HWA AG

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HWA AG
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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE000A0LR4P1
Gründung 11. August 1998
Sitz Affalterbach, Deutschland
Leitung N/N, Vorstandsvorsitzender
Mitarbeiter 233 (2012)[1]
Umsatz 63,55 Mio (2012)[1]
Gewinn 3,74 Mio (2012)[1]Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Gewinn
Branche Automobilhersteller
Website www.hwaag.com
Stand: 31. Dezember 2013 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2013

Die HWA AG ist ein 1999 gegründeter Automobilhersteller, der Rennsportaktivitäten für die Daimler AG betreibt und Fahrzeugteile entwickelt und produziert. Das Unternehmen entstand aus der seit 1967 bestehenden Motorsportabteilung von AMG (seit 2005 Mercedes-AMG).

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahr 1999 wurde AMG zu 51 % von der DaimlerChrysler AG übernommen. Gleichzeitig wurde die Motorsportabteilung aus der Mercedes-AMG ausgegliedert und als H.W.A. GmbH neu gegründet. Hans-Werner Aufrecht, der Gründer des Teams, hat es nach seinem Namen benannt.

Für den Le-Mans-Einsatz im Jahre 1999 wurde der CLK von H.W.A. zum CLR weiterentwickelt, ohne als LM-GTP auf einem Straßenwagen basieren zu müssen (die Optik wurde trotzdem dem CL angeglichen). Dieser Prototyp hat durch extreme Auslegung von Fahrwerk und Aerodynamik (angesichts der starken Konkurrenz von Toyota, BMW, Audi, Nissan usw.) insgesamt dreimal bei hoher Geschwindigkeit abgehoben, in Training, Warm-Up und dann auch im Rennen vor laufenden TV-Kameras. Wie durch ein Wunder wurde bei den spektakulären Überschlägen niemand verletzt. Der letzte verbliebene CLR wurde sofort zurückgezogen und später an einen privaten Sammler verkauft. Der teils unebenen Rennstrecke (sonst als Landstraße genutzt) wurde die Schuld für die Blamage zugeschoben.

Für das Jahr 2000 konnte zusammen mit Opel die DTM wiederbelebt werden, jedoch nicht als Meisterschaft basierend auf Serientourenwagen, sondern mit speziellem Reglement und reinrassigen Rennwagen mit für alle identischen Teilen wie Getriebe und Bremsen. Hier dominierten die AMG-Mercedes von H.W.A. meist über die Werks-Opel und die privaten Abt-Audi, die nur in einem Jahr dank Reglementszugeständnissen einen Meistertitel erringen konnten. Seit dem offiziellen Einstieg von Audi 2004 ist die Konkurrenz stärker, aber seit dem Ausstieg von Opel nach 2005 weniger zahlreich.

Im Dezember 2006 wurde die H.W.A. GmbH in die HWA AG umgewandelt. Dabei hat sich der Finanzinvestor Toto Wolff einschließlich Co-Investoren an der Gesellschaft beteiligt. Am 19. April 2007 erfolgte der Börsengang an der Frankfurter Börse, durch den ein Teil der Aktien in Streubesitz gelangte.

Neun Fahrertitel gewann das HWA-Team für Mercedes-Benz. Aufrecht betreibt mit seinem Team der HWA AG in der Saison 2007 vier Fahrzeuge der Marke Mercedes-Benz in der DTM.[2] Der erfolgreichste Fahrer des HWA Teams ist Bernd Schneider mit sieben Meistertiteln und drei Vizemeistertiteln in der DTM, ITC und FIA GT-Meisterschaft.

Der letzte Erfolg in der DTM datiert vom 28. November 2010. Paul di Resta gewann die Meisterschaft in Shanghai gegen seine Markenkollegen Gary Paffett und Bruno Spengler. Sein Renn- und Dateningenieur waren dabei Axel Randolph und Anna Stäbe. Gleichzeitig sicherte sich die HWA AG die Plätze 1 und 2 in der Team-Meisterschaft.

Seit einigen Jahren ist das Unternehmen auch erfolgreich als Motoren-Lieferant für die Formel 3 tätig. Anfangs ab 2003 nur in der Formel-3-Euroserie, seit 2006 auch in der Britische Formel-3-Meisterschaft. Während in der Saison 2007 auch Opel Motoren an die Formel-3-Euroserie lieferte[3] ist in der Saison 2009 Volkswagen der einzige Mitbewerber.

Unternehmensleitung[Bearbeiten]

Vorstand und Teammanager war bis Frühjahr 2010 Hans-Jürgen Mattheis. Technischer Leiter und ebenfalls Vorstand war Gerhard Ungar. Ungar war nach dem Rücktritt von Mattheis ab Frühjahr 2010 Alleinvorstand der HWA AG. Von Oktober 2012 bis September 2013 wurde Ungar von Eric Nève unterstützt, seit dem 1. Dezember 2013 ergänzt Ulrich Fritz den Vorstand. Am 8. Mai 2014 gab der Aufsichtsrat die Trennung vom Vorstandsvorsitzenden Gerhard Ungar bekannt.

