Frýdek-Místek

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Dieser Artikel behandelt die tschechische Stadt. Zum tschechischen Fußballspieler und Trainer siehe Martin Frýdek.
Frýdek-Místek
Wappen von Frýdek-Místek
Frýdek-Místek (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Moravskoslezský kraj
Bezirk: Frýdek-Místek
Fläche: 5160 ha
Geographische Lage: 49° 41′ N, 18° 21′ O49.67972222222218.345291Koordinaten: 49° 40′ 47″ N, 18° 20′ 42″ O
Höhe: 291 m n.m.
Einwohner: 57.135 (1. Jan. 2014) [1]
Postleitzahl: 738 01
Struktur
Status: Statutarstadt
Ortsteile: 7
Verwaltung
Bürgermeister: Petr Cvik (Stand: 2010)
Adresse: Radniční 1148
738 01 Frýdek-Místek
Gemeindenummer: 598003
Website: www.frydek-mistek.cz

Die Doppelstadt und Bezirksstadt Frýdek-Místek (deutsch Friedeck-Mistek auch Friedek-Mistek) im Moravskoslezský kraj (Tschechien) mit 59.897 Einwohnern (2005) entstand am 1. Januar 1943 durch die Vereinigung von zwei selbstständigen Städten, dem mährischen Friedberg (schon in österreichisch-ungarischer Zeit Místek) und dem schlesischen Friedeck (Frýdek). Frýdek befindet sich am rechten Ufer des Flusses Ostravice, direkt am Zusammenfluss mit der Morávka, Místek am linken Ufer. Die Ostravice ist hier die traditionelle Grenze zwischen Mähren und Schlesien. Frýdek-Místek ist Sitz der Bezirksverwaltung des gleichnamigen Bezirks.

Geschichte[Bearbeiten]

Fotografie der Stadt Friedeck, um 1865

Frýdek (Friedeck)[Bearbeiten]

Möglicherweise war das inzwischen verschwundene Dorf Jamnice, 1305 erstmals schriftlich als Jannutha erwähnt, die erste Ansiedlung auf dem Gebiet der Stadt. Der genaue Standort dieses Dorfes konnte bisher nicht nachgewiesen werden. Es befand sich wahrscheinlich an der Stelle von Staré Město, kann aber auch auf den Fluren des Stadtteils Frýdek gelegen haben.

Die Festung von Jamnitz wurde später in eine gotische Burg der Landesherren umgebaut, in deren Einzugsgebiet zwischen 1327 und 1333 Friedeck angelegt wurde. Anfang des 15. Jh. wurde Friedeck Zentrum der Region und beschützte gemeinsam mit der Burg den Handelsweg durch die Mährische Pforte an der Landesgrenze. Nach dem Tod von Herzog Friedrich Kasimir von Teschen wurde Friedeck aus dem Fürstentum Teschen ausgegliedert und 1573 den Brüdern Georg und Matthias von Logau (Jiří und Matyáš z Lohova) verkauft. Später übernahmen die Familien von Würben und Freudenthal, von Oppersdorf, Praschma von Bilkau (Pražma z Bílkova) und schließlich die Habsburger die Ländereien. Im 17. Jh. wurde die Stadt durch Brände und die Pest heimgesucht. 1869 wurde Friedeck zur Magisterstadt. Ende des 19. Jh. zählte es viertausend, 1921 bereits knapp elftausend Einwohner.

