Gianluigi Trovesi

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Gianluigi Trovesi (2010)

Gianluigi Trovesi (* 1944 in Nembro, Provinz Bergamo) ist ein italienischer Jazzmusiker (Saxophon und Klarinette).

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Gianluigi Trovesi zählt zu den bekannten italienischen Jazzmusikern der Gegenwart. Trovesi steht mit seiner Musik für einen folkloristisch eingefärbten, europäischen Jazz, der sich auf das klassische Erbe ebenso bezieht wie die vielfältige europäische Volksmusik.

Trovesi war schon in seiner Kindheit und Jugend Mitglied eines Kirchenchores sowie eines Chores, der die Tradition des italienischen Volksliedes pflegte (Canti di Montagna: Gebirgslieder). Er spielte früh Klarinette und trat mit einem Trio bei Tanzveranstaltungen auf.

Nach dem Schulbesuch studierte er am Musikkonservatorium Bergamo Komposition, Kontrapunkt und Klarinette (Abschluss 1966). Im Anschluss an des Studium wirkte Trovesi bei Aufführungen klassischer Musik mit und arbeitete in Tanz- und Jazzbands. Zeitweise unterrichtete er Musik. Von 1977 an war er Mitglied des Giogio Gaslini Quintetts, begründete parallel ein eigenes Jazztrio, das Volksmusik und Jazz miteinander verband. 1978 gewann er in den Sparten Saxophon und Klarinette den ersten Preis des nationalen italienischen Musikwettbewerbs und wurde Mitglied der Rundfunk Big Band in Mailand.

In der Folgezeit kamen erste Schallplattenaufnahme zustande, und er unternahm erste Tourneen, in Deutschland z.B. mit Manfred Schoof, Peter Kowald und Gunter „Baby“ Sommer. Trovesi war in den 1970ern beeinflusst von den aktuellen Strömungen des Free Jazz. Eine Einladung zum „Klarinetten-Gipfel“ von Joachim Ernst Berendt macht ihn weit über Italien hinaus bekannt. In diese Zeit fällt Trovesis Rückbesinnung auf seine klassische Ausbildung und den reichen Schatz der italienischen Kunst- und Volksmusik, die er ebenso wie musikalische Strömungen des 20. Jahrhunderts in sein Schaffen als Jazz-Musiker integriert. Trovesi spielte weiterhin in der Mailänder Rundfunk Big Band, erhielt allerdings darüber hinaus zahlreiche Einladungen zu Konzerten und Festivalauftritten in Europa, unterrichtete vorübergehend an der Musikhochschule Stockholm und wirkte in der Europäischen Rundfunk Big Band mit. Anfang der 1980er Jahre gewinnt er mehrfach Jazzwettbewerbe und Auszeichnungen für seine Plattenaufnahmen. Er tritt mit Musikern der europäischen Jazzszene auf wie Albert Mangelsdorff, Michel Portal, Enrico Rava, Louis Sclavis und Keith Tippett. 1991 wird er Mitglied des „Italian Instabile Orchestra“.

1993 wird Mailands Rundfunk Big Band aufgelöst und Gianluigi Trovesi konzentriert sich vollständig auf seine eigene Kompositions- und Musikerpraxis. Schließlich gründet er ein eigenes Oktett, das mit seiner ersten Einspielung (CD „ From G to G“, 1992) den italienischen Jazzpreis gewinnt (beste CD des Jahres). 1993 wird die Band als bestes italienisches Jazzensemble ausgezeichnet. In der renommierten amerikanischen Jazzzeitschrift Down Beat erhält die CD fünf Sterne und spätestens dank dieser breiten Resonanz gewinnt Trovesi internationale Anerkennung.

Das „Gianluigi Oktett“ ist bekannt für seine enorme Virtuosität, Improvisationskunst und die gekonnte Verschmelzung von Jazz, Volks- und ernster Musik der Vergangenheit wie der Gegenwart.

Diskographie (Auswahl)[Bearbeiten]

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1978 Italienischer Musikpreis für Saxophon und Klarinette
  • 1983 Radio Uno Jazz Preis (RAI, Staatliche Italienische Rundfunkanstalt)
  • 2000 Bester Musiker des Jahres, Italien
  • 2001 Offizier des Verdienstordens der Italienischen Republik
  • 2006 Komtur des Verdienstordens der Italienischen Republik

Filmografie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]