Europastraße 68

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Europastraße 68
Europastraße 68
Karte
Verlauf der E 68
Basisdaten
Straßenbeginn: Szeged
(46° 18′ N, 20° 3′ O46.3018820.04335)
Straßenende: Brașov
(45° 40′ N, 25° 35′ O45.6646925.58235)
Gesamtlänge: 499 km

Staaten:

Die E 68 bei Orăştie
Die E 68 bei Orăştie

Die Europastraße 68 (kurz: E 68), in Rumänien auch als Drum Național 7 (DN7) bezeichnet, ist ein Teil des internationalen Straßen-Netzes. Die von Westen nach Osten verlaufende - 499 Kilometer lange - Europastraße führt von Szeged in Ungarn bis nach Brașov in Rumänien.

In Rumänien führt die Straße von Arad bis Vințu de Jos ca. 150 Kilometer entlang des Flusses Mureș (Mieresch), dann im Süden des Siebenbürgischen Beckens teilweise entlang des Olt (Alt).

Die Straße führt durch folgende Orte: SzegedMakóNagylak-NădlacAradDevaOrăștieSebeșSibiuFăgărașBrașov

Bedeutung[Bearbeiten]

Die Europastraße 68 ist eine der meist befahrendsten Überlandstraßen in Rumänien. Seit dem Beginn der Jugoslawienkriege Anfang der 1990er Jahre, waren die Transitwege durch Serbien gesperrt und der gesamte Transitverkehr aus der Türkei nach Mittel- und Nordeuropa verlagerte sich auf die Europastraße 68. Diese war jedoch nicht für so ein Verkehrsaufkommen geplant und besonders die Strecke zwischen Sibiu, wo die aus dem Süden kommende Europastraße 81 einmündet, und Szeged entwickelte sich zu einer Verkehrshölle. Aus der Zeit des Kommunismus gab es keine Ortsumfahrungen und der Straßenverlauf ging Mitten durch die teilweise lang gezogenen Straßendörfer. In den Dörfern war dies auch die Dorfhauptstraße, weshalb auch landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge und Pferdekutschen diese Verkehrsfläche nutzen mussten. Zahlreiche teils schwere Unfälle waren die Folge. Extreme Unfallhäufungspunkte waren das Dorf Apoldu de Sus/Großpold, die Stadt Sebeș/Mühlbach, die schmalen Ortsdurchfahrten im Miereschtal, sowie die Strecke zwischen Arad und Nădlac. Am Grenzübergang Nagylak-Nădlac kam es regelmäßig zu kilometerlangen Staus. In Ungarn waren vor allem die Orte Nagylak, Apátfalva, sowie Makó und Kiszombor von der Verkehrslawine betroffen. In den ersten Jahren nach Ende des Kommunismus ging der gesamte Verkehr auch durch die Städte Sibiu, Oraștie, Deva und Arad, sowie in Ungarn durch das Stadtzentrum von Szeged.

Eine erste Entlastung wurde Ende der 1990er Jahre durch den Bau einer Umfahrung (rum. Centură) um die Stadt Arad geschaffen, während die großen Überlandstrecken teilweise vierspurig ausgebaut wurden. Nach Ende der Jugoslawienkriege verlagerte sich der Transitverkehr aus der Türkei nur sehr zaghaft zurück auf den Autoput durch Serbien. Mittlerweile war das Verkehrsaufkommen auch in Rumänien so stark angestiegen, dass es zu keiner Erleichterung der Verkehrssituation kam. Mit dem EU-Beitritt Ungarns im Jahr 2004 verschärften sich sogar die Wartezeiten an der Grenze, da diese nun eine EU-Außengrenze darstellte. Eine spürbare Erleichterung für die betroffenen Orte trat erst mit dem schrittweisen Bau einer Autobahn, sowohl in Ungarn, als auch in Rumänien, ein. In Ungarn wurde mit der Autópálya M43 eine Umfahrung um die Stadt Szeged gebaut. Mittlerweile reicht diese Autobahn bis hinter Makó, wodurch der Schwerverkehr erst ab dort wieder auf die Europastraße 68 kommt.

Der EU-Beitritt Rumäniens im Jahr 2007 verringerte die Staus an der Grenze bei Nagylak-Nădlac. Da aber Rumänien noch nicht Mitglied des Schengener Abkommens ist, kommt es dort nach wie vor zu Personenkontrollen. Besonders um den Kinderhandel einzudämmen, werden alle aus Rumänien kommenden Fahrzeuge mit Minderjährigen an Bord kontrolliert. Auch der Warentransport wird stichprobenartig kontrolliert, weshalb bei Schwerpunktaktionen längere Staus nach wie vor vorkommen. Durch den Pferdefleischskandal in Europa 2013, wurden diese Kontrollen, speziell bei Lebendtiertransporten, wieder intensiviert. Nach dem EU-Beitritt wurde in Rumänien auch ein Gesetz erlassen, dass es Pferdekutschen verbietet auf Nationalstraßen zu fahren. Dies reduzierte die Staus und Unfälle in den Dörfern, besonders da viele Kutschen auch nachts und unbeleuchtet unterwegs waren, doch haben viele Kleinbauern jetzt keine Möglichkeit mehr ihre Produkte zum Markt in die Städte zu bringen.

In Rumänien wird derzeit an der Autostrada A1 gebaut, von der schon Teilstücke fertiggestellt sind. So wurde 2010 die Autobahnumfahrung von Sibiu dem Verkehr übergeben und Ende 2013 auch der Abschnitt zwischen Deva und Sebeș. Dadurch wurde die Europastraße 68 deutlich entlastet. Eine Fertigstellung der rumänischen Autobahn auf der gesamten Strecke ist nicht vor Ende 2015 zu erwarten. In Ungarn fehlt ebenfalls noch das Teilstück zwischen Makó und der Grenze, das laut Plan im Sommer 2014 fertiggestellt werden soll. Im Jahr 2013 wurde außerdem die Donaubrücke Neues Europa zwischen Widin und Calafat eröffnet, weshalb ein Teil des Transitverkehrs aus der Türkei und Bulgarien nun diesen Weg nimmt und erst in Arad wieder auf die Europastraße 68 zurück kommt.

Bilder[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: E68 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten: OSM, Google oder Bing