Frohnleiten

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Frohnleiten
Wappen von Frohnleiten
Frohnleiten (Österreich)
Frohnleiten
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Graz-Umgebung
Kfz-Kennzeichen: GU
Fläche: 127,64 km²
Koordinaten: 47° 16′ N, 15° 19′ O47.27027777777815.324444444444438Koordinaten: 47° 16′ 13″ N, 15° 19′ 28″ O
Höhe: 438 m ü. A.
Einwohner: 6.019 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 47 Einw. pro km²
Postleitzahl: 8130
Vorwahl: 03126
Gemeindekennziffer: 6 06 10
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Brucker Straße 2
8130 Frohnleiten
Website: www.frohnleiten.org
Politik
Bürgermeister: Johann Ussar (SPÖ)
Gemeinderat: (2010)
(25 Mitglieder)
14
6
3
2
14 
Von 25 Sitzen entfallen auf:
Lage der Stadt Frohnleiten im Bezirk Graz-Umgebung
Attendorf Brodingberg Deutschfeistritz Dobl Edelsgrub Eggersdorf bei Graz Eisbach Feldkirchen bei Graz Fernitz Frohnleiten Gössendorf Grambach Gratkorn Gratwein Großstübing Gschnaidt Hart bei Graz Hart-Purgstall Hausmannstätten Hitzendorf Höf-Präbach Judendorf-Straßengel Kainbach bei Graz Kalsdorf bei Graz Krumegg Haselsdorf-Tobelbad Kumberg Langegg bei Graz Laßnitzhöhe Lieboch Mellach Nestelbach bei Graz Peggau Pirka Raaba Röthelstein Rohrbach-Steinberg Sankt Bartholomä Sankt Marein bei Graz Sankt Oswald bei Plankenwarth Sankt Radegund bei Graz Schrems bei Frohnleiten Seiersberg Semriach Stattegg Stiwoll Thal Tulwitz Tyrnau Übelbach Unterpremstätten Vasoldsberg Weinitzen Werndorf Wundschuh Zettling Zwaring-Pöls Graz SteiermarkLage der Gemeinde Frohnleiten im Bezirk Graz-Umgebung (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Frohnleiten, vom Gschwendberg aus gesehen
Frohnleiten, vom Gschwendberg aus gesehen
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Frohnleiten um 1830, Lith. Anstalt J.F. Kaiser, Graz
Rathaus Frohnleiten
Blick auf den historischen Stadtkern von Frohnleiten
Bezirksgericht in Frohnleiten
Das Franziskanerkloster (ehemaliges Servitenkloster)
Das Leobener Tor war Teil der ehemaligen Stadtbefestigung

Frohnleiten ist eine Stadt mit 6019 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) im Bezirk Graz-Umgebung im österreichischen Bundesland Steiermark.

Inhaltsverzeichnis

Geografie [Bearbeiten]

Geografische Lage [Bearbeiten]

Die Stadt liegt 25 km nördlich der Landeshauptstadt Graz direkt an der Mur, dem wichtigsten Fluss des Bundeslandes, wo sich das Tal zwischen dem obersteirischen Verkehrsknoten Bruck an der Mur und Graz verengt. Die Mur bildet hier ein Durchbruchstal zwischen den Hochgebirgen der Gleinalpe (2.000 m) und des Hochlantschs (1.720 m) und bietet in den Biegungen malerische Ausblicke. Die Region ist durch den Gleinalmtunnel der Pyhrnautobahn auch aus Nordwesten gut erreichbar.

Stadtgliederung [Bearbeiten]

Die Gemeinde gliedert sich in 11 Katastralgemeinden. Diese sind Adriach, Gams, Gamsgraben, Hofamt, Laas, Laufnitzdorf, Laufnitzgraben, Mauritzen, Pfannberg, Rothleiten, Wannersdorf. Weitere Orte sind: Am Kogl, Badl, Brunnhof, Maria Ebenort, Peugen, Schönau, Schrauding, Ungersdorf.

Eingemeindungen [Bearbeiten]

Am 1. Jänner 1992 wurde die Gemeinde Rothleiten eingemeindet.

