Donald A. Wollheim

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Donald A. Wollheim (* 1. Oktober 1914 in New York City; † 2. November 1990 ebenda) war ein US-amerikanischer Science-Fiction-Autor und -Herausgeber.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Wollheim veröffentlichte seine erste Geschichte The Man from Ariel im Jahr 1934 bei Wonder Stories, begann aber erst in den 1940ern, regelmäßig Science-Fiction zu veröffentlichen.[1] Als er das vereinbarte Honorar von Hugo Gernsback nicht pünktlich überwiesen bekam, tat er sich mit anderen Autoren zusammen und verklagte den berühmten Herausgeber erfolgreich. Wollheim organisierte die erste große Convention der Geschichte 1936 in Philadelphia und gründete sowohl die Fantasy Amateur Press Association (FAPA) als auch die Futurians, zu dessen Mitgliedern beispielsweise Frederik Pohl, Cyril M. Kornbluth, Damon Knight, Isaac Asimov und Judith Merril zählten. Wollheim selbst schrieb zahlreiche Erzählungen und einige Romane. 1941 wurde er Herausgeber der Heftreihen Cosmic Stories und Stirring Science Stories, in denen er viele Werke von befreundeten Futurians veröffentlichte.[1]

Er gab 1943 die erste Storysammlung heraus, die den Begriff 'Science Fiction' im Namen führte, begründete mehrere langjährig existierende Anthologie-Reihen und gab 1945 die ersten Hardcover-Anthologien heraus. In dem von 1947 bis 1952 in achtzehn Bänden publizierten Avon Fantasy Reader druckte er die seiner Meinung nach besten Stories aus dem Magazin Weird Tales nach.

1952 war Wollheim Mitbegründer von Ace Books, für den er 1964 den Hugo Award entgegennahm. Er erfand die Ace Doubles, bei denen ein Nachdruck eines bekannten und erfolgreichen Buches Rücken an Rücken mit einer Neuerscheinung eines neues Autors zusammengebunden erschien. Auf diese Art baute er zahlreiche bis dato unbekannte Namen auf: Robert Silverberg, Marion Zimmer Bradley, Poul Anderson, Samuel R. Delany, Thomas Burnett Swann, John Brunner, Avram Davidson, A. Bertram Chandler, A. E. van Vogt, Philip K. Dick, Ursula K. Le Guin, Fritz Leiber, R. A. Lafferty, Roger Zelazny, Gordon R. Dickson und Andre Norton.

Außerdem brachte Wollheim - vom Autor nicht autorisiert - eine Paperbackausgabe von Der Herr der Ringe von J. R. R. Tolkien heraus, weil Tolkien ihm auf seine Anfrage hin 1964 geantwortet hatte, er wünsche keine Ausgabe seines Werkes in derart degenerierter Form. Diese Zurückweisung ärgerte Wollheim derart, dass er nach einem Schlupfloch in den Urheberrechten daran suchte. Tatsächlich waren die Taschenbuchrechte für die USA nicht eindeutig geregelt. Wollheim schloss daraus, die Rechte für die Staaten seien frei [2], und legte mit dem, was später als Raubdruck bezeichnet wurde, die Grundlage für den immensen Erfolg des Buches in den USA. Der resultierende Rechtsstreit wurde später zuungunsten von Ace Books entschieden.

1971 gründete er zusammen mit seiner Frau Elsie B. Wollheim seinen eigenen Verlag DAW [3] (nach seinen Initialen) und publizierte dort sehr erfolgreich über Jahrzehnte. Neben denen, die ihm von Ace Books in den neuen Verlag gefolgt waren, entdeckte Wollheim im Lauf der Jahre Caroline Janice Cherryh, Tanith Lee, Tad Williams, Michael Moorcock, Brian Stableford, Jennifer Roberson, E. C. Tubb und Barrington J. Bayley bzw. half ihnen, auch außerhalb Großbritanniens in den USA Fuß zu fassen. Darüber hinaus brachte er auch Science-Fiction aus dem nicht-englischsprachigen Raum heraus, etwa die Gebrüder Strugatzki, Wolfgang Jeschke, Herbert W. Franke, Gerard Klein oder Pierre Barbet.

Erst 1985 übergab er die Chefredaktion an seine Tochter, war aber trotz eines Schlaganfalls 1988 bis zu seinem Lebensende in die Verlagsarbeit als Berater eingebunden.

