Großradl

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Großradl
Wappen von Großradl
Großradl (Österreich)
Großradl
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Deutschlandsberg
Kfz-Kennzeichen: DL
Hauptort: Stammeregg
Fläche: 32 km²
Koordinaten: 46° 41′ N, 15° 16′ O46.68611111111115.264444444444520Koordinaten: 46° 41′ 10″ N, 15° 15′ 52″ O
Höhe: 520 m ü. A.
Einwohner: 1.397 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 44 Einw. pro km²
Postleitzahl: 8552
Vorwahl: 3466
Gemeindekennziffer: 6 03 13
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Feisternitz 150
8552 Großradl
Website: www.grossradl.at
Politik
Bürgermeister: Alfred Rauch (ÖVP)
Gemeinderat: (2005)
(15 Mitglieder)
10
4
1
10 
Von 15 Sitzen entfallen auf:
Lage der Gemeinde Großradl im Bezirk Deutschlandsberg
Aibl Deutschlandsberg Eibiswald Frauental an der Laßnitz Freiland bei Deutschlandsberg Bad Gams Garanas Georgsberg Greisdorf Gressenberg Groß Sankt Florian Großradl Gundersdorf Kloster Hollenegg Lannach Limberg bei Wies Marhof Osterwitz Pitschgau Pölfing-Brunn Preding Rassach Sankt Josef Sankt Martin im Sulmtal Sankt Oswald ob Eibiswald Sankt Peter im Sulmtal Sankt Stefan ob Stainz Schwanberg Soboth Stainz Stainztal Stallhof Sulmeck-Greith Trahütten Unterbergla Wernersdorf Wettmannstätten Wielfresen Wies SteiermarkLage der Gemeinde Großradl im Bezirk Deutschlandsberg (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Großradl ist bis Ende 2014 eine Gemeinde mit 1397 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Bezirk Deutschlandsberg in der Steiermark. Im Rahmen der steiermärkischen Gemeindestrukturreform ist sie ab 2015 mit den Gemeinden Aibl, Eibiswald, Pitschgau, St. Oswald ob Eibiswald und Soboth zusammengeschlossen.[1] Grundlage dafür ist das Steiermärkische Gemeindestrukturreformgesetz - StGsrG.[2]

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Großradl liegt in der südlichen Weststeiermark an der Grenze zu Slowenien. Durch die Radlpass Straße (B 76) ist die Gemeinde an die Nachbargemeinden Aibl und Eibiswald sowie über den Radlpaß an das benachbarte Slowenien angeschlossen. Wichtigste Erhebung der Gemeinde ist der Klementkogel mit 1052 Metern. Gewässer in der Gemeinde sind der Stammereggbach, Großer und Kleiner Lateinbach, Wuggitzbach, Feisternitzbach und Auenbach.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Großradl besteht aus den neun Katastralgemeinden Bachholz, Feisternitz, Kleinradl, Kornriegl, Oberlatein, Pongratzen, Stammeregg, Sterglegg und Wuggitz.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Eibiswald Pitschgau
Aibl Nachbargemeinden Oberhaag
Radlje ob Dravi

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gebiet von Großradl liegt am Nordhang des Gebirgszuges, über den die Wegeverbindungen zwischen dem südlichen Teil der historischen Steiermark (Untersteiermark) und deren nördlichen Teilen (Mittel- und Obersteiermark) verlaufen. Im Mittelalter wurden diese Wege durch mehrere Befestigungsanlagen gesichert, von denen nur mehr geringe Reste vorhanden sind. Es handelte sich dabei um Holz-Erde-Anlagen, sogenannte Motten, zumindest teilweise waren steinerne Fundamente vorhanden.[3]

Die Anlage am Turmbauerkogel in der Katastralgemeinde Sterglegg steht unter Denkmalschutz. Sie bestand aus zwei Turmburgen, zwischen denen noch Geländeunebenheiten der früheren Anlage erkennbar sind.[4] [5]

In der Katastralgemeinde Pongratzen lag bei Kleinwuggitz ein weiterer Turmburghügel, der die Form eines elliptischen Kegelstumpfes hat. Er ist etwa sechs Meter hoch, sein Plateau misst 13 x 15 Meter. Zwei Hangstufen (Bermen) sind noch erkennbar, ebenso Reste eines Walles.[6]