Místek (Mistek)[Bearbeiten]

Marktplatz in Místek

Bekannt ist Místek für häufige Überschwemmungen. An seiner Stelle befand sich ursprünglich der Marktflecken Friedberg (Frydberk), von dem das erste Mal im Testament des Bischofs Bruno von Schauenburg vom 29. November 1267 berichtet wird. Während der Kriege der mährischen Luxemburger in den Jahren 1386–1400 wurde Friedberg zerstört. 1402 verkauften Lacek und Wok von Krawarn dem Fürsten Přemek von Teschen einige Siedlungen, unter anderem auch „Newensteil“ – das heutige Místek. Zwischen 1402 und 1581 war das „Neustädtl“ gemeinsam mit umliegenden Gemeinden an Friedeck angeschlossen. Später wurde die Stadt wieder eigenständig und Eigentum der Herren von Hochwald. Auch zu dieser Zeit wurde die Stadt, für die sich immer mehr der Name Mistek einbürgerte, mehrmals von Feuerbrünsten und Überschwemmungen heimgesucht. Seit Beginn der industriellen Revolution nahm die Bevölkerungszahl stark zu. Hatte die Stadt 1834 noch 2.600 Einwohner, so lebte hier 1900 bereits die dreifache Anzahl. In Kartenwerken des 19. Jahrhunderts war die Stadt nur als Mistek verzeichnet.

Mistek rund 1850 in Mähren

Deutsche Okkupation[Bearbeiten]

Bei der Okkupation der „Rest-Tschechei“ durch Deutschland wehrten sich die Soldaten des 8. Fußregiments gegen die Besatzer, die zunächst durch die Mährische Pforte ins Landesinnere vordrangen. Am 14. März 1939 abends kam es bei Místek zu Schießereien zwischen der Wehrmacht und diesem mährischen Regiment. Während der Besatzung bekam Místek offiziell den seit Jahrhunderten ungebräuchlichen Namen Friedberg. Die Städte wurden mit den umliegenden Gemeinden zusammengelegt.

Gemeinsame Geschichte[Bearbeiten]

In den Jahren 1960–1964 wurde am Südrand des Gemeindegebiets die Olešná-Talsperre gebaut. Seit 1983 vor allem zur Wasserversorgung eines Zellulosewerkes genutzt, wurde sie in den letzten Jahren touristisch aufgewertet.

Stadtteile[Bearbeiten]

  • Chlebovice
  • Lískovec
  • Lysůvky
  • Skalice
  • Zelinkovice

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Petr Bezruč, tschechischer Dichter, lebte hier 1891–1893.
  • Dan Gawrecki (* 1943), tschechischer Historiker
  • Ervin Goj (1906–1989), Schriftsteller, der auch unter dem Pseudonym Óndra Łysohorský publizierte.
  • Karl Schwerzek (* 16. November 1848 in Friedek), österreichischer Bildhauer
  • Eduard Bartoníček (1865–1915), Organist und Komponist der schlesischen Hymne.
  • Emil Paur (* 1855 in Czernowitz ; † 1932 in Mistek), Schüler des Konservatoriums der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, Kapellmeister in Kassel und Königsberg; später in Leipzig, Boston, New York (Philharmonie und Metropolitan Opera), Pittsburgh, Berlin (Hofoper); schrieb unter anderem eine Symphonie und ein Klavierkonzert.
  • Guido Masanetz (* 1914 in Friedek), deutscher Komponist und Kapellmeister
  • Franz Chvostek senior (* 1835 in Místek; † 1884), österreichischer Mediziner
  • Petr Velička (* 26. Februar 1967 in Frýdek-Místek), tschechischer Schachmeister
  • Tomáš Galásek (* 15. Januar 1973 in Frýdek-Místek), tschechischer Fußballspieler
  • Jana Jacková (* 6. August 1982 in Frýdek-Místek), tschechische Schachmeisterin
  • Victor Clariß Czajanek (*1876 in Místek; † 25. September 1952 in Frohnleiten, Steiermark), deutscher Komponist und Kirchenmusiker; flüchtete nach dem Zweiten Weltkrieg nach Frohnleiten in der Steiermark, wo er die Position eines Musikschulleiters innehatte
  • Jiří Urbánek (1944-2009), Fusion- und Jazzmusiker

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Frýdek-Místek – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2014 (PDF; 504 KiB)