Sulmeck-Greith

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Sulmeck-Greith
Wappen von Sulmeck-Greith
Sulmeck-Greith (Österreich)
Sulmeck-Greith
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Deutschlandsberg
Kfz-Kennzeichen: DL
Hauptort: Gasselsdorf
Fläche: 18,65 km²
Koordinaten: 46° 44′ N, 15° 19′ O46.73333333333315.316666666667320Koordinaten: 46° 44′ 0″ N, 15° 19′ 0″ O
Höhe: 320 m ü. A.
Einwohner: 1.318 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 71 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 8443, 8543, 8544, 8551
Vorwahl: 3465, 3457
Gemeindekennziffer: 6 03 36
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gasselsdorf 78
8543 St. Martin im Sulmtal
Website: www.sulmeck-greith.at
Politik
Bürgermeister: Karl König (ÖVP)
Gemeinderat: (2005)
(15 Mitglieder)
9
5
1
Von 15 Sitzen entfallen auf:
Lage der Gemeinde Sulmeck-Greith im Bezirk Deutschlandsberg
Aibl Deutschlandsberg Eibiswald Frauental an der Laßnitz Freiland bei Deutschlandsberg Bad Gams Garanas Georgsberg Greisdorf Gressenberg Groß Sankt Florian Großradl Gundersdorf Kloster Hollenegg Lannach Limberg bei Wies Marhof Osterwitz Pitschgau Pölfing-Brunn Preding Rassach Sankt Josef Sankt Martin im Sulmtal Sankt Oswald ob Eibiswald Sankt Peter im Sulmtal Sankt Stefan ob Stainz Schwanberg Soboth Stainz Stainztal Stallhof Sulmeck-Greith Trahütten Unterbergla Wernersdorf Wettmannstätten Wielfresen Wies SteiermarkLage der Gemeinde Sulmeck-Greith im Bezirk Deutschlandsberg (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Sulmeck-Greith ist bis Ende 2014 eine Gemeinde mit 1318 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Bezirk Deutschlandsberg in der Steiermark. Im Rahmen der steiermärkischen Gemeindestrukturreform ist sie bis 2015 mit der Gemeinde St. Martin im Sulmtal zusammengeschlossen, die neue Gemeinde wird den Namen Sankt Martin im Sulmtal weiterführen.[1] Grundlage dafür ist das Steiermärkische Gemeindestrukturreformgesetz - StGsrG.[2]

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde Sulmeck-Greith liegt in der südlichen Weststeiermark an der Mündung der Schwarzen und der Weißen Sulm. Der flächenmäßig größte Teil des Gemeindegebietes mit den Katastralgemeinden Gasselsdorf, Dietmannsdorf und Graschach liegt im Mündungsbereich der beiden Sulmquellen. Im Süden schließt sich ein hügeliger Teil an, der im Volksmund als St. Ulrich im Greith bezeichnet wird. Hier liegen zwischen dem Sulmtal und dem Saggautal die Katastralgemeinden Tombach, Kopreinigg und Pitschgauegg und die Pfarrkirche Sankt Ulrich.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Sulmeck-Greith besteht aus insgesamt sechs Katastralgemeinden. Drei davon liegen in der Ebene, im Sulmtal (Graschach, Dietmannsdorf i.S., Gasselsdorf) und die drei anderen auf der Höhe, im Greith (Kopreinigg, Pitschgauegg, Tombach). Im nördlichen Gemeindegebiet liegt im Norden die Katastralgemeinde Graschach, im Westen Dietmannsdorf im Sulmtal und im Süd-Osten Gasselsdorf. Im Süden schließt sich die Katastralgemeinde Kopreinigg an, in der sich der Ort Sankt Ulrich im Greith befindet. Der südlichste Teil des Gemeindegebietes wird von den Katastralgemeinden Pitschgauegg im Westen und Tombach im Osten gebildet.