Eine dritte Stelle, an der sich Hinweise auf einen Turmburghügel befanden und die seit etwa 1888 bekannt war,[7] wurde 1976 abgetragen: der damals so genannte „Beisser-Schlosskogel“. Er befand sich in der Katastralgemeinde Wuggitz auf einem Bergrücken zwischen dem Wuggitzbach und dem Lateinbach bei der Siedlung Großwuggitz. Bei der Abtragung des Hügels wurde eine Brandschicht gefunden. An der Stelle sind keine Hinweise mehr erkennbar, auch urkundliche Nennungen sind nicht bekannt.[8] Ob es sich tatsächlich bereits um eine Wehranlage aus der Zeit der Karolinger[9] handelte, ist nicht mehr feststellbar.

Ob der „Hof in der Ladein“, der 1318 vom Bischof von Seckau an Jakob aus der Ladein verlehnt wurde,[10] sich bei einer der drei Turmburgstellen befand, ob es sich um eine weitere kleine Befestigungsanlage handelt oder ob damit die mittelalterliche Siedlung bezeichnet war, die weiter nördlich beim Pfaffenkraner-Waldschloss in der Gemeinde Pitschgau liegt, ist nicht belegt.

Die Gemeinde Großradl besteht seit 1969. Damals wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Kleinradl und Kornriegl mit der Katastralgemeinde Stammeregg und dem östlich des Auenbaches gelegenen Teil der Katastralgemeinde Bachholz der damaligen Gemeinde Stammeregg zur neuen Gemeinde Großradl zusammengelegt.[11] Die Gemeinde Kleinradl war in ihrer damaligen Form erst ein Jahr zuvor, mit 1. Jänner 1968, aus den Gemeinden Feisternitz, Kleinradl und Oberlatein entstanden.[12] Bereits ab 1. Jänner 1961 war die Gemeinde Sterglegg mit dem damaligen Kornriegl vereinigt worden.[13]

Großradl verfügt über keine eigene Pfarrkirche sondern gehört zur Pfarre Eibiswald. Kleinere Teile der Gemeinde gehören zur Pfarre Oberhaag.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsstruktur[Bearbeiten]

Die Gemeinde hatte laut Volkszählung 2001 1.505 Einwohner. 99,7 % der Bevölkerung besitzen die österreichische Staatsbürgerschaft. Zur römisch-katholischen Kirche bekennen sich 97,1 % der Einwohner, 1,9 % sind ohne religiöses Bekenntnis.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Während sich die Bevölkerungszahl zwischen 1869 und 1934 kaum veränderte, setzte zwischen den 30er Jahren und dem Jahr 1961 ein Rückgang der Bevölkerung um beinahe 20 % ein. Seitdem schwankt die Einwohnerzahl um etwa 1.500 Personen.

Bevölkerungsverteilung 2001
Bachholz 84
Feisternitz 322
Kleinradl 64
Kornriegl 34
Oberlatein 192
Pongratzen 119
Stammeregg 406
Sterglegg 119
Wuggitz 165


Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Großradl

Touristisch ist die Gemeinde unter anderem durch den Volkskundlichen Wanderweg erschlossen.

Als Aussichtsturm ist der öffentlich begehbare Glockenturm der Kirche St. Pongratzen (Sv. Pankracij) zu empfehlen. Auf 900 Metern Seehöhe bietet sich ein Panoramablick über die Südweststeiermark und das slowenische Drautal.

Die Kirche mit dem angebauten Glockenturm befindet sich auf slowenischem Territorium. Die erste urkundliche Erwähnung war bereits 1490. Die derzeitige Kirche wurde 1655 im barocken Stil erbaut. Der Kirchturm an der Grenze wurde bereits seit 1935 als Aussichtswarte benützt und ist 2003 auch mit österreichischen und EU Fördermitteln renoviert worden. In den Sommermonaten ist dieser Aussichtsturm (Eintritt frei) durchgehend geöffnet.

Bekannt sind die grenzüberschreitenden Veranstaltungen mit einer zweisprachigen Messe jeweils am 2. Sonntag im Mai, am Pfingstmontag, am 17. Juli und am 1. Sonntag nach dem 17. Juli, am 2. Sonntag im August und am 1. Sonntag im September.