Werke[Bearbeiten]

(Die Auflistung der Werke orientiert sich am Datum der Erstveröffentlichung.) [4] [5] [6]

Mike Mars[Bearbeiten]

  • Mike Mars, Astronaut. 1961
  • Mike Mars Flies the X-15. 1961
  • Mike Mars at Cape Canaveral. 1961
  • Mike Mars in Orbit. 1966
  • Mike Mars Flies the Dyna-Soar. 1966
  • Mike Mars, South Pole Spaceman. 1966
  • Mike Mars and the Mystery Satellite. 1966
  • Mike Mars Around the Moon. 1966

Die Jugendbuchserie „Mike Mars“ wurde von 1961 bis 1966 veröffentlicht, wobei der dritte Band 1966 unter dem veränderten Titel Mike Mars at Cape Kennedy erschien.

weitere Romane[Bearbeiten]

  • The Secret of Saturn's Rings. 1954
  • Secret of the Martian Moons. 1955
  • One Against the Moon. 1956
  • Across Time. 1958, unter dem Psyeudonym David Grinnell
  • Edge of Time. 1958, unter dem Psyeudonym David Grinnell
  • The Secret of the Ninth Planet. 1959
  • The Martian Missile. 1959, unter dem Psyeudonym David Grinnell
  • Destiny's Orbit. 1961, unter dem Psyeudonym David Grinnell
  • Destination, Saturn. 1967, unter dem Psyeudonym David Grinnell, zusammen mit Lin Carter
  • To Venus! To Venus! 1971, unter dem Psyeudonym David Grinnell

Sammlungen[Bearbeiten]

  • Two Dozen Dragon Eggs. 1969. Deutsche Übersetzung: Wie weit ist es nach Babylon? Two Dozen Dragon Eggs. Utopisch-technische Erzählungen, München 1972.
  • The Men From Ariel. 1982
  • Up There And Other Strange Directions. 1988

Anthologien[Bearbeiten]

  • The Pocket Book Of Science Fiction. 1943
  • Viking Portable Novels Of Science. 1945
  • Flight Into Space. 1950
  • Every Boy's Book Of Science Fiction. 1951
  • Prize Science Fiction. 1953
  • Adventures In The Far Future. 1954
  • Tales of Outer Space. 1954
  • The Ultimate Invader And Other Science-Fiction. 1954
  • Adventures On Other Planets. 1955
  • Terror In The Modern Vein. 1955
  • The End Of The World. 1956
  • The Earth in Peril. 1957
  • Men On The Moon. 1958
  • The Hidden Planet: Science-Fiction Adventures On Venus. 1959
  • The Macabre Reader. 1959
  • More Terror In The Modern Vein. 1961
  • More Macabre. 1961
  • More Adventures On Other Planets. 1963
  • Swordsmen In The Sky. 1964
  • Operation: Phantasy: The Best From The Phantagraph. 1967
  • Ace Science Fiction Reader. 1971
  • The Best From The Rest Of The World. 1976
  • The DAW Science Fiction Reader. 1976

Anthologiereihen[Bearbeiten]

  • World's Best Science Fiction. Jahresauswahlbände mit Terry Carr herausgegeben, 1965 bis 1971
  • Annual World's Best SF. Jahresauswahlbände, zeitweise mit Arthur W. Saha herausgegeben, 1972 bis 1990

Verfilmungen[Bearbeiten]

Auf Wollheims Kurzgeschichte Mimic, die er 1942 unter dem Pseudonym Martin Pearson veröffentlichte, basierte der Film Mimic – Angriff der Killerinsekten von 1997. [7] Auf diesen folgten die Filme Mimic 2 (2001) und Mimic 3: Sentinel (2003).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Donald Allen Wollheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b John Clute/Peter Nichols, The Encyclopedia of Science Fiction. St. Martin's Press, New York 1993, ISBN 1-85723-124-4
  2. Betsy Wollheim: The Family Trade in Locus Magazine. Juni 2006 (Auszug aus dem Interview) [1]
  3. Welcome to DAW Books (englisch) DAW Books. Abgerufen am 20. Oktober 2009.
  4. Deutsche Nationalbibliothek (DNB): Werke von Donald A. Wollheim [2]
  5. Fantastic Fiction: Werke von Donald A. Wollheim [3]
  6. Internet Book List (IBList): Werke von Donald A. Wollheim [4]
  7. Internet Movie Database (IMDb): Mimic – Angriff der Killerinsekten [5]