühstyxradio

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Logo vom Frühstyxradio
Oliver Kalkofe als „Onkel Hotte“

Das Frühstyxradio oder „Der größte Kulturmagazin der Welt“, wie es sich selbst nennt, ist eine Comedy-Sendung auf Radio ffn. Die Sendung wurde hauptsächlich von März 1988 bis zum 31. März 1996 ausgestrahlt und hat den Begriff „Radio-Comedy“ zumindest für das (vorwiegend niedersächsische) Sendegebiet mitgeprägt. Ab 1997 wurden einige Serien wiederholt. Zu besonderen Anlässen gibt es Extrashows.

Die wichtigsten Mitglieder sind und waren Dietmar Wischmeyer, Oliver Kalkofe, Oliver Welke, Sabine Bulthaup und Andreas Liebold. Auch „Siggi und Raner“ veröffentlichten ihre CDs unter dem Label des Frühstyxradios. Zu den weiteren Mitgliedern gehörten Klaus-Dieter Richter, Martin Jürgensmann, Jochen Krause, Rainer Jankowski, Karl Schindler, Thomas Springer, Ecki Stieg und Fritz Tietz.

Geschichte[Bearbeiten]

Dietmar Wischmeyer
Logo vom kleinen Tierfreund

Seinen ersten Auftritt hatte das Frühstyxradio mit der Comedysendung Der kleine Tierfreund (von Wischmeyer) im März 1988. Wischmeyer bekam mit K. D. Richter, Sabine Bulthaup und Andreas Liebold Verstärkung. Zusammen sollten sie das Konzept der Sendung erarbeiten und die Redaktion aufbauen. Die Firma war das erste gemeinsame Projekt für die Sendung. Die Konzeptplanung sah vor, dass die Sendung jeden Sonntag mit einer Länge von drei Stunden laufen sollte. Seit August 1988 lief die Sendung offiziell unter dem Namen Frühstyxradio. Die erste Sendung trug den Namen „Live von der Interwitz“. 1989 erschien die erste CD auf Fuego und das Frühstyxradio ging erstmals auf Tournee. Zudem gingen die Mitglieder zum ersten Mal mit dem Programm Der Vierma auf Tournee. Sämtliche Veranstaltungen waren ausverkauft.

1990 stieß Oliver Kalkofe als Praktikant zur Sendung und entwickelte die Sendungen ffnterprise und Kalkofes Mattscheibe, die später auch im Fernsehen ausgestrahlt wurde.

Mit Onkel Hotte wurde 1991 auch eine der beliebtesten Frühstyxradiofiguren von Kalkofe erschaffen, welcher daraufhin fest in die Redaktion übernommen wurde. Im selben Jahr ging Der kleine Tierfreund auf Tournee und veröffentlichte seine erste CD und sein erstes Buch. Kalkofes Mattscheibe wurde mit dem Goldenen Kabel in Silber ausgezeichnet. Die Arschkrampen, eine Sendung von Wischmeyer und Kalkofe, brachten zwei CDs heraus. Wischmeyer erhielt für seine Sendung Munter bleiben – Heute ist Weltuntergang, die während der Zeitumstellung im September live ausgestrahlt wurde, das Goldene Kabel in Bronze.

Im Mai 1992 wurde die Sendung vorübergehend vom Programmdirektor Peter Bartsch abgesetzt, da der vorgebliche Fäkalhumor nicht ins Formatradio-Programmschema passte. Nach Protesten der Hörer und auch von verschiedenen Medien wie Der Spiegel, Stern, Premiere und Sat.1 wurde die Sendung im Herbst aber wieder ins Programm von ffn aufgenommen. Im gleichen Jahr gründete die Redaktion ein eigenes Label und brachte mehrere CDs darüber hinaus.

Im Sommer 1993 verließ K. D. (Asso) Richter die Redaktion. Gegen Kalkofe wurde wegen des Liedes 10 kleine Glatzenköpp, welches sich gegen die neonazistischen Umtriebe in Deutschland richtet, staatsanwaltlich ermittelt. Das Verfahren wurde nach kurzer Zeit eingestellt und das Lied auf CD veröffentlicht. 1993 hatte das Frühstyxradioteam über 50 Veranstaltungen und wurde für das Rahmenprogramm der Grimme-Preis Verleihung gebucht.

1994 wurde anlässlich der Landtagswahl eine eigene Partei namens FSR – Freiheit, Schönheit, Reichtum für alle und umsonst gegründet. Auch wurde ab 1994 Kalkofes Mattscheibe auf Premiere unverschlüsselt gezeigt. Weitere CDs und Bücher wurden veröffentlicht und Sondersendungen ausgestrahlt.

1996 verschwand das Frühstyxradio erstmals aus dem Programm mit der Sondersendung Die Dröhnung, welche auch als CD erschien.

