Fred C. Koch

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Fred Chase Koch (* 23. September 1900 in Quanah, Texas, USA; † 17. November 1967 Bear River nahe Ogden (Utah), USA) war ein amerikanischer Chemiker und Unternehmer, der die Öl-Raffinerie-Firma gründete, die sich später als Koch Industries zum zweitgrößten in Privatbesitz befindlichen Unternehmen in den Vereinigten Staaten entwickelte.

Leben[Bearbeiten]

Fred C. Koch wurde in Quanah, Texas, als Sohn des holländischen Einwanderers Harry Koch geboren. Harry Koch begann als Druckereilehrling in Workum, Niederlande, und arbeitete über ein Jahr in Druckereigeschäften in Den Haag und in Deutschland, bevor er im Jahr 1888 in die USA auswanderte, wo er Eigentümer der Tageszeitung Tribune-Chief wurde. Fred C. Koch schloss sein Studium am Massachusetts Institute of Technology (MIT) im Jahr 1922 als Chemie-Ingenieur ab.[1]

Fred C. Koch begann seine Karriere bei der Texas Company in Port Arthur, Texas, und wurde dann Chef-Ingenieur bei der Medway Oil & Storage Company auf der Isle of Grain in Kent, England. 1925 gründete er in den USA seine eigene Firma. Er war seit 1932 mit der Künstlerin Mary R. Koch verheiratet. Sie hatten vier Söhne: Frederick (* 1933), Charles (* 1935), David (* 1940) und William (* 1940).

Koch hatte 1927 ein effizientes Verfahren zur Erdölraffination erfunden. Da er sich zunächst gegen die großen Ölgesellschaften nicht durchsetzen konnte, ging er in die Sowjetunion und instruierte dort Ingenieure im Bau moderner Ölraffinerien. Die Erfahrungen unter Stalin ließen ihn jedoch in die USA zurückkehren.[2] Koch wurde ein entschiedener Antikommunist und engagierte sich auch politisch. So zählte er 1958 zu den Gründern und wichtigsten Geldgebern der rechtsgerichteten John Birch Society (JBS), die versuchte, gezielt Einfluss auf die öffentliche Meinung zu nehmen. Die JBS warf selbst so eindeutigen Antikommunisten wie Harry S Truman, Dwight D. Eisenhower und John Foster Dulles aufgrund ihrer Sozial- und Steuergesetzgebung vor, bloß Werkzeuge einer kommunistischen Verschwörung zu sein, und forderte Steuersenkungen, die sie durch einen weitestgehenden Abbau des Staates ermöglichen wollte: Nicht nur staatliche Renten- und Krankenversicherungen lehnten Koch und die JBS als "kommunistisch" ab, auch Ansätze, etwa im Sinne des Umweltschutzes der Industrie gesetzliche Auflagen zu machen, galten ihnen stets als Angriffe auf die Freiheit. Kochs Söhne Charles und David führen die Politik ihres Vaters fort und gehören heute zu den wichtigsten Finanziers der rechtspopulistischen Tea-Party-Bewegung.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The Fred and Mary Koch Foundation: Biografie
  2. Eva C. Schweitzer: Tea Party – Die weiße Wut. Was Amerikas Neue Rechte so gefährlich macht. Deutscher Taschenbuch Verlag, 2012, S. 168.