George Pau-Langevin

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George Pau-Langevin im Wahlkampf 2007

George Pau-Langevin (* 19. Oktober 1948 in Pointe-à-Pitre, Guadeloupe) ist eine französische Politikerin der Sozialistischen Partei (PS), Abgeordnete in der Nationalversammlung, dem Unterhaus des nationalen Parlaments, für den 15. Wahlkreis Paris (75) und Bezirksrätin im 20. Arrondissement.

George Pau kam mit 17 Jahren nach Paris, studierte nach ihrem Baccalauréat zunächst Literatur an der Sorbonne, bevor sie sich der Rechtswissenschaft zuwandte und an der Universität Paris II studierte. Ab 1971 war sie als Anwältin im 20. Arrondissement tätig und engagierte sich ab 1972 im Mouvement contre le racisme et pour l’amitié entre les peuples (MRAP). 1974 heiratete sie Philippe Langevin, einen Ingenieur der DDE von Seine-Saint-Denis. 1976 wurde sie Vizepräsidentin des MRAP, ab 1984 für drei Jahre Präsidentin.

Gleichzeitig mit ihrem Engagement gegen den Rassismus war Pau-Langevin im PS aktiv, für den sie 1989 in den Rat des 20. Arrondissements (bis 1995 und erneut seit 2008), 1992 für eine Amtszeit in den Regionalrat von Île-de-France gewählt wurde. Von 1994 bis 1997 war sie Mitglied des nationalen Parteivorstandes und nationale Sekretärin für Menschenrechte.

Von 1989 bis 1993 und erneut von 1997 bis 2001 leitete sie die ANT, die Agence nationale pour l'insertion et la promotion des travailleurs d'Outre-Mer, eine Behörde, die die Migration von Überseefranzosen für Ausbildung und Beschäftigung reguliert. 2001 wurde sie Mitglied der Pariser Stadtregierung von Bertrand Delanoë. In dieser Position initiierte sie die Umbenennung der rue Richepanse im 1. Arrondissement, die nach Antoine Richepanse benannt war, dem Revolutionsgeneral, der als Gouverneur von Guadeloupe de facto die Sklaverei wieder eingeführt hatte; sie heißt seit 2001 rue du Chevalier-de-Saint-George.

Bei den Parlamentswahlen im Juni 2007 kandidierte Pau-Langevin für den PS im 21. Wahlkreis, der weite Teile des 20. Arrondissements umfasste, lag im ersten Wahlgang knapp hinter Raoul Delamare (UMP), den sie im zweiten Wahlgang aber mit knapp 63 % der Stimmen klar schlagen konnte. Sie war in der Nationalversammlung unter anderem stellvertretende Vorsitzende der sozialistisch-geführten Fraktion (SRC), Mitglied des Justizausschusses und seit 2009 rechtspolitische Sprecherin der Fraktion. Bei den Unterhauswahlen 2012 kandidierte sie nach der Neuordnung der Wahlkreise im 15. Wahlkreis, der etwa dem alten Wahlkreis entspricht und große Teile des 20. Arrondissements umfasst. Mit 73,5 % der Stimmen im zweiten Wahlgang setzte sie sich klar gegen Nathalie Fanfant (UMP) für eine zweite Legislaturperiode durch.[1]

Seit 16. Mai 2012 ist sie als beigeordnete Ministerin für Bildungserfolg im Ministerium für Bildung unter Vincent Peillon Mitglied der französischen Regierung Ayrault.[2]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: George Pau-Langevin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Le Monde, Législatives 2012: Résultats du 2nd tour - 15ème circonscription de Paris
  2. Composition du Gouvernement Web-Portal der französischen Regierung (abgerufen am 18. Mai 2012)