1997 und 1998 wurden dann noch einmal 50 Folgen auf Radio ffn gesendet, wobei der Großteil der Beiträge aber aus Wiederholungen bestand. Ab 1999 wird das Frühstyxradio auf dem Berlin-Brandenburger Radiosender Fritz wiederholt, um danach wieder mit einer Dröhnung-Sondersendung abgesetzt zu werden. Im Jahr 2004 wurden aber wieder Specials zu den Themen 29. Februar, Muttertag, Fußball-Europameisterschaft und zum 14. Jahrestag der Deutschen Einheit gesendet. Diese neuen Folgen wurden ohne Mitwirkung von Oliver Kalkofe und Oliver Welke produziert. Zum Jahresende folgten im November das Special „1500 Jahre Frühstyxradio“ und an Heiligabend die Traditionsreihe „Frieda & Anneliese warten auf das Christkind“. Weitere Sendungen und Specials folgten in unregelmäßigen Abständen (ca. sechs mal im Jahr).

Am 1. April 1997 wurde auf dem zukünftigen Gelände der EXPO 2000 in Hannover drei Jahre vor dem geplanten Termin mit der offiziellen Einweihung des Frühstyxradio-Pavillons durch Günther, den Treckerfahrer, die Weltausstellung bei strahlendem Sonnenschein eröffnet. Im selben Jahr hatte der damalige niedersächsische Ministerpräsident Gerhard Schröder einen Gastauftritt auf der CD Wir sind die Niedersachsen. Im gleichen Jahr wurde die CD Schröder aufgenommen, auf der er in vielen Tracks selber mitspielt und sogar den Kleinen Tierfreund imitierte.

Am Vatertag 2005 traten Wischmeyer, Bulthaup, Liebold und Asso Richter mit Verstärkung von Hans-Werner Olm und einer Band live und als Freiluftveranstaltung in Hannover mit einem knapp vierstündigen Programm vor etwa 2000 Zuschauern auf.

Das Frühstyxradio war außerdem dafür bekannt, in der „Stunde, die es nicht gibt“ Sondersendungen zu produzieren. Die besagte Sendung fand im Oktober in der Stunde der Winterzeitumstellung zwischen „2 und 2 Uhr“ statt. Diese Tradition wurde im Jahr 2005 wieder neu aufgenommen, bei einer Veranstaltung im Presswerk der Volkswagen Nutzfahrzeuge AG in Hannover, die live bei Radio ffn übertragen wurde. Dort erhielten die Zuhörer zur Begrüßung die beliebte VW-Currywurst. 2006 wurde die „Stunde, die es nicht gibt“ im ffn-Funkhaus mit einer Lesung vom kleinen Tierfreund zelebriert. Sie ist seitdem wieder fester Bestandteil des Programms von Radio ffn in der Nacht der Winterzeitumstellung.

Seit März 2008 ist der Sender „ffn comedy“ unter http://www.ffncomedy.de als Webstream zu empfangen. Innerhalb des Musikprogramms kommen in mehreren Frühstyxradiobeiträgen pro Stunde die bekannten Comedy-Figuren wieder zu Wort.

Im September 2008 feierte die Sendung ihr 20-jähriges Bestehen mit vier sonntäglichen Sondersendungen mit neuem Material.

Serien (Auswahl)[Bearbeiten]

Im Rahmen des Frühstyxradios wurden verschiedene Serien entwickelt, welche zum Teil bis heute im Radioprogramm von radio ffn zu hören sind. Auf einer der Serien basiert auch der Film Der WiXXer.

Frieda und Anneliese[Bearbeiten]

Frieda und Anneliese
Erkennungsmusik: Großer Gott wir loben Dich (Lied/Instrumental)
Erstausstrahlung: 1989
Besetzung

Zwei alte Damen vom Land reflektieren auf ihre ganz besondere Weise das Leben in ihrem fiktiven Heimatort, der in der Zeit der frühen Produktionen noch im Wiehengebirge liegt (aus dem die beiden Darsteller Bulthaup und Wischmeyer auch im wirklichen Leben stammen); später dann in Plattengülle, welches im Emsland nordwestlich von Osnabrück zu verorten ist. Die Serie persifliert den typischen Dorf-Tratsch, die Lästereien über Nachbarn und andere Dorfbewohner und ist gleichzeitig eine Hommage an die aussterbende Gattung der typisch niedersächsischen Landfrau. Der auf das Dorf und das nähere Umland beschränkte Horizont ist durchaus realistisch. Die verwendeten Familiennamen wie Sickendiek, Bredemeyer, Hüdepohl usw. sind ebenfalls dem wirklichen Leben entnommen und typisch für das westliche Niedersachsen. Weiterhin auffällig ist, dass landessprachlich üblich der Familienname oder der Bezug vor dem Vornamen gesagt wird. Beispiele dafür sind: „Hakenschniepels Gustav“, „Bredemeyers Marta“, „Sickendieks Marianne“, „Unsern Hans“ oder „Unsern Reinhard ihn seine Anita“.

