HMS Acheron (H45)

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Acheron Royal Navy
Technische Daten
Schiffstyp: Zerstörer
Verdrängung: 1.350 ts Standard
1.773 ts maximal
Länge: 98,40 m
Breite: 9,83 m
Tiefgang: 3,73 m
Antrieb: 3 Thornycroft-3-Trommel-Dampfkessel
2 Parsons-Dampfturbinen mit Einfachgetriebe
35.500 PS (24.990 kW)
Treibstoffvorrat: 380 t Heizöl
Geschwindigkeit: 35,25 kn (65,3 km/h)
Reichweite: 4.800 sm bei 15 kn
Besatzung: 138
Bewaffnung: 4 × 4,7-inch-Schiffsgeschütze (4*1)
2 × 2-Pfünder-Flak (2*1)
8 × 21-inch-Torpedorohre (2*4)

HMS Acheron (H45) war ein Zerstörer der A-Klasse der britischen Royal Navy, der auch im Zweiten Weltkrieg eingesetzt wurde.

Das Schiff lief am 18. März 1930 als Teil der ersten Zerstörerklasse der Royal Navy, die nach Ende des Ersten Weltkriegs gebaut wurde, bei Parsons in Wallsend-on-Tyne vom Stapel. In Dienst gestellt wurde es am 13. Oktober 1931 als letztes der Klasse, 18 Monate nach dem vorletzten. Die Erfahrungen mit zwei vorher gebauten Prototypen flossen in die Planung und den Bau ein. Grund für die späte Einsatzbereitschaft waren die Kessel, mit denen erstmals die Nutzung von Hochdruckkesseln erprobt wurde. Man erhoffte sich davon eine verbesserte Reichweite.

HMS Acheron bildete zunächst gemeinsam mit ihren Schwesterschiffen die 3. Zerstörerflottille, die der Mittelmeerflotte zugeordnet wurde. Bei Kriegsbeginn war das Schiff jedoch mit der 18. Flottille im Ärmelkanal eingesetzt. Zu den Aufgaben gehörte die Sicherung von Geleitzügen in diesem Bereich, wozu insbesondere auch die Truppentransporte nach Frankreich zu rechnen waren.

Im April 1940 wurde der Zerstörer dann bei der versuchten Abwehr der deutschen Landung in Norwegen (Unternehmen Weserübung) zur Deckung von Schiffen der Home Fleet eingesetzt. Dabei gelang es am 26. April, gemeinsam mit den Zerstörern HMS Arrow und HMS Griffin ein deutsches Vorpostenboot zu kapern; dabei wurde wertvolles Geheimmaterial erbeutet.

Das Schiff wurde dann zur 1. Zerstörerflottille überstellt, die wiederum mit dem Geleitdienst im Ärmelkanal und der westlichen Biskaya betraut war. Dabei lief HMS Acheron am 11. Dezember 1940 während einer Probefahrt nach einem kurzen Werftaufenthalt vor der Isle of Wight auf eine Mine und sank innerhalb von vier Minuten. 196 Besatzungsmitglieder und Werftarbeiter starben, nur 19 Überlebende konnten geborgen werden.

Das in zwei Teile zerbrochene Wrack wurde 1984 von Tauchern in einer Tiefe von 48 m auf der Position 50° 30′ N, 1° 32′ W50.5-1.5333333333333 entdeckt. HMS Acheron ist seit 2006 durch den „Protection of Military Remains Act“ von 1986 geschützt. Das Wrack darf zwar von außen durch Taucher betrachtet werden, das Eindringen oder das Sammeln von Souvenirs ist jedoch verboten.

Literatur[Bearbeiten]

  • M. J. Whitley: Destroyers of World War Two. Arms and Armour Press, London 1988, ISBN 0-85368-910-5.

Weblinks[Bearbeiten]