Beim Buschenschank „Glirsch“ gibt es ein Weinbaumuseum, in dem Exponate einen Überblick über die Tradition des Weinbaues geben. Führungen auf Wunsch. Öffnungszeiten: März bis Dezember.

Thomas Hammerl (* 1987) aus Wuggitz, beherrscht eine Vielzahl von Musik-Instrumenten wie etwa Harmonika, Klarinette, Gitarre. Er gilt als Super Talent und hat schon mehrere Musik-Preise gewonnen. Mit seiner volkstümlichen Gruppe „Oberkrainer Power“ war er schon zwei mal beim Musikantenstadl.

Die Turmburg in Sterglegg war die Vorgängerin der befestigten Anlage am Standort des heutigen Schlosses Eibiswald.

Großradl im Süden des Saggautales, Aufnahmeblatt um 1877/78

Landschaftsschutzgebiet[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Landschaftsschutzgebiet Nr. 3 „Soboth-Radlpass“. Dieses Gebiet ist von Wiesen und Wäldern in einer großräumigen Waldlandschaft, von Grünlandnutzung und kleinräumigen Streuobstwiesen geprägt. Die Unterschutzstellung dient der Erhaltung des landschaftlichen Charakters, der natürlichen und naturnahen Landschaftselemente sowie der Bewahrung der Landschaft als Erholungsraum für die Allgemeinheit. Geschützt sind beispielsweise die großen zusammenhängenden unverbauten Flächen wie naturnahe Waldflächen, die strukturierte Kulturlandschaft mit ihren Kleinbiotopen wie Gebüschen und Baumgruppen, die Feldrain- und Waldrandgesellschaften, die naturnahen strukturreichen Kleingewässer wie Quellen, Bäche etc., die Lebensräume für die im Schutzgebiet vorkommenden Tier- und Pflanzenarten und die naturnahen Bachabschnitte.[14]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Laut Arbeitsstättenzählung 2001 gibt es 28 Arbeitsstätten mit 67 Beschäftigten in der Gemeinde sowie 540 Auspendler und 27 Einpendler. Wichtigster Arbeitgeber ist das Beherbergungs- und Gaststättenwesen sowie der Handel. Es gibt 172 land- und forstwirtschaftliche Betriebe (davon 39 im Haupterwerb), die zusammen 2.497 ha bewirtschaften (1999).

Die Verkehrserschließung erfolgt einerseits über die Südsteirische Grenz Straße B 69 und andererseits über die Radlpass Straße B 76.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Gemeinde Großradl ist politisch stark von der ÖVP dominiert. Bei den Gemeinderatswahlen 2005 erreichte sie 63,98 % was einen Zuwachs von 1,18 % bei einem gleichbleibenden Mandatsstand von 10 Gemeinderatsmandaten bedeutete. Die SPÖ konnte hingegen stärker von den Verlusten der FPÖ profitieren und steigerte ihren Stimmanteil um 2,97 % auf 24,05 %. Damit konnte die SPÖ auch der FPÖ ein Mandat abnehmen und kam auf vier Gemeindesitze. Die FPÖ musste einen Verlust von 4,15 % hinnehmen und erreichte mit 11,97 % nur noch ein Mandat.

Wappen[Bearbeiten]

Die Verleihung des Gemeindewappens erfolgte mit Wirkung vom 1. Juni 2007.
Wappenbeschreibung: In grünem Schild auf silbernem, mit einem schwarzen neunspeichigen Wagenrad belegtem Hügel ein silberner Turm in Fachwerkbauweise mit Zeltdach und plankenbewehrter Wehrplattform, zwei schwarz durchbrochenen hochrechteckigen Fenstern im ersten Geschoß und umgeben von einer Palisadenwand.[15]

Literatur[Bearbeiten]

  • Heimo Kaindl, Evelyn Kaindl-Ranzinger: Volkskundlicher Wanderweg Großradl. Ein Spaziergang durch die Kulturlandschaft am Radl. Wegbegleiter. Eibiswald ca. 2000