Vorsitzender des Aufsichtsrates ist der ehemalige Chef der Mercedes Car Group Jürgen Hubbert. Darüber hinaus sitzen Hans Werner Aufrecht, Toto Wolff und Willi Dörflinger im Aufsichtsrat der Firma.

Geschäftsdaten und Unternehmensstruktur[Bearbeiten]

Im Jahr 2007 erzielte das Unternehmen einen Ebit von 9,1 und einen Nettogewinn von 5,6 Mio. € (2006) mit 224 Mitarbeitern.

Neben dem Bereich „Automobilrennsport“, entwickelt und fertigt das Unternehmen im Geschäftsbereich „Fahrzeuge/Fahrzeugkomponenten“ Bauteile für die Daimler AG und Mercedes-AMG. In deren Auftrag fertigt(e) HWA auch sehr spezielle Straßen-Kleinserienmodelle. Hierzu gehören der CLK-GTR, der CLK-DTM AMG und der A32 K (A-Klasse).

Erfolge[Bearbeiten]

1988 DTM-Debüt
1989 4. Platz DTM
1990 3. Platz DTM
1991 2. Platz DTM
1992 1. Platz DTM
1993 2. Platz DTM
1994 1. Platz DTM
1995 1. Platz DTM und ITC
1996 2. Platz ITC
1997 1. Platz FIA GT-Meisterschaft
1998 1. Platz Fahrer- und Teamwertung FIA GT-Meisterschaft
1999 Teilnahme beim 24h-Rennen von Le Mans
2000 1. Platz DTM mit Schneider
2001 1. Platz DTM mit Schneider
2002 2. Platz DTM mit Schneider
2003 1. Platz DTM mit Schneider
2004 2. Platz DTM mit Paffett
2005 1. Platz DTM mit Paffett
2006 1. Platz DTM mit Schneider
2007 2. Platz DTM mit Spengler
2008 2. Platz DTM mit di Resta, 1. Platz Teamwertung
2009 2. Platz DTM mit Paffett, 1. Platz Teamwertung
2010 1. Platz DTM mit di Resta, 1. Platz Teamwertung
2011
2012

Fahrer[Bearbeiten]

2004 AMG-Mercedes C-Klasse Bernd Schneider mit Renningenieur Martin Marx Jean Alesi mit Renningenieur Markus Röhrich Christijan Albers mit Renningenieur Axel Randolph Gary Paffett mit Renningenieur Thomas Strick
2005 AMG-Mercedes C-Klasse Bernd Schneider mit Renningenieur Markus Röhrich Jean Alesi mit Renningenieur Jürgen Zürn Mika Häkkinen mit Renningenieur Axel Randolph Gary Paffett mit Renningenieur Thomas Strick
2006 AMG-Mercedes C-Klasse Bernd Schneider mit Renningenieur Markus Röhrich Jamie Green mit Renningenieur Martin Marx Mika Häkkinen mit Renningenieur Axel Randolph/Jürgen Zürn Bruno Spengler mit Renningenieur Thomas Strick
2007 AMG-Mercedes C-Klasse Bernd Schneider mit Renningenieur Markus Röhrich Jamie Green mit Renningenieur Jürgen Zürn Mika Häkkinen mit Renningenieur Axel Randolph Bruno Spengler mit Renningenieur Thomas Strick
2008 AMG-Mercedes C-Klasse Bernd Schneider mit Renningenieur Markus Röhrich Jamie Green mit Renningenieur Jürgen Zürn Paul di Resta mit Renningenieur Axel Randolph Bruno Spengler mit Renningenieur Matthias Huber
2009 AMG-Mercedes C-Klasse Bruno Spengler mit Renningenieur Markus Röhrich Paul di Resta mit Renningenieur Axel Randolph Ralf Schumacher mit Renningenieur Andreas Riedl Gary Paffett mit Renningenieur Thomas Strick
2010 AMG-Mercedes C-Klasse Bruno Spengler mit Renningenieur Sven Bluszcz Paul di Resta mit Renningenieur Axel Randolph Ralf Schumacher mit Renningenieur Andreas Riedl Gary Paffett mit Renningenieur Thomas Strick
2011 AMG-Mercedes C-Klasse Jamie Green Gary Paffett Ralf Schumacher mit Renningenieur Andreas Riedl Bruno Spengler
2012 AMG Mercedes C-Coupé Jamie Green Gary Paffett Ralf Schumacher mit Renningenieur Andreas Riedl Christian Vietoris

Renningenieure[Bearbeiten]

Arbeitsschwerpunkt des Team HWA ist die Rennstrecke, die im Wesentlichen von den Renningenieuren geleistet wird. Die Leitung hatte Gerhard Ungar inne.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c HWA AG: Geschäftsbericht 2012. Abgerufen am 8. Mai 2014 (PDF).
  2. DTM-Teamliste 2007. In: Wayback Machine. ITR e.V., Wiesbaden, archiviert vom Original am 18. Juni 2009, abgerufen am 27. März 2013.
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatVolkswagen kehrt als Motorenlieferant in die Formel 3 zurück. In: Sideways – Die Seite für den Motorsport. CB-Verlags GmbH, 18. Juli 2007, abgerufen am 27. März 2013.