Im Sommer 2012 hat die Steiermärkische Landesregierung aufgrund der Gemeindestrukturreform beschlossen, die Gemeinden Frohnleiten, Schrems bei Frohnleiten und Röthelstein zu einer Großgemeinde zusammenzulegen. Bis spätestens 2015 wird diese gebildet. [1]

Stadterhebung [Bearbeiten]

Frohnleiten wurde am 12. Oktober 2002 zur Stadtgemeinde erhoben.

Nachbargemeinden [Bearbeiten]

Oberaich Pernegg Röthelstein
Leoben Nachbargemeinden Schrems, Semriach
Übelbach Deutschfeistritz Peggau

Geschichte [Bearbeiten]

1939 wurde bei Straßenarbeiten südlich des Ortes im Murtal ein latènezeitliches Gräberfeld entdeckt. Bei der folgenden Notgrabung wurden sieben Brandbestattungen freigelegt. Da bei Bergung und Aufbewahrung die Grabbeigaben vertauscht worden waren, ist die Bewertung schwierig. Den Männergräbern wurden Waffen – eiserne Schwerter, Gürtelketten zur Schwertbefestigung mit den Schwertscheiden, Lanzen- und Pfeilspitzen, Schildbuckel – zugeordnet, sowie die teilweise erhaltene Einfassung eines ovalen Schildes. Dazu wurden noch Hiebmesser, Rasiermesser und eine Schere gezählt. Aus einem vermuteten Feinhandwerkergrab stammen eine Raspel und eine kleine Säge. Aus den Frauengräbern sind Armschmuck, Glasperlen und eine bronzene Gürtel-Gliederkette erhalten. Keramische Funde sind örtlicher Produktion entsprungen. Die ebenfalls gefundenen Fibeln ordnen die Grabfunde in die Mittellatènezeit (320–150 v. Chr.) ein.[2]

Die Gründung des Marktes erfolgte um 1280 durch die Grafen von Pfannberg, die auf der nahen Burg saßen und hier eine Murbrücke erbaut hatten. Diese Brücke war wirtschaftlich sehr wichtig, da sich der Hauptverkehrsstrom nach Graz hier auf das linke Murufer verlagerte. Deshalb entwickelte sich auch eine Schmugglerroute zwischen Leoben und Frohnleiten über den Gams- und Gössergraben, um dem Brückenzoll auszuweichen. Der Ort wurde hoch über dem Murufer errichtet. Der ursprüngliche Name Vreyliten (1306) bedeutet freie Leiten, das heißt freier Hang, grüne Wiese.

Zweiter Weltkrieg [Bearbeiten]

Während des Zweiten Weltkrieges wurden unter anderem Kinder slowenischer Widerstandskämpfer nach Frohnleiten gebracht und von dort auf andere Lager verteilt.

Bevölkerungsentwicklung [Bearbeiten]


Politik [Bearbeiten]

Wappen [Bearbeiten]

Die Verleihung des Gemeindewappens erfolgte mit Wirkung vom 1. August 1985.
Wappenbeschreibung: Im roten Schild ein wasserfarbener Fluß, der die unterhalben Schildränder füllt und über den im Schildfuß eine silberne Brücke zu einem silbernen Turm führt; dieser mit geschindeltem hohen Pultdach, einem Zinnenkranz von vier Zinnen, darin schwarze Schlüssellochscharten, das Tor geöffnet mit einem sich vor schwarzem Grund hebenden silbernen Fallgitter, darüber zwei schwarze Öffnungen in Form von Schlüssellochscharten.[3]

Städtepartnerschaften [Bearbeiten]

Kooperationen [Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]

Wirtschaft [Bearbeiten]

In Frohnleiten befinden sich Unternehmen der holzverarbeitenden Industrie (Kartonfabrik Mayr-Melnhof Karton), Technisches Büro für Luftfahrt und Maschinenbau uvm. Die Waldbahn Frohnleiten war von 1925 bis 1951 in Betrieb.

Verkehr [Bearbeiten]

Öffentlicher Verkehr [Bearbeiten]

Frohnleiten liegt an der Österreichischen Südbahn. Die S-Bahn-Linie 1 verkehrt stündlich (in der Hauptverkehrszeit im 15-30-Minutentakt) nach Graz und Bruck an der Mur. Außerdem halten in Frohnleiten viele Regional- und Regionalexpresszüge, weiterhin gibt es Direktverbindungen in Richtung Mürzzuschlag, Unzmarkt, Spielfeld und Selzthal. Anschluss an InterCity-Züge besteht in den Bahnhöfen Graz Hauptbahnhof, Leoben und Bruck an der Mur.
Postbusse verkehren von Frohnleiten unter anderem nach Graz, Bruck an der Mur und Passail.
Der Flughafen Graz-Thalerhof liegt etwa 40 Kilometer von Frohnleiten entfernt.

