Bad Bleiberg

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Bad Bleiberg
Wappen von Bad Bleiberg
Bad Bleiberg (Österreich)
Bad Bleiberg
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Villach-Land
Kfz-Kennzeichen: VL
Fläche: 44,74 km²
Koordinaten: 46° 37′ N, 13° 41′ O46.62424444444413.687847222222902Koordinaten: 46° 37′ 27″ N, 13° 41′ 16″ O
Höhe: 902 m ü. A.
Einwohner: 2.325 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 52 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 9530, 9531
Vorwahl: 0 42 44
Gemeindekennziffer: 2 07 05
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bad Bleiberg 49
9530 Bad Bleiberg
Website: www.bad-bleiberg.at/
Politik
Bürgermeister: Gottfried Gunnar Illing (ULB)
Gemeinderat: (2009)
(19 Mitglieder)
9 ULB, 6 SPÖ, 3 FPK, 1 GRÜNE
Lage der Marktgemeinde Bad Bleiberg im Bezirk Villach-Land
Arnoldstein Arriach Bad Bleiberg Feistritz an der Gail Feld am See Ferndorf Finkenstein am Faaker See Fresach Hohenthurn Nötsch im Gailtal Paternion Rosegg Sankt Jakob im Rosental Stockenboi Treffen am Ossiacher See Velden am Wörther See Weißenstein Wernberg (Kärnten) Afritz am See Villach KärntenLage der Gemeinde Bad Bleiberg im Bezirk Villach-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Bad Bleiberg
Bad Bleiberg
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Bad Bleiberg um 1908 gegen Süden mit dem Dobratsch im Hintergrund
Blick auf Bleiberg-Nötsch

Die Marktgemeinde Bad Bleiberg (Slowenisch: Plajberk pri Beljaku) ist ein Kurort mit Thermalbad mit 2325 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Bezirk Villach-Land in Kärnten.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Bad Bleiberg liegt im Bundesland Kärnten westlich von Villach in einem Hochtal zwischen Dobratsch und dem Bleiberger Erzberg. Nachbargemeinden sind, beginnend im Norden im Uhrzeigersinn: Paternion, Weißenstein, Villach, Arnoldstein, Nötsch im Gailtal und Sankt Stefan im Gailtal.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde mit den beiden Katastralgemeinden Bleiberg (Plajberk) und Kreuth umfasst folgende fünf Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Bad Bleiberg (486)
  • Bleiberg-Nötsch (973)
  • Bleiberg-Kreuth (648)
  • Hüttendorf (221)
  • Kadutschen (76)

Geschichte[Bearbeiten]

Die Geschichte Bleibergs wurde überwiegend vom Blei- und Zinkbergbau geprägt. 1007 übertrug Kaiser Heinrich II. das gesamte Gebiet um Villach einschließlich Bleiberg dem Bistum Bamberg. Die erste urkundliche Erwähnung als Pleyberg stammt aus dem Jahr 1333.

Im heutigen Gemeindegebiet wurden seit dem zweiten Viertel des 14. Jahrhunderts Blei und Zink abgebaut. Im 16. Jahrhundert zählten die Fugger zu den Betreibern, die ihr Erz in der Arnoldsteiner Fuggerau für die Saigerung von Silber verwendeten.[2] 1556 schilderte Georgius Agricola das Kärnthner Verfahren der Bleiverhüttung. 1717 nahmen Bleiberger Knappen an der Belagerung von Belgrad teil. Prinz Eugen verlieh ihnen als Anerkennung eine Fahne, die heute als älteste Knappenfahne der Welt gilt. Sie ist im Bad Bleiberger Bergbaumuseum Terra Mystica zu besichtigen. 1759 erwarb Maria Theresia die bis dahin bambergischen Besitzungen. Im St.-Oswaldi-Stollen bei Bleiberg wurde im Jahre 1780 ein seltenes Kalkgestein, der sogenannte Bleiberger Muschelmarmor entdeckt und von Franz Xaver von Wulfen erstmals beschrieben. Aus diesem farbenreich schillernden Gestein wurden seinerzeit zahlreiche Schmuckgegenstände angefertigt.

Ende des 18. Jahrhunderts hatte Bleiberg 4000 Einwohner.

1867 wurde die Bleiberger Bergwerks Union (BBU) gegründet. Bis dahin wurde der Bergbau von verschiedenen Gewerken betrieben. Im und nach dem Ersten Weltkrieg erreichte der Bergbau einen Höhepunkt. 1931 wurde der Abbau jedoch bedingt durch die Weltwirtschaftskrise für ein Jahr stillgelegt. 1946 wurde die BBU verstaatlicht. 1951 erfolgte ein (Warm)Wassereinbruch in einem der Stollen. Dieses Thermalwasser führte in der Folge zur Errichtung des Thermalbades. Der Blei- und Zinkabbau wurde 1993 eingestellt. Ein Teil der ehemaligen Stollen wird heute noch unter anderem als Schaubergwerk Terra Mystica und Heilklimastollen genutzt.

