Georgsorden (Bayern)

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Kurfürst Carl Theodor im Ordensgewand eines Großmeisters des St. Georg-Ordens, Anonymus nach einem Gemälde von Anton Hickel, Stadtmuseum Landeshauptstadt Düsseldorf

Der Hausritterorden vom Heiligen Georg (kurz: Georgsorden) war als bayerischer Ritterorden wohl der bekannteste unter allen 13 Ritterorden, die nach dem Heiligen Georg benannt worden waren. Er existiert als Hausorden des Hauses Wittelsbach bis heute.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Orden wurde während der Kreuzzüge im 12. Jahrhundert gegründet. Im Jahr 1494 wurde er vom römisch-deutschen König Maximilian I. erneuert und, nachdem er wieder eingegangen war, vom Kurfürsten Karl Albrecht, dem späteren Kaiser Karl VII., am 24. April 1729 abermals wiederhergestellt und von Papst Benedikt XIII. bestätigt. Nach dem Erlöschen der bayerischen Linie im Jahr 1778 wurde er vom Kurfürsten Karl Theodor als pfalzbayrischer Orden sanktioniert. Von 1780 bis 1793 hatte er in der Person von Joseph Ferdinand Guidobald von Spaur einen eigenen Ordensbischof. Maximilian I. Joseph erhob den Georgsorden zum zweiten Orden Bayerns und König Ludwig I. versah ihn am 25. Februar 1827 mit umfassenden Statuten. Schließlich wurde der Ritterorden unter König Ludwig II. am 17. April 1871 im Geist seiner Zeit reorganisiert, indem als Zweck des Ordens an die Stelle der „Verteidigung des christkatholischen Glaubens“ die Ausübung der Werke der Barmherzigkeit gesetzt wurden.

Organisation[Bearbeiten]

Der Orden hatte zwei „Zungen“, die deutsche und die fremde. An der Spitze des Ordens standen der Großmeister (König), der erste Großprior (Kronprinz), der zweite Großprior (nächster königlicher Prinz) und ein Ordenskanzler. Die Inhaber waren Kapitulargroßkomture, Großkomture ad honores, Kapitularkomture, Komture ad honores und Ritter. Drei Großkomture ernannte der König (de grâce), drei rückten (de justice) vor. Der Ordenskandidat musste eine Ahnenprobe von acht väterlichen und acht mütterlichen adeligen Ahnen nachweisen und mindestens 25 Jahre alt sein. Außerdem hatte der Orden eine geistliche rittergebürtige Klasse.

Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Ende der Monarchie im Königreich Bayern konnte sich der Orden durch seinen Charakter als Hausorden bis heute als karitative Vereinigung erhalten. Heutiger Großmeister ist Herzog Franz von Bayern.

Ordensdekoration[Bearbeiten]

Ordensinsignien

Das Ordenszeichen ist ein achtspitziges goldenes Kreuz mit kleinen Kugeln auf den Kreuzspitzen. Auf der Vorderseite ist auf himmelblauem Grund im Medaillon das Bildnis der auf einem Mond stehenden Jungfrau Maria zu sehen. In den Kreuzwinkeln die Buchstaben V. I. B. I. („virgini immaculatae Bavaria immaculata“). Rückseitig die Darstellung des Heiligen Georgs von einem Lorbeerkranz umschlossen, sowie die Buchstaben I. V. P. F. („justus ut palma fiorebit“).

Himmelblaues, am Rand weißes und dunkelblau eingefasstes Band, das durch einen Löwenkopf den Orden hält. Die Großkomture tragen das Band von der rechten zur linken Körperseite und auf der Brust den himmelblauen, achtspitzigen, silbern eingefassten Stern mit bayrischen Wecken in den Winkeln, in dessen Mitte ein silberner Schild mit rotem Kreuz, die Komture das Kreuz am Hals und den Stern, die Ritter das Kreuz im Knopfloch. An den Ordensfesten (24. April und 8. Dezember) tragen die Ordensmitglieder eine besondere Ordenstracht und das Kreuz an goldener Kette.

Die Zeremoniekleidung bestand aus einem hellblauen Samttalar mit weißer Seiden- und Hermelinausfütterung. Weiße atlasseidene Beinkleider, seidene weiße Strümpfe und ebensolche Schuhe mit Rosetten vervollständigten die Kleidung.

Verleihungszahlen[Bearbeiten]

1806 bis 1918[Bearbeiten]

Ordensklasse Verleihungen
Großprior 14
Großkomtur 92
Komtur 82
Ritter 288
St. Georgs-Medaille 75

1918 bis 1986[Bearbeiten]

Ordensklasse Verleihungen
Großprior 7
Großkomtur 59
Komtur 76
Ritter 145

Literatur[Bearbeiten]

  • Arnhard Graf Klenau: Orden in Deutschland und Österreich, Band II, Graf Klenau Verlags GmbH, Offenbach 2008, ISBN 3-937064-13-3, S.92-101
  • Geschichte des königlich bayrischen Hausritterordens vom heiligen Georg. München 1871.
  • Georg Baumgartner, Lorenz Seelig: Der königliche-Bayerische Hausritterorden vom Heiligen Georg 1729–1979. Katalog der Ausstellung in der Residenz München vom 21. April bis 24. Juni 1979. Bayerische Verwaltung der Staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, München 1979.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Georgsorden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien