Manuel Valls

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Manuel Valls (2012)

Manuel Valls (* 13. August 1962 in Barcelona) ist ein französischer Politiker katalanischer Abstammung der Parti socialiste (PS) und seit 31. März 2014 Premierminister der Französischen Republik.

Leben[Bearbeiten]

Manuel Valls ist der Sohn aus der Ehe des katalanischen Malers Xavier Valls und der Tessiner Schauspielerin Luisangela Galfetti. Er ist der Neffe des Tessiner Architekten Aurelio Galfetti. Er wuchs viersprachig (Französisch, Italienisch, Katalanisch, Spanisch) im links orientierten Pariser Intellektuellenmilieu auf.[1]

Er studierte Geschichte an der Sorbonne. 1982 erhielt er die französische Staatsbürgerschaft. In zweiter Ehe ist er mit der Violonistin Anne Gravoin verheiratet.[2]

Politik[Bearbeiten]

Mit 17 Jahren trat er aus Bewunderung für Michel Rocard der Parti socialiste (PS) bei.[3]

Von 2001 bis 2012 war er Bürgermeister der Stadt Évry im Pariser Umland[4] und von 2002 bis 2012 Abgeordneter des Départments Essonne in der Nationalversammlung. Er legte gemäß Artikel 23 der französischen Verfassung seinen Parlamentssitz nieder, als er zum Regierungsmitglied ernannt wurde.[5] Valls hatte zuvor in verschiedenen Funktionen als Berater in der Regierung Lionel Jospins mitgewirkt.

Valls wird dem rechten bzw. zentristischen Flügel der Partei zugeordnet; er selbst bezeichnete sich als „blairistisch“ und „clintonianisch“. So forderte er unter anderem eine Abkehr vom Begriff des Sozialismus im Parteiprogramm, kritisierte die Umverteilung und überhöhte staatliche Transferleistungen. Als Bürgermeister einer Gemeinde mit einem hohen Anteil an Einwanderern vor allem aus Nordafrika und Schwarzafrika forderte er von diesen stärkere Integrationsbemühungen. Für diese Positionen erntete er heftige Kritik von Teilen der Partei. Die Parteivorsitzende Martine Aubry legte Valls in einem offenen Brief den Parteiaustritt nahe, da derartige Interventionen der Partei schadeten und seine Positionen nicht die der Partei seien. Valls dagegen bekräftigte, in der Partei bleiben zu wollen.

Im Herbst 2011 kandidierte Valls bei den Vorwahlen des Parti Socialiste für die Präsidentschaftswahl 2012, schied aber mit 6 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang aus. Vor der Stichwahl am 16. Oktober sprach er sich für François Hollande aus.[6] Seit dem 16. Mai 2012 war er Innenminister von Frankreich. Nach dem Rücktritt von Jean-Marc Ayrault am 31. März 2014 ernannte Präsident Hollande Manuel Valls zu dessen Nachfolger im Amt des Premierministers.

Schriften[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Manuel Valls – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2. April 2014. S. 8.
  2. Qui est Anne Gravoin metronews.fr abgerufen am 2. April 2014
  3. Frankfurter Allgemeine Zeitung, a.a.O.
  4. Angaben zum Nachfolger auf der Seite der Stadt Évry (frz.), abgerufen am 10. September 2013
  5. Verfassungstext (deutsch) auf der Seite der französischen Nationalversammlung, abgerufen am 10. September 2013
  6. L.EQ.: Montebourg votera pour Hollande «à titre exclusivement personnel». Libération, 14. Oktober 2011, abgerufen am 16. Oktober 2011 (französisch).
  7. Kindle-Edition: ASIN B0063DEQBM. Leseprobe