Reggio nell’Emilia

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Reggio nell’Emilia
Wappen
Reggio nell’Emilia (Italien)
Reggio nell’Emilia
Staat: Italien
Region: Emilia-Romagna
Provinz: Reggio Emilia (RE)
Lokale Bezeichnung: Rèz
Koordinaten: 44° 42′ N, 10° 38′ O44.710.63333333333358Koordinaten: 44° 42′ 0″ N, 10° 38′ 0″ O
Höhe: 58 m s.l.m.
Fläche: 231 km²
Einwohner: 172.525 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 747 Einw./km²
Stadtviertel Vedi elenco
Angrenzende Gemeinden Albinea, Bagnolo in Piano, Bibbiano, Cadelbosco di Sopra, Campegine, Casalgrande, Cavriago, Correggio, Montecchio Emilia, Quattro Castella, Rubiera, San Martino in Rio, Sant'Ilario d'Enza, Scandiano
Postleitzahl: 42100
Vorwahl: 0522
ISTAT-Nummer: 035033
Volksbezeichnung: Reggiani
Schutzpatron: San Prospero
Website: Reggio Emilia
Reggio Emilia aus der Luft

Reggio nell’Emilia?/i, (auch Reggio Emilia), bis 1861 Reggio di Lombardia, (lateinisch Regium Lepidi, keltisch Rigion/Region), ist eine norditalienische Provinzhauptstadt am südlichen Rand der Poebene mit 172.525 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013).

Geographie[Bearbeiten]

Sie ist eine moderne Industriestadt mit historischem Stadtkern (Centro Storico), befindet sich in der Region Emilia-Romagna und ist der Hauptort der gleichnamigen Provinz Reggio Emilia.

Geschichte[Bearbeiten]

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Der römische Name der Stadt Regium Lepidi geht auf den römischen Konsul Marcus Aemilius Lepidus zurück, den Erbauer der Via Aemilia. Doch wird vermutet, dass die Namensgebung und die Gründung des Ortes bereits in vorrömischer Zeit durch die dort ansässigen keltischen Boier erfolgte, die 189 v. Chr. von den Römern unterworfen und romanisiert wurden. So bezeichnete man in der keltischen Sprache mit Rigion einen neutralen Ort, wo sich die Stammeshäuptlinge zu Versammlungen und Verhandlungen trafen. 489 ging die Herrschaft über die Stadt an die germanischen Goten über und 569 errichteten die einrückenden Langobarden das Herzogtum von Reggio. Schließlich unterwarfen die Franken 773 Reggio und Karl der Große gab dem Bischof Gewalt über die Stadt und legte 781 die Grenzen der Diözese fest. 888 wurde Reggio den Königen von Italien übergeben. 899 richteten die einfallenden Magyaren schwere Verwüstungen an und töteten Bischof Azzo II. 1170 trat Reggio dem Lombardenbund bei, der in der Schlacht bei Legnano ein Heer des Kaisers Barbarossa besiegte. 1409 ging die Herrschaft der Stadt an die Familie d’Este über, die mit kurzen Unterbrechungen bis 1861 über das Herzogtum von Modena und Reggio herrschten.

Canossa[Bearbeiten]

Nach 900 geriet Reggio unter die Herrschaft der Familie Canossa, einer langobardischen Hochadelsfamilie, deren Stammburg Canossa sich einige Kilometer südwestlich von Reggio befand.

Selva Litana[Bearbeiten]

Ganz in der Nähe von Reggio Emilia soll sich auch der heilige Wald der Gallier, der Selva Litana befunden haben, wo ein Heer der Boier 218 vor Christus mehrere römische Legionen (25.000 Mann) unter dem Kommando von Lucius Postumius Albinus bis auf den letzten Mann niedermetzelte.

Bischofssitz[Bearbeiten]

Der Dom ist Konkathedrale des Bistums Reggio Emilia-Guastalla (Kirchenprovinz Modena-Nonantola, Kirchenregion Emilia-Romagna).

Stadt der Nationalfahne[Bearbeiten]

Die italienische Nationalfahne ist Reggio Emilia zu verdanken, denn die grün-weiß-rote Fahne, auf italienisch Tricolore, die Dreifarbige, genannt, hat dort ihren Ursprung. Die Idee stammt von dem Ingenieur Ludovico Bolognini, dessen Entwurf 1797 von den Vertretern aus Reggio Emilia, Modena, Ferrara und Bologna als Symbol der Repubblica Cisalpina angenommen wurde.

Später wurde sie als Nationalfahne des italienischen Königreiches übernommen. Das Original ist im Rathausgebäude ausgestellt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Dom, im 13. Jahrhundert erbaut, erneuert im 15./16. Jahrhundert, an der Ostseite der Piazza Prampolini mit unvollendeter Renaissance-Fassade, dahinter der romanische Bau. An der Fassade und im Inneren befinden sich Skulpturen von Prospero Spani († 1584), genannt il Clemente, eines Schülers Michelangelos, und von Bartolomeo Spani, beide aus Reggio.
  • Kirche San Prospero, 1514–1527, südöstlich vom Dom. An der 1748 erneuerten Fassade sind noch sechs der marmornen Löwen vorhanden. Im Inneren befinden sich Fresken von Camillo Procaccini (1585–1589). Zu der Kirche gehört ein achteckiger Campanile.
  • Palazzo Comunale, begonnen 1414
  • Palazzo del Capitano del Popolo, 1281
  • Kirche Madonna della Ghiara, 1597–1619 (Tempel für das Votiv-Gemälde von Lelio Orsi; Deckengemälde von Alessandro Tiarini)
  • Museo Civico, mit Naturaliensammlung des 18. Jh.
  • Maurizianum, Landgut Ludovico Ariostos, 16. Jh.
  • Teatro Municipale (Stadttheater), 1857
  • Galleria Parmeggiani
  • moderne Brücken über die Autobahn, entworfen von Santiago Calatrava

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Provinz Reggio Emilia war lange agrarisch geprägt; typische Produkte sind bis heute Parmesan-Käse und Lambrusco. Im 20. Jahrhundert entwickelte sich Industrie, insbesondere Agrartechnik, aber auch Mechatronik und Keramikfliesen.

Reggio Emilia ist auch der Hauptsitz von Max Mara.

Die Stadt ist über die Via Emilia, die Autobahn A1 und die Bahnstrecke Mailand–Bologna gut in das italienische Fernverkehrsnetz integriert. Zwei Kilometer östlich der Stadtmitte befindet sich der kleine Flugplatz Reggio Emilia, der vorwiegend der allgemeinen Luftfahrt dient. In Bologna befindet sich der nächstgelegene größere Verkehrsflughafen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

In Reggio nell’Emilia geborene Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Reggio nell’Emilia unterhält seit 1966 eine Städtepartnerschaft mit Schwerin in Deutschland. Der deutsche Partnerlandkreis ist der Enzkreis.

Weitere Partnerstädte sind Fort Worth und Kragujevac.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Reggio Emilia – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.