HMS Acheron (H45)

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Flagge
Die HMS Acheron
Die HMS Acheron
Übersicht
Typ Zerstörer
Einheiten 8 und Leader
Bauwerft

Thornycroft,
Woolston bei Southampton

Bestellung 29. Mai 1928
Kiellegung 29. Oktober 1928
Stapellauf 18. März 1930
Indienststellung 12. Oktober 1931
Verbleib 17. Dezember 1940 gesunken
Technische Daten
Verdrängung

1350 ts

Länge

98,4 m (323 ft) üa.

Breite

9,7 m (32 ft)

Tiefgang

3,7 m (12 ft 2 in)

Besatzung

138 Mann

Antrieb

3 Thornycroft-Kessel
Parsons-Turbinen
34.000 PS, 2 Wellen

Geschwindigkeit

35,25 kn

Reichweite

4800 sm bei 15 kn / 380 t Öl

Bewaffnung

Die HMS Acheron (H45) war ein Zerstörer der A-Klasse der britischen Royal Navy, der im Zweiten Weltkrieg verloren ging. Am 17. Dezember 1940 lief die Acheron vor der Isle of Wight auf eine Mine und sank innerhalb kurzer Zeit. 192 Mann starben, nur 19 Überlebende konnten geborgen werden..

Geschichte des Bootes[Bearbeiten]

Die HMS Acheron war eines der acht Boote der A-Klasse, der ersten Zerstörerklasse der Royal Navy, die nach Ende des Ersten Weltkriegs gebaut wurde. Die Erfahrungen mit zwei vorher gebauten Prototypen (Ambuscade und der ebenfalls von Thornycroft gebauten Amazon) flossen in die Planung und den Bau ein. Zur Klasse gehörte noch der ertwas größere Flottillenführer Codrington und oft werden zwei bei Thornycroft 1931 für die Royal Canadian Navy entstandene, ähnliche Zerstörer (Saguenay und Skeena) der Klasse zugerechnet.

Die HMS Acheron lief am 18. März 1930 als einziges Boot der Klasse bei Thornycroft in Woolston bei Southampton vom Stapel. In Dienst gestellt wurde es am 13. Oktober 1931 als letztes der Klasse, 18 Monate nach dem vorletzten. Grund für die späte Einsatzbereitschaft waren die Kessel, mit denen erstmals die Nutzung von Hochdruckkesseln erprobt wurde. Man erhoffte sich davon eine verbesserte Reichweite.

Einsatzgeschichte[Bearbeiten]

HMS Acheron bildete zunächst gemeinsam mit ihren Schwesterbooten die 3. Zerstörerflottille, die der Mittelmeerflotte zugeordnet wurde. Bei Kriegsbeginn war das Boot jedoch in Portsmouth in Reparatur und konnte erst im Oktober der dortigen 18. Flottille für Aufgaben im Ärmelkanal zugeführt werden. Zu den Aufgaben gehörte die Sicherung von Geleitzügen in diesem Bereich, insbesondere auch der Truppentransporte nach Frankreich. Von Mitte Dezember bis Ende März 1940 war das Boot wegen einer Maschinenreparatur nicht einsatzbereit [1].

Am 23. März verlegte das Boot nach Scapa Flow zum Dienst bei der 16. Zerstörerflottille der Home Fleet. Nach der deutschen Besetzung Norwegens im April 1940 (Unternehmen Weserübung) wurde der Zerstörer zur Deckung von Schiffen der Home Fleet bei den einsetzenden Gegenmaßnahmen eingesetzt. Am 17. April begleitete das Boot mit der Arrow die Kreuzer Galathea, Arethusa, Carlisle und Curacao nach Andalsnes, wo alliierte Truppen gelandet wurden. Die Zerstörer kontrollierten die Küstengewässer, um weitere Fortschritte der Deutschen und den Kontakt ihrer Landungspunkte untereinander zu verhindern. Dabei gelang es am 26. April, gemeinsam mit den Zerstörern Arrow und Griffin das deutsche Vorpostenboot Schiff 26 (ex Julius Pickenpack, 393 BRT) zu kapern; dabei wurde wertvolles Geheimmaterial erbeutet[2].
Es folgten weitere Einsätze zum Schutz der vor Norwegen eingesetzten britischen Flugzeugträger. Am 30. April sicherte das Boot mit der Antelope und Beagle den Abzug aus Namsos.

Am 31. Mai lief die Acheron mit den den Flugzeugträgern Ark Royal und Glorious sowie den Zerstörern Highlander, Diana, Acasta und Ardent zum letzten Mal aus Scapa Flow nach Norwegen, um den endgültigen Abzug der Alliierten zu unterstützen. Auf dem Rückmarsch befand sich die Acheron in der Gruppe der Ark Royal, während die Schwesterboote Acasta und Ardent sich bei der Glorious befanden und von den deutschen Schlachtschiffen Scharnhorst und Gneisenau vernichtet wurden.

Das Boot wurde dann zur 1. Zerstörerflottille überstellt, die mit dem Geleitdienst im Ärmelkanal und der westlichen Biskaya betraut war. Am 21. Juni erhielt das Boot in Portsmouth eine zusätzliche 76 mm-Flak unter Abgabe des hinteren Torpedosatzes. Am 20. Juli wurde das Boot südlich von St. Catherines Point auf der Isle of Wight von deutschen Flugzeugen angegriffen und wurde durch viele Nahtreffer beschädigt. Anfang August begann die Reparatur auf der Marinewerft in Portsmouth. Dort erhielt die Acheron am 24. August einen schweren Bombentreffer im Heck. Zwei Mann wurden getötet, drei schwer verletzt. Die Maschine erlitt Schäden, dazu der hintere Decksaufbau und das erhöhte Heckgeschütz. Als Ersatz wurde das entsprechende Geschütz des noch schwerer beschädigten Zerstörers Boadicea eingebaut. Erst am 2. Dezember 1940 war die Reparatur abgeschlossen.

Der Verlust der Acheron[Bearbeiten]

Die HMS Acheron begann dann mit Probefahrten. Am 17. Dezember 1940 während einer Probefahrt nach einem kurzen Werftaufenthalt vor der Isle of Wight auf eine Mine und sank innerhalb von vier Minuten[3]. 167 Besatzungsmitglieder und 25 Werftarbeiter starben, nur 19 Überlebende konnten geborgen werden.

Das in zwei Teile zerbrochene Wrack wurde 1984 von Tauchern in einer Tiefe von 48 m auf der Position 50° 30′ 0″ N, 1° 32′ 0″ W50.5-1.5333333333333Koordinaten: 50° 30′ 0″ N, 1° 32′ 0″ W entdeckt. HMS Acheron ist seit 2006 durch den „Protection of Military Remains Act“ von 1986 geschützt. Das Wrack darf zwar von außen durch Taucher betrachtet werden, das Eindringen oder das Sammeln von Souvenirs ist jedoch verboten.

Literatur[Bearbeiten]

  • M. J. Whitley: Destroyers of World War Two. Arms and Armour Press, London 1988, ISBN 0-85368-910-5.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Geschichte der HMS Acheron
  2. 26.4.1940 Norwegen
  3. 17.– 18.12.1940 Kanal