Die Ortsgemeinde Bleiberg hatte sich im Jahr 1850 konstituiert, 1930 wurde sie aufgrund der überregionalen Bedeutung zur Marktgemeinde erhoben. 1978 wurde der Gemeinde das Prädikat Bad verliehen.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Bad Bleiberg hat 2.753 Einwohner (2001), davon besitzen 95,8 % die österreichische, 1,9 % die bosnische und 1,1 % die deutsche Staatsbürgerschaft. Als Umgangssprache geben 97,2 % Deutsch und 0,1 % Slowenisch an.

66,2 % der Bevölkerung bekennen sich zur römisch-katholischen und 24,2 % zur evangelischen Kirche, 1,6 % sind islamischen Glaubens und 4,2 % ohne religiöses Bekenntnis.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Bad Bleiberg

Bleiberger Knappenkultur[Bearbeiten]

Die Bleiberger Knappenkultur wurde 2010 in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Österreich der UNESCO aufgenommen. Seit Schließung des Bergbaues im Jahre 1992 bemühen sich großteils private Initiativen um den Erhalt und die Weitergabe des damit verbundenen Kulturerbes, wie der Bergmannsprache, den noch vorhandenen alten Schrämstollen, dem Bleiberger Knappenspiel, der Barbaramesse, dem „Ledersprung“, und weiteren erhaltenswerten Besonderheiten.[3]

Klettersteige[Bearbeiten]

Die Klettersteige Bad Bleiberg in der Traininger Wand besitzen alle Schwierigkeitsgrade (A-E) und gewähren einen Ausblick über ganz Bad Bleiberg.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Laut Arbeitsstättenzählung 2001 gibt es 93 Arbeitsstätten mit 437 Beschäftigten in der Gemeinde sowie 767 Auspendler und 166 Einpendler. Es gibt 31 land- und forstwirtschaftliche Betriebe (davon 5 im Haupterwerb), die zusammen 976 ha bewirtschaften (1999).

Die Verkehrserschließung erfolgt über die Landesstraße L 35.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus 19 Mitgliedern. Bei den Gemeinderatswahlen 2009 verteilten sich die Mandate wie folgt:

Direkt gewählter Bürgermeister ist Gottfried Gunnar Illing (ULB).

Wappen[Bearbeiten]

Im Gemeindewappen nimmt im hinteren Teil das Bleizeichen, teilweise überlegt vom Gezähe (Hammer und Schlägel), auf die Bergbauvergangenheit Bezug, in der vorderen Hälfte stehen Quellen, Brunnenschale und Wasserstrahlen für die Thermalquellen. Die Blasonierung des Wappens, das der Gemeinde am 28. September 1967 verliehen wurde, lautet:

„Gespaltener Schild. Vorn in Blau über schwarzem Fuß ein silberner Springbrunnen: Aus einer silbernen, durch eine zweiwurzelige silberne Wasserader gespeiste Brunnenschale, deren Oberkante die Teilungslinie bildet, steigt senkrecht ein silberner Wasserstrahl auf, der in der Höhe nach links und dann nach rechts gespalten und wieder rückläufig ist. Hinten in Grün ein goldenes Bleizeichen, dessen Schenkel von einem goldenen Bergmannzeichen überlegt sind.“[4]

Die Fahne trägt die traditionellen Bergmannsfarben Schwarz-Weiß-Grün mit eingearbeitetem Wappen.

Partnergemeinde[Bearbeiten]

Partnergemeinde von Bad Bleiberg ist Pradamano in der Provinz Udine, Italien.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Oskar Potiorek (1853–1933), k.u.k. stv. Generalstabschef
  • Hans Steinacher (1892–1971), deutschnationaler Volkstumspolitiker
  • Erwin Aichinger (1894–1985), nationalsozialistischer Pflanzensoziologe
  • Matthias Maierbrugger (1913–1991), Heimatforscher und Volksschullehrer in Bleiberg
  • Kurt Peball (1928–2009), Generaldirektor des Österreichischen Staatsarchivs
  • Luis Fuchs (* 1944), Abgeordneter zum österreichischen Nationalrat und zum Gemeinderat von Bad Bleiberg

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bad Bleiberg – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatGötz von Pölnitz: Jakob Fugger, Band 2. S. 34-38, abgerufen am 15.7.10.
  3. Bleiberger Knappenkultur. nationalagentur.unesco.at
  4. zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 52