Gailtaler Alpen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gailtaler Alpen
Große Sandspitze von Norden

Große Sandspitze von Norden

Höchster Gipfel Große Sandspitze (2770 m ü. A.)
Lage Kärnten und Tirol, Österreich
Teil der Südlichen Ostalpen
Einteilung nach AVE 56
Koordinaten 46° 42′ N, 13° 10′ O46.69194444444413.1747222222222770Koordinaten: 46° 42′ N, 13° 10′ O
Gestein Drauzug (Nördliche Kalkalpen)
Fläche 1.318,1 km²
p1

Die Gailtaler Alpen sind eine Gebirgsgruppe der Südlichen Ostalpen nach der Alpenvereinseinteilung der Ostalpen. Sie verläuft als Kettengebirge zwischen Drau- und Gailtal im Süden Kärntens und Osttirols in Österreich. Die westliche Hälfte der Gailtaler Alpen wird mit ihren schroffe Gipfel aus Hauptdolomit als Lienzer Dolomiten bezeichnet besitzt mit der 2770 m ü. A. hohen Großen Sandspitze die höchste Erhebung der Gailtaler Alpen. Aus geologischer Sicht bilden die Gailtaler Alpen gemeinsam mit den Nordkarawanken den Drauzug, ein infolge der Alpenfaltung zurückgebliebener Teil der Nördlichen Kalkalpen.

Begriffsgeschichte[Bearbeiten]

Die Gebirgsgruppe wurde bereits 1845 von Ernst Adolf Schaubach in seinem Standardwerk Die Deutschen Alpen als Gailthaler Alpen in ihren heutige Grenzen beschrieben.[1] Der Name Lienzer Dolomiten für den Teil westlich des Gailbergsattels ist jüngeren Datums und wurde 1885 von der Section Lienz des Deutschen und österreichischen Alpenvereins eingeführt und konnte sich rasch etablieren.[2]

Geografie[Bearbeiten]

Die Lienzer Dolomiten mit Lienz

Das 100 km lange, im Westen schmale Gebirge liegt zwischen Gail im Süden und Drau im Norden. In einer Furche zwischen den Gailtaler Alpen und dem Goldeck liegt der Weißensee, der höchstgelegene Badesee Österreichs. Der Drauzug gliedert sich in West-Ost-Richtung in fünf durch Quertäler und ein Längstal getrennte Gebirgstöcke:[3]

Innerhalb des Drauzuges befinden sich nur drei nennenswert bevölkerte Gegenden: Bleiberg zwischen Dobratsch- und Spitzegelgruppe, das durch Jahrhunderte von der Bleigewinnung lebte und heute vom Thermentourismus, sowie der Stockenboier Graben und die Gegend Gitschtal-Weissensee, die beide vom Tourismus (Sommer wie Winter) leben.

Benachbarte Gebirgsgruppen[Bearbeiten]

Nach der AVE:

Verkehr[Bearbeiten]

Übergänge (von Ost nach West):

Geologie[Bearbeiten]

Die Gailtaler Alpen sind größtenteils Teil des Drauzugs. Dieser liegt nördlich der Periadriatischen Naht und gehört somit geologisch nicht zum Südalpin, sondern zum Ostalpin. Er ist ein infolge seiner speziellen Orogenese südlich der Zentralalpen verbliebener Rest derjenigen ostalpinen Kalkdeckensysteme, deren größter Teil im Zuge der Alpenfaltung über die Zentralalpen hinweg nach Norden geschoben wurde und dort die Nördlichen Kalkalpen bildete. Die Auffassung, dass Gailtaler Alpen und Nordkarawanken zum Drauzug zu rechnen wären, geht auf Leopold Kober 1938[4] zurück.

Das Goldeckmassiv am nordöstlichen Rand ist kein jedoch Teil des Drauzugs, es handelt sich dabei um die südöstliche Fortsetzung der kristallinen Gesteine der Kreuzeckgruppe.[5] Während in der Westhälfte die schroffen Gipfel der Lienzer Dolomiten aus bis zu 2000 Meter mächtigem Hauptdolomit gebildet werden sind im östlichen Teil Kalke und Dolomite der Wetterstein-Formation bei den höchsten Bergen (Jauken, Reißkofel, Spitzegel, Dobratsch) gipfelbildend.

Touristische Erschließung[Bearbeiten]

Der Gailtaler Höhenweg durchzieht die Gailtaler Alpenkette über die ganze Länge.

Schutzhütten[6]
Bliessalm privat
Dobratsch-Gipfelhaus OeAV Sektion Villach 2143 m
Dolomitenhütte privat 1616 m
E.T.-Compton-Hütte OeAV Sektion Austria 1650 m
Goldeckhütte OeAV Sektion Spittal an der Drau 1945 m
Hochstadelhaus ÖTK Sektion Oberdrauburg 1780 m
Karlsbader Hütte DAV Sektion Karlsbad 2260 m
Kerschbaumeralm Schutzhaus  ÖTK Sektion Lienz 1902 m
Linderhütte  ÖTK Sektion Lienz 2683 m
Ödenhütte privat
Reißkofel-Biwak OeAV Sektion Obergailtal-Lesachtal 1799 m
Weissbriacher Hütte OeAV Sektion Hermagor 1567 m

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ernst Adolf Schaubach: Die Deutschen Alpen, Band I, Jena 1845, S. 174-176
  2. Zeitschrift des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins, 1899, S. 279.
  3.  Hubert Trimmel, Verband österreichischer Höhlenforscher (Hrsg.): Gebirgsgruppengliederung für das österreichische Höhlenverzeichnis. Wien 1962.
  4.  Leopold Kober: Bau und Entstehung der Alpen. 1. Auflage. Springer, Wien 1938 (  2. Auflage. Deuticke, Wien 1955.).
  5. Hans Peter Schönlaub: Die Goldeckgruppe. In: Geologische Bundesanstalt (Hrsg.): Der Geologische Aufbau Österreichs, Wien 1980, S. 356-358.
  6. Gailtaler Alpen, alpenverein.at