Eine kleine Grenzänderung zwischen den Gemeinden Wies und Sulmeck-Greith erfolgte mit Wirkung ab 1. Jänner 2014 für die KG Pitschgauegg.[3]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

St. Martin im Sulmtal Pistorf
Pölfing-Brunn Nachbargemeinden Gleinstätten /
Sankt Johann im Saggautal
Wies Pitschgau Oberhaag

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort war Teil der 1122 entstandenen Mark Steiermark, die 1180 als Herzogtum Steiermark von Bayern getrennt wurde. Ab 1192 wurde das Gebiet durch die Babenberger in Personalunion zwischen Österreich und der Steiermark regiert.

Schloss Kopreinigg 1681

Im Westen des Ortes St. Ulrich in Greith befand sich auf einer ungefähr 50 mal 70 Meter großen ebenen Geländestelle das Schloss Kopreinigg. An seinem Beginn stand ein Wehrturm (Turmburg, Motte), dessen Erbauung im 13. Jahrhundert durch einen Dienstmann der Wildoner vermutet wird: Ulrich in der Koprounik wird 1301 erwähnt, 1308 erhielt er vom Bischof von Seckau den Zehent um die Burg Bischofegg verliehen. Vor 1400 starb sein Geschlecht aus, der Wehrbau kam an die verwandte Familie Grasl (Graezer, Gräsl). Die Grasl verkauften das Schloss 1475 an Paul von Eibiswald. 1576 wurde behauptet, dass beim Schloss Kopreinigg ein Burgfried bestehe, dies blieb aber mangels Urkunden unbeweisbar. 1658 wurde das Schloss nur mehr von einem Verwalter bewohnt, war baufällig und seine Grundstücke brachten wenig Erträge. Im Jahr 1681 wurde das Schloss, damals als mehrstöckiger Vierkanter, von Georg Matthäus Vischer abgebildet, 1740 lag es bereits öde. Damals dürfte nur mehr der Nordflügel bestanden haben, 1826 scheint das Gebäude nicht mehr auf. Das Gebäude dürfte zwischen 1785 und 1826 zur Ruine geworden und abgetragen worden sein. 1848 wurde die Grundherrschaft aufgelöst, zu ihr hatte auch eine Glashütte in der Soboth gehört. Es sind keine Mauern mehr erkennbar, nur Ziegel- und Mörtelreste und Gesteinstrümmer in den Grundstücken seines Standortes. Für das 20. Jahrhundert ist als Bezeichnung des Geländes das Wort „Schlosskogel“ belegt. Für ein Wohnhaus in seiner Nähe ist erwähnt, dass es aus den Steinen des Schlosses erbaut worden sein soll.[4] [5]

Von 1282 bis 1918 stand das Gebiet unter der Herrschaft der Habsburger.

Am 6. November 1918 kam der Ort als Teil der Steiermark zur Republik Deutsch-Österreich. Nach der Annexion Österreichs 1938 kam er zum Reichsgau Steiermark, 1945 bis 1955 war er Teil der englischen Besatzungszone in Österreich.

Die Gemeinde Sulmeck-Greith entstand mit 1. Jänner 1969 durch Zusammenlegung der Gemeinden Dietmannsdorf im Sulmtal, Gasselsdorf und Sankt Ulrich in Greith.[6] Der Name der Gemeinde Sankt Ulrich war mit 1. Juni 1951 in Sankt Ulrich in Greith geändert worden.[7]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Bevölkerungszahl im Gebiet von Sulmeck-Greith hat sich seit dem 19. Jahrhundert nicht wesentlich verändert.

Bevölkerungsverteilung 2001
Tombach 373
Gasselsdorf 318
Kopreinigg 304
Dietmannsdorf im Sulmtal 248
Graschach 159
Pitschgauegg 105

Bevölkerungsstruktur[Bearbeiten]

2001 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 1.507 Einwohner. 99,5 % der Bevölkerung besitzen die österreichische Staatsbürgerschaft. Zur römisch-katholischen Kirche bekennen sich 96,8 % der Einwohner, 2,3 % sind ohne religiöses Bekenntnis.