Individualverkehr [Bearbeiten]

Frohnleiten liegt direkt an der Brucker Schnellstraße S35. Im Gemeindegebiet befinden sich die Anschlussstellen (von Süd nach Nord) Badl/Peggau, Frohnleiten, Rothleiten und Laufnitzdorf in Fahrtrichtung Süden gibt es mit Frohnleiten-Nord und Frohnleiten-Süd dabei jeweils eine Anschlussstelle an den Enden des Stadtzentrums. An der Anschlussstelle Frohnleiten-Süd zweigt die Rechberg Straße B 64 nach Gleisdorf ab. Sieben Murbrücken befinden sich im Gemeindegebiet.

Bildung [Bearbeiten]

In Frohnleiten gibt es nur mehr eine Volksschule (Zusammenlegung der VSI und VHII im Jahr 1990 zur Volsschile Frohnleiten), eine Hauptschule (ab 2012 NMS (neue Mittelschule)), eine Musikschule und eine Fachschule für Gesundheits- und Krankenpflege. Die nächste Polytechnische Schule befindet sich in Deutschfeistritz. Die Zweigstelle der Volkshochschule gehört zur Volkshochschule Graz-Umgebung.

Krankenversorgung [Bearbeiten]

Die Rettungsstelle vom Roten Kreuz in Frohnleiten versorgt die umliegenden Gemeinden (Röthelstein, Schrems bei Frohnleiten, Übelbach, Peggau und Deutschfeistritz).

Brandschutz [Bearbeiten]

Der Einsatzbereich der Freiwilligen Feuerwehr Frohnleiten ist das gesamte Stadtgebiet, sowie die umliegenden zur Gemeinde gehörenden Ortschaften. Außerdem bestehen Betriebsfeuerwehren der Firmen Mayr-Melnhof Karton und Hamburger Frohnleiten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Frohnleiten

Frohnleiten bietet durch den schön gestalteten Hauptplatz, den Volkshauspark, die vielen Wandermöglichkeiten und die gut erhaltenen Sehenswürdigkeiten einen guten Eindruck für die Besucher der Stadt.

Bekannt ist die Stadt auch dafür, dass es einen Abgang vom Hauptplatz gibt, der beheizt ist. Das rührt vom ehemaligen Reichtum der Stadt, der sich einst auf die Mülldeponie bezog. Eine Fußbodenheizung für den Hauptplatz, wie vielfach kolportiert wird, gibt es jedoch nicht.[4]

Sport [Bearbeiten]

Der SV Frohnleiten spielt ab der Meisterschaftssaison 2010/2011 in der Landesliga. Das Sportstadion Frohnleiten bietet etwa 1500 Besuchern Platz (500 Sitzplätze, 1000 Stehplätze).

Persönlichkeiten [Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt:

  • Wolfgang Erlitz (* 1950), österreichischer Politiker (SPÖ), Präsident des Bundesrates von Juli bis Dezember 2007, Landesrat der Steiermark von 2003 bis 2005
  • Franz Feldgrill (1917 - 2007), österreichischer Politiker, geboren in Mauritzen, später Gemeinderat
  • Alfons Hochhauser (1906 - 1981), österreichischer Aussteiger und Abenteurer, in Frohnleiten aufgewachsen, langjähriger Mitarbeiter von Hans Hass

Literatur [Bearbeiten]

  • Othmar Pickl: Frohnleiten. 1956.
  • Othmar Pickl: 700 Jahre Frohnleiten. 1996.

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Frohnleiten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Stadtjournal Ausgabe Juli/August 2012, Seite 5
  2. Susanne Sievers/Otto Helmut Urban/Peter C. Ramsl: Lexikon zur Keltischen Archäologie. A–K und L–Z; Mitteilungen der prähistorischen Kommission im Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2012, ISBN 978-3-7001-6765-5, S. 572 f.
  3. Mitteilungen des Steiermärkischen Landesarchivs 35/36, 1985/86, S. 57
  4. Radiosendung Diagonal auf Ö1 vom 11. November 2006