Ghimbav
| Ghimbav Weidenbach Vidombák |
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| Basisdaten | ||||
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| Staat: | Rumänien | |||
| Historische Region: | Siebenbürgen | |||
| Kreis: | Brașov | |||
| Koordinaten: | 45° 40′ N, 25° 30′ O45.66333333333325.507777777778559Koordinaten: 45° 39′ 48″ N, 25° 30′ 28″ O | |||
| Zeitzone: | OEZ (UTC+2) | |||
| Höhe: | 559 m | |||
| Fläche: | 28,08 km² | |||
| Einwohner: | 5.438 (1. Januar 2009) | |||
| Bevölkerungsdichte: | 194 Einwohner je km² | |||
| Postleitzahl: | 507075 | |||
| Telefonvorwahl: | (+40) 02 68 | |||
| Kfz-Kennzeichen: | BV | |||
| Struktur und Verwaltung (Stand: 2012) | ||||
| Gemeindeart: | Stadt | |||
| Bürgermeister: | Dorel Toma (PSD) | |||
| Postanschrift: | Str. Lungă, nr. 69 loc. Ghimbav, jud. Brașov, RO–507075 |
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| Webpräsenz: | ||||
Ghimbav (deutsch Weidenbach, ungarisch Vidombák) ist eine Stadt im Kreis Brașov (Rumänien).
Inhaltsverzeichnis |
Lage [Bearbeiten]
Ghimbav liegt im Südosten Siebenbürgens, an der Europastraße 68 in der Mitte des Burzenlandes. Die Stadt Brașov befindet sich etwa sieben Kilometer östlich.
Geschichte [Bearbeiten]
Weidenbach wurde im Jahr 1342 erstmals urkundlich erwähnt[1]. Es war vermutlich eine Gründung deutscher Siedler. Seit 1422 gehörte Weidenbach – wie das gesamte Burzenland – zum Königsboden[2]. Seine Bewohner waren über mehrere Jahrhunderte überwiegend Siebenbürger Sachsen.
In seiner Geschichte wurde Weidenbach mehrfach weitgehend zerstört; so 1422 und 1658 durch Türkeneinfälle, 1469 und 1586 durch Feuerkatastrophen, 1599 durch Truppen des walachischen Fürsten Michaels des Tapferen, 1602 durch Soldaten der habsburgischen Truppen Giorgio Bastas und 1611 durch den siebenbürgischen Fürsten Gabriel Báthory. Nach der Verwüstung und Entvölkerung im Jahre 1422 erließ König Sigismund dem Ort für zehn Jahre die Steuern, um den Zuzug neuer Bewohner zu fördern.[3].
Nachdem der Ort bis zum Ende des Ersten Weltkrieges zum Königreich Ungarn, zum Fürstentum Siebenbürgen bzw. zu Österreich-Ungarn gehört hatte, ist es seitdem ein Teil des Staates Rumänien.
Anfang des 20. Jahrhunderts siedelten sich die ersten Industriegebiete (eine Papierfabrik, eine Kammgarnspinnerei und eine Furnierfabrik) an. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen die Textil- und die Luftfahrtindustrie sowie ein Flugplatz hinzu.
2002 wurde Ghimbav zur Stadt erklärt[4]. Seit 2008 wird am Stadtrand der internationale Flughafen Brașov errichtet[5]. Anfang 2011 nahm der Flugzeugteilebauer Premium Aerotec in Ghimbav die Produktion auf.[6]
Bevölkerung [Bearbeiten]
Wie bereits erwähnt, war Weidenbach lange Zeit ein vorwiegend von Siebenbürger Sachsen bewohntes Dorf. Im Ort lebten im Jahr 1510 133 Hauswirte, sechs Hirten, ein Müller und je ein Amtsdiener, Glöckner und Schulmeister[3].
Erst ab dem 18. Jahrhundert, nachdem der Ort die Pestepidemie überstanden hatte, verdreifachte sich die Zahl der Wohnhäuser im Jahre 1898 auf 336, von denen 206 von Siebenbürger Sachsen bewohnt waren[7].
Bei der Volkszählung 1850 wurden 1163 Einwohner erfasst, davon 815 Deutsche, 225 Rumänen und 123 Roma. Nach dem Zweiten Weltkrieg (1893 Bewohner im Jahr 1941) nahm die Bevölkerungszahl stark zu, obwohl die Anzahl der deutschen Bewohner durch Auswanderung immer geringer wurde. Ursache war vor allem der Zuzug vieler Rumänen aus der Moldau[8]. Im Jahr 2002 bezeichneten sich von den damals 5112 Bewohnern der Stadt 4795 als Rumänen, 237 als Magyaren, 56 als Deutsche, 13 als Zigeuner und 11 als Angehörige anderer Nationalitäten[9].
Im Jahre 2009 wurden noch 72 Mitglieder der evangelischen Gemeinde gezählt (Siebenbürger Sachsen) [10] .
Verkehr [Bearbeiten]
Ghimbav besitzt einen Bahnhof an der Bahnstrecke Brașov–Făgăraș. Es bestehen gute Busverbindungen nach Brașov und nach Codlea.
Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Die von der Evangelischen Kirche genutzte Basilika entstand um 1300 und wurde im 15. Jahrhundert zur Kirchenburg umgebaut. Die Anlage war ringförmig und von einem Wassergraben, welcher vom Weidenbach gespeist wurde, umgeben. Der Zugang zur Kirchenburg erfolgte über eine im Südosten gelegene Zugbrücke. Die Peterskirche, eine dreischiffige Basilika mit westlichem Glockenturm, erfuhr im Zuge der Umbauten zur Kirchenburg auch äußerlich und innerlich bauliche Veränderungen.
Die 16 Register-Orgel, welche zuerst im Chor aufgestellt war, wurde später auf die Empore versetzt.
1876 wurde anstelle der Torwehre an die Ringmauer der Kirchenburg das neue Rathaus gebaut[7].
Die Wehranlagen sind in den letzten Jahrzehnten teilweise verfallen[8].
In Ghimbav gibt es darüber hinaus eine neue, 2009 fertiggestellte Orthodoxe Kirche mit vergoldetem Dach (einzigartig in Rumänien),[11] an der Verbindungsstrasse nach Cristian (Neustadt)[12].
Bilder [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ www.genealogy.net
- ↑ www.honigberg.net
- ↑ a b www.siebenbürger.de
- ↑ www.ropedia.ro
- ↑ Website des Flughafens Braşov
- ↑ punkto.ro vom 19. Januar 2011, abgerufen am 19. Januar 2011
- ↑ a b Martin Rill: Das Burzenland, Wort und Welt/München, 1999. ISBN 3-932413-03-2
- ↑ a b H. Heltmann, G. Servatius: Reisehandbuch Siebenbürgen. Kraft-Verlag Würzburg, 1993. ISBN 3-8083-2019-2.
- ↑ Volkszählungen in Siebenbürgen 1850–2002 (ung.)
- ↑ "Pfarrer, Kuratoren, Seelenzahlen" Allgemeine Deutsche Zeitung, Beilage: Karpatenrundschau Seite 3, Dieter Drotleff, 4. März 2010,
- ↑ Sicht auf die Orthodoxe Kirche in Ghimbav - www.zeiden.de Rundflug Juni 2009
- ↑ Biserica aurită de la Ghimbav - www.monitorulexpres.ro (rum.)