Genie in a Bottle

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Christina Aguilera auf ihrer Back-to-Basics-Tour 2006

Genie in a Bottle ist ein Lied, das von Steve Kipner, David Frank und Pam Sheyne geschrieben wurde, interpretiert wurde es von Christina Aguilera. Das Stück wurde im Juni 1999 als Vorab-Single zu ihrem Debütalbum Christina Aguilera veröffentlicht. Der Titel war Aguileras Durchbruch und hielt sich fünf Wochen auf Platz 1 der Billboard Hot 100. Der Song wurde mehrfach mit Platin ausgezeichnet und Aguilera mit ihm für den Grammy in der Kategorie „Best Female Pop Vocal Performance“ nominiert.

Entstehung[Bearbeiten]

Das Songwriting-Team Steve Kipner und David Frank kannte sich bereits seit ihrer Arbeit für Ophélie Winter. Daneben arbeitete Frank mit verschiedenen britischen Komponisten und Textern zusammen, die ihm Pam Sheyne als drittes Mitglied des Teams vorschlugen.[1] Sheyne stammte aus Neuseeland und war gerade von Großbritannien in die USA gezogen. Am ersten Tag ihrer Zusammenarbeit kam Frank mit einer Idee für ein neues Lied, die auf einem einfachen acht-taktigen Loop beruhte. Gemeinsam vollendete das Trio die Arbeit an dem Stück. Die erste Textzeile des Liedes war „If you want to be with me“, darauf beruhend entstand im Wege der Improvisation der Liedtext.[2] Die Zeile „I’m a genie in a bottle“, die später zum Liedtitel wurde, stammt von Kipner.

Nach Fertigstellung des Liedes nahm das Trio noch am selben Tag ein Demo auf und verschickte es an die A&R-Abteilungen verschiedener Plattenfirmen. Mehrere Interessenten meldeten sich, unter ihnen Ron Fair von RCA Records, der das Stück für Christina Aguilera haben wollte.[1] Aguilera wollte ihre Karriere zwar wie Mariah Carey mit einer Ballade beginnen, doch Fair bestand darauf, es zuerst mit einem rhythmischen Song zu beginnen. Die Songwriter hatten zunächst Bedenken, da sie Aguilera nur von dem Stück Reflections für den Soundtrack zum Film Mulan kannten und ihre Stimme für ungeeignet für das Lied hielten.[1] Im Rahmen eines Vorsingens konnte Aguilera das Songwriting-Trio jedoch überzeugen. Für die Aufnahme des Liedes wurden als Basis-Tracks die Tonspuren des Demos verwendet. Der Gesang wurde mit Aguileras Stimme overdubt, sie sang nicht nur die Leadvocals, sondern übernahm auch sämtliche Backing Vocals.[1] Der erste Mix klang noch zu hart und zu kraftvoll, sodass der Endmix etwas weicher ausfiel, um so den unschuldigen und verletzlichen Charakter Aguileras zu unterstreichen.[1]

Veröffentlichung und Remakes[Bearbeiten]

Ursprünglich sollte der Song „If You Want to Be with Me“ heißen, dies war dem Manager von Aguilera jedoch zu langweilig, sodass das Stück als Genie in a Bottle am 22. Juni 1999 als Single veröffentlicht wurde.[1] Innerhalb des ersten Monats nach Veröffentlichung verkaufte sich die Single in den USA rund 100.000-mal.[3] Auf die Veröffentlichung der Single folgte ein Musikvideo, bei dem Diane Martell Regie führte.

Aguilera sang 2008 bei den MTV Video Music Awards in Hollywood eine Remake-Version des Songs mit dem Titel Genie 2.0; während des Auftritts war sie wieder nur leicht bekleidet. Genie 2.0 ist außerdem auf ihrem ersten Greatest-Hits-Album Keeps Gettin’ Better a Decade of Hits enthalten.