Pfarrkirche St. Ulrich in Greith

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Sulmeck-Greith

Sehenswürdigkeiten der Gemeinde befinden sich insbesondere im sogenannten Laubdorf St. Ulrich. Die Pfarrkirche, die dem heiligen Ulrich geweiht ist, verfügt über Deckengemälde von Peter Pongratz, einen zeitgenössischen Altar von Werner Schimpl und eine volkstümliche Pietà.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Laut Arbeitsstättenzählung 2001 gibt es 29 Arbeitsstätten mit 277 Beschäftigten in der Gemeinde sowie 507 Auspendler und 222 Einpendler. Wichtigste Branche ist die Sachgütererzeugung. Es gibt 130 land- und forstwirtschaftliche Betriebe (davon 93 im Haupterwerb), die zusammen 2.078 ha bewirtschaften (1999).

Der Haupterwerb besteht aus Pendlern, Kleinlandwirten, einigen Gewerbebetrieben und einen Industriebetrieb. Als typischer Wein gilt der Weststeirische Schilcher, der hier in Gemeinde überwiegend angebaut wird. Wichtigster Betrieb ist das Ziegelwerk (Tondach) Gleinstätten.

Die Verkehrserschließung des Gemeindegebietes erfolgt über die Sulmtal Straße (B 74) und die Pölfing Brunnerstraße (L605). Die Südsteirische Grenzstraße (B 69) liegt südlich des Gemeindegebietes.

Politik[Bearbeiten]

Die ÖVP stellt im Gemeinderat von Sulmeck-Greith die stärkste Fraktion. Bei den Gemeinderatswahlen konnte die ÖVP stark zulegen und gewann ein zusätzliches Mandat. Mandatsverteilung: 10 ÖVP 5 SPÖ (2010).

Wappen[Bearbeiten]

Das Recht zur Führung des Wappen wurde von der Steiermärkischen Landesregierung verliehen, die das Wappen am 1. Juli 1986 auch überreichte. Das Wappen zeigt in einer weißen und schwarzen, geschwungenen breiten Linie die Schwarze und die Weiße Sulm. Die beiden Linien verlaufen dabei von den oberen Ecken diagonal zum Schildfuß. Über den Linien hängt eine belaubte Weintraube, die als Zeichen für die Fruchtbarkeit der Landschaft dient. Die Grundfarbe des Schildes ist zweigeteilt, wobei der linke Wappenteil in rot, der rechte in weiß gehalten ist. Die Weintraube ist hingegen zur Hälfte in der jeweils anderen Farbe gehalten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sulmeck-Greith – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Historische Landkarten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Steiermärkische Gemeindestrukturreform.
  2. § 3 Abs. 2 Z 3 des Gesetzes vom 17. Dezember 2013 über die Neugliederung der Gemeinden des Landes Steiermark (Steiermärkisches Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG). Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 2. April 2014. Nr. 31, Jahrgang 2014. ZDB-ID 705127-x. S. 2.
  3. Kundmachung der Steiermärkischen Landesregierung vom 21. November 2013 über die Änderung der Grenze zwischen der Marktgemeinde Wies und der Gemeinde Sulmeck-Greith, beide politischer Bezirk Deutschlandsberg. Steiermärkisches Landesgesetzblatt vom 6. Dezember 2013. Nr. 155, 35. Stück. ZDB-ID 705127-x. S. 683–684.
  4. Werner Murgg, Bernhard Hebert: Mittelalterliche und Frühneuzeitliche Wehrbauten im Bezirk Deutschlandsberg: Aufnahme der Bodendenkmale. Mit Zeichnungen von Stefan Karl. Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich BMÖ. Band 10, Jahrgang 1994. Hrsg: Österreichische Gesellschaft für Mittelalterarchäologie ÖGM, Wien. ISSN 1011-0062. S. 66–67. Koordinaten des Schlosses Kopreinigg: 46° 42′ 56″ N, 15° 19′ 26″ O46.71555555555615.323888888889
  5. Robert Baravalle: Burgen und Schlösser der Steiermark. Eine enzyklopädische Sammlung der steirischen Wehrbauten und Liegenschaften, die mit den verschiedensten Privilegien ausgestattet waren. Graz 1961, Verlag Stiasny. S. 73.
  6. Gesetz vom 3. Dezember 1968 über Gebietsänderungen von Gemeinden, Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 27. Dezember 1968, 22. Stück, Nr. 164. S. 187.
  7. Kundmachung vom 16. Mai 1951, Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 28. Dezember 1959, 13. Stück, Nr. 37. S. 114.