Günther, der Treckerfahrer[Bearbeiten]

Günther, der Treckerfahrer
Erkennungsgeräusch: Geräusche eines Lanz Bulldog
Erstausstrahlung: 1989
Besetzung
Dietmar Wischmeyer als Günther

Ey, Günther!, ruft jemand und nach dem obligatorischen Moin reflektiert Günther, der Treckerfahrer, aktuelles Zeitgeschehen und politische Themen auf satirische Weise. Natürlich werden aktuelle landwirtschaftlich interessante Themen, wie die Vogelgrippe, MKS, Schweinepest usw. bevorzugt behandelt. Politische Parteien bieten natürlich nicht nur zu Wahlkampfzeiten eine vortreffliche Zielscheibe für das politische Kabarett des Philosophen von der Ackerscholle. Ansonsten beschäftigt sich Günther, der ebenso wie Frieda und Anneliese aus Plattengülle stammt, hauptsächlich mit dem Ferkelkastrieren und mit dem Trecker und Güllewagen über den Acker zu fahren, um die Landschaft mit ihrem typischen Geruch zu versorgen.


Willi Deutschmann[Bearbeiten]

Willi Deutschmann
Erkennungsmusik: Deutsche Nationalhymne mit neuem Text
Erstausstrahlung: 1993
Besetzung

Willi Deutschmann ist genau der Nachbar, den sich wohl niemand wünscht. Er sieht sich selbst als Muster-Deutschen, fährt Jetta (die „Jette“, früher auch Opel), geht gerne in den Baumarkt, pflastert seinen Garten im Birkhuhnweg mit Waschbetonplatten, hört Marschmusik und bedient jedes Klischee des Kleinbürgertums. Das Hauptziel seiner Hasstiraden ist seine eigene Ehefrau, die er in älteren Folgen mit dem Namen die Alte, später dann als der Brocken oder auch Satan tituliert. An dem Umgang mit seiner Frau demonstriert er sowohl Frauenfeindlichkeit als auch Unmenschlichkeit im Allgemeinen. Am Ende jeder Folge erklingt die Melodie der Deutschen Nationalhymne mit dem Text: Willi Deutschmann, der weiß alles, der weiß alles von der Welt!

Frau Anneliese[Bearbeiten]

Frau Anneliese
Erkennungsmusik: Anneliese (…warum bist du böse auf mich) (Schlager)
Erstausstrahlung: 1991
Besetzung

Spin-off von Frieda und Anneliese. Anneliese berichtet unter anderem von ihren Bus-Reisen mit NB-Traumreisen („Nickisch und Bietendüvel, Ihr Erlebnispartner im Nordwesten“), z.B. zur Lachparade in Berlin. Der Stil und die Inhalte ähneln ansonsten stark der Serie Frieda und Anneliese.

Arschkrampen[Bearbeiten]

Arschkrampen
Erkennungsmusik: Arschkrampenzeit-Jingle
Erstausstrahlung: 1989
Besetzung
Hauptartikel: Die Arschkrampen

Kurt Krampmeier und Gürgen Ferkulat besuchen regelmäßig die Gaststätte (Ballerbude) „Bei Gertrud“. Dort bestellen sie Bier mit Tzaziki (Ballerbrühe), wovon Kurt sich hin und wieder übergeben muss, und Alster mit Erdbeerjoghurt. Kurt ist ein arbeitsloser Straßenbauarbeiter mit einem vulgärsprachlichen Vokabular. Gürgen, der sich sprachlich gewählt ausdrückt, stellt ein unterwürfiges Muttersöhnchen dar, das von Kurt neben anderen Schimpfwörtern vor allem als Ferkelwämser (Sodomietreibender) bezeichnet wird. Die Arschkrampen heben sich von anderen fäkalhumoristisch orientierten Comedy-Serien dadurch ab, dass Kurt in lichten Momenten seine Ausfälle durch stark philosophische Ansätze bricht, die er zumeist aber in massiver Zufuhr von Ballerbrühe erstickt.

Kalkofes Mattscheibe[Bearbeiten]

Kalkofes Mattscheibe
Erkennungsmusik: Mattscheiben-Jingle
Erstausstrahlung: 25. Februar 1991
Besetzung
Hauptartikel: Kalkofes Mattscheibe

Kalkofes Mattscheibe parodierte einmal wöchentlich den „TV-Mist“ der Vorwoche. Dazu nahm Oliver Kalkofe lustige Szenen aus TV-Sendungen und Serien, die er dann auf witzige Weise kommentierte.

Eine Ausnahme stellte hierbei die Folge vom 18. Januar 1993 dar, in welcher die Sendung Augenzeugen-Video mit Olaf Kracht thematisiert wurde, eine Reality-Show, die auf dem Fernsehsender RTL ausgestrahlt wurde und in der Amateurfilmaufnahmen von schweren Unfällen, Selbstmorden etc. gezeigt wurden. Da es in dieser Sendung keine lustigen Szenen gab, die Kalkofe hätte benutzen können, gab er stattdessen ein bitterböses Statement zu Augenzeugen-Video ab.

1994 gab es eine Anfrage des Pay-TV-Senders Premiere Kalkofes Mattscheibe für das Fernsehen zu produzieren, sodass ab April selbigen Jahres einmal wöchentlich auf Premiere die TV-Version von Kalkofes Mattscheibe lief. Die Radio-Ausgabe der Mattscheibe auf ffn bestand noch weiterhin bis 1998.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]