Kontroverse um den Text[Bearbeiten]

Der Text wurde kritisch gesehen, verschiedene Radiostationen insbesondere des Disney-Konzerns hatten Bedenken, es zu spielen.[4] Das Lied sei provokant und propagiere das Recht der Frau auf sexuelle Befriedigung.[5] Aguilera verteidigte sich und erklärte, dass das Lied nicht von Sex, sondern von Selbstachtung handle. Niemand solle sich aufgeben, bevor er nicht den nötigen Respekt erhalte.[3] Darüber hinaus beklagte sie, dass mit zweierlei Maß gemessen werde, denn Boybands wie *NSYNC würden für ihre freizügigen Bühnenshows und die sexuellen Anspielungen in den Texten nicht in dem Maße kritisiert wie die weiblichen Popstars.[4]

Kommerzieller Erfolg[Bearbeiten]

Christina Aguilera singt Genie in a Bottle während ihrer Stripped World Tour.
Chart (1999)[6] Peak
position
Österreichische Single-Charts 1
Deutsche Single-Charts[7] 2
Schweizer Single-Charts 2
UK-Single-Charts[8] 1
Billboard Hot 100 (US)[9] 1

Der Song wurde am 22. Juni 1999 veröffentlicht und erreichte neben Platz 1 der Billboard-Pop-Charts auch die „Top 40 Mainstream“-Charts, „Top 40 Tracks“- und „Rhythmic Top 40“-Charts sowie die „Top 40 Adult“-Charts. Die spanische Version von Genie in a Bottle, Genio Atrapado wurde ein Top-Hit in den „Latin-Charts“.

Genie in a Bottle blieb 25 Wochen in den Billboard Hot 100 und 43 Wochen in den britischen Charts, wo er sich, wie ebenfalls in Kanada, mehrere Wochen auf Platz 1 hielt.

Der Song ist Aguileras zweitgrößter Charterfolg, hinter Lady Marmalade, einer Zusammenarbeit mit Lil’ Kim, Mýa und Pink. Genie in a Bottle wurde in Deutschland für über 500.000 verkaufte Einheiten ebenfalls mit Platin ausgezeichnet.[10]

Land Auszeichnung Verkäufe
Österreich[11] Gold 20.000
Deutschland[12] Platin 500.000[13]
Schweiz[14] Gold 25.000
USA[15] Platin 1 Million

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Für Genie in a Bottle wurde Aguilera 1999 für den Grammy in der Kategorie „Best Female Pop Vocal Performance“ nominiert. Die Single brachte Aguilera viele Auszeichnungen ein, wie beispielsweise „Best Selling New Artist“ bei den World Music Awards.

Jahr Veranstaltung Award Ergebnis
1999 Grammys Best Female Pop Vocal Performance Nominiert
1999 MTV Asia Awards Hotseat Artist of the Month Gewonnen
1999 Blockbuster Award Favorite Single Gewonnen
2000 World Music Awards Best Selling New Artist Gewonnen
2000 Ivor Novello Awards International Hit of the Year Gewonnen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f  Fred Bronson: The Billboard Book of Number One Hits. Updated and Expanded 5th Edition. Billboard Books, New York 2008, ISBN 978-0-8230-7677-2, S. 885.
  2.  Dylan Siegler: Pop Vets Join Forces As Hitmaking Duo. In: Billboard. 21. August 1999, S. 36.
  3. a b  Larry Flick: Aguilera’s Expanding Beyond ‘Genie’. In: Billboard. Juli 1999, S. 12.
  4. a b  Ben Shapiro: Porn Generation: How Social Liberalism Is Corrupting Our Future. Regnery Publishing, 2005, ISBN 9780895260161, S. 53f.
  5.  Kerry Mallan, Sharyn Pearce (Hrsg.): Youth Cultures: Texts, Images, and Identities. Greenwood Publishing, 2003, ISBN 9780275974091, S. 36.
  6. Hitparade: European Charts. hitparade.ch. 1999. Abgerufen am 10. Oktober 2008.
  7. Charts-Surfer: German Singles Chart (Search). charts-surfer.de. 1999. Abgerufen am 10. Oktober 2008.
  8. Every Hit: UK Singles Chart (Search). everyhit.com. 1999. Abgerufen am 10. Oktober 2008.
  9. Allmusic: Billboard charts. allmusic.com. 1999. Abgerufen am 10. Oktober 2008.
  10. musikindustrie.de
  11. International Federation of the Phonographic Industry: Austrian certification (search). ifpi.at. July 10, 1999. Abgerufen am 10. Oktober 2008.
  12. International Federation of the Phonographic Industry: German certification. musikindustrie.de. 1999. Abgerufen am 10. Oktober 2008.
  13. International Federation of the Phonographic Industry: Criteria. musikindustrie.de. 1999. Abgerufen am 10. Oktober 2008.
  14. Hit Parade: Swiss certification. hitparade.ch. 1999. Abgerufen am 10. Oktober 2008.
  15. RIAA Gold & Platinum Searchable Database – Christina Aguilera Platinum Singles (Zugriff am 13. Juli 2009)