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Steiermärkische Gemeindestrukturreform.
  2. § 3 Abs. 2 Z 2 des Gesetzes vom 17. Dezember 2013 über die Neugliederung der Gemeinden des Landes Steiermark (Steiermärkisches Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG). Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 2. April 2014. Nr. 31, Jahrgang 2014. ZDB-ID 705127-x. S. 2.
  3. Helmut-Theobald Müller (Hrsg.), Gernot Peter Obersteiner (wissenschaftliche Gesamtleitung): Geschichte und Topographie des Bezirkes Deutschlandsberg. Graz-Deutschlandsberg 2005. ISBN 3-90193815X. Steiermärkisches Landesarchiv und Bezirkshauptmannschaft Deutschlandsberg 2005. In der Reihe: Große geschichtliche Landeskunde der Steiermark. Begründet von Fritz Posch†. Erster Teilband, Allgemeiner Teil. Gernot Obersteiner: Siedlung, Verwaltung und Gerichtsbarkeit bis 1848. Seiten 42–45.
  4. Werner Murgg, Bernhard Hebert: Mittelalterliche und Frühneuzeitliche Wehrbauten im Bezirk Deutschlandsberg: Aufnahme der Bodendenkmale. Mit Zeichnungen von Stefan Karl. Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich BMÖ. Band 10, Jahrgang 1994. Hrsg: Österreichische Gesellschaft für Mittelalterarchäologie ÖGM, Wien. ISSN 1011-0062. S. 53–54, Lageskizze S. 72. Koordinaten der Turmburg Sterglegg: 46° 40′ 20″ N, 15° 14′ 40″ O46.67234166666715.244408333333.
  5. Robert Baravalle: Burgen und Schlösser der Steiermark. Eine enzyklopädische Sammlung der steirischen Wehrbauten und Liegenschaften, die mit den verschiedensten Privilegien ausgestattet waren. Graz 1961, Verlag Stiasny. S. 86.
  6. Werner Murgg, Bernhard Hebert: Wehrbauten. S. 55–56, Lageskizze S. 76. Koordinaten des Turmburghügels Pongratzen: 46° 40′ 26″ N, 15° 18′ 16″ O46.67388888888915.304444444444.
  7. V(áclav, auch: Wenzel) Radimský: Urgeschichtliche Forschungen in der Umgegend von Wies in Mittel-Steiermark. I. Die prähistorischen Denkmale der Umgebung von Wies. In: Franz Hauer (Red.): Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien - MAG. Band XIV (Band IV der neuen Folge) Jahrgang 1884. Verlag Gerold. Wien. S. 47–48.
  8. Werner Murgg, Bernhard Hebert: Wehrbauten. S. 62, Lageskizze (Grundstücksgrenzen wurden seither verändert) S. 86. Koordinaten des Beisser-Schlosskogels: 46° 40′ 41″ N, 15° 18′ 6″ O46.67805555555615.301666666667.
  9. Robert Baravalle: Burgen und Schlösser. S. 59.
  10. Robert Baravalle: Burgen und Schlösser. S. 74.
  11. Gesetz vom 3. Dezember 1968 über Gebietsänderungen von Gemeinden, Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 27. Dezember 1968, 22. Stück, Nr. 164. S. 173–174.
  12. Gesetz vom 18. Dezember 1967 über Gebietsänderungen von Gemeinden, Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 29. Dezember 1967, 26. Stück, Nr. 138. S. 188.
  13. Verordnung vom 23. Dezember 1960, Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 29. Dezember 1960, 39. Stück, Nr. 90. S. 238 (zweite Version, Doppelzählung im LGBl.).
  14. Verordnung der Steiermärkischen Landesregierung vom 19. Dezember 2013 über die Erklärung von Gebieten der Soboth und des Radlpasses zum Landschaftsschutzgebiet Nr. 3. Steiermärkisches Landesgesetzblatt vom 27. Jänner 2014. Nr. 10. ZDB-ID 705127-x. S. 1–2. Diese Verordnung ersetzte die Verordnung über die Erklärung von Gebieten der Soboth und des Radlpasses zum Landschaftsschutzgebiet, LGBl. Nr. 38/1981, zuletzt in der Fassung LGBl. Nr. 64/1981.
  15. Landesgesetzblatt Steiermark Nr. 42/2007

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Großradl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten: OSM, Google oder Bing