Heider SV

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Heider SV
Vereinswappen des Heider SV
Voller Name Heider Sportverein von 1925 e.V.
Gegründet 14. Oktober 1925
Stadion Stadion an der Meldorfer Straße
Plätze 11.000
Präsident Deter Bracht
Trainer Thomas Möller
Homepage www.heidersv.de
Liga Schleswig-Holstein-Liga
2012/13 7. Platz
Heim
Auswärts

Der Heider SV ist ein 1925 gegründeter Fußballverein aus Heide (Holstein). Er hatte seine Blütezeit in den 1950er Jahren und Anfang der 1960er Jahre. Der Heider SV ging als Abspaltung aus dem VfL Heide hervor. Unzufriedene Ersatzspieler forderten damals die Stammspieler zu einem Spiel auf, welches die Ersatzspieler gewannen, und gründeten anschließend am 14. Oktober 1925 den legendären "kleinen HSV", den Heider Sportverein.

Geschichte[Bearbeiten]

Vorkriegszeit von 1925 bis 1945 Jahre[Bearbeiten]

Der Heider SV wurde am 14. Oktober 1925 gegründet. Der "kleine HSV" spaltete sich damals vom VfL Heide ab.[1] Dieser wiederum war 1920 aus dem Zusammenschluss mehrerer Vereine, u. a. des Heider FC 05 und des Männerturnvereins (MTV), gebildet worden und führt seit 1945 wieder den Namen MTV Heide. Im Fußball blieb indessen der Heider SV durchweg führend. Der Heider FC 05 war Mitbegründer des Schleswig-Holsteinischen Fußball-Verbandes von 1906.

Nachkriegszeit von 1945 bis 1995[Bearbeiten]

Heide war durch den Heider SV, der damals wie heute als der "kleine HSV" bekannt ist, die kleinste Stadt mit einem Oberligaverein. Damals war die Oberliga die höchste Spielliga in Deutschland. Der Verein spielte 1956/57 und 1960/61 mit dem Hamburger SV, Hannover 96, Werder Bremen oder FC St. Pauli in der Oberliga. 1956 bezwang der Verein den Deutschen Meister von 1954 Hannover 96. In der gleichen Saison am 28. April 1957 den Hamburger SV mit 2:0 vor der bis heute gültigen Vereinsrekordkulisse von 12000 Fans. Der Heider SV war damals ein Zuschauermagnet. Es kamen im Durchschnitt über 8000 Zuschauer zu den Spielen. Zu den Auswärtsspielen reisten immer Hunderte Anhänger mit.

Der Heider SV spielte Ende der 60er Jahre bis Mitte der 70er in der Regionalliga, wo der Heider SV nicht mehr ganz an die Erfolge der 50er Jahre und Anfang der 60er Jahre anknüpfen konnte, sich allerdings vier Jahre lang in der damaligen 2. Liga wacker schlug und 1972 sogar den 9. Platz erreichte (noch vor Holstein Kiel (11.) und knapp hinter dem VfB Lübeck (6.)). Der Verein hatte immer noch beachtliche Zuschauerzahlen von bis zu 8000 Fans (1971 gegen FC St. Pauli (1:1)), bei einem Durchschnitt von fast 4000 Zuschauern). Weder Meister St. Pauli noch Vize Osnabrück oder der Dritte VfL Wolfsburg konnten in dieser Saison in Heide gewinnen; die ansonsten chronische Auswärtsschwäche hielt sich auch in Grenzen, sodass man sogar ein 1:1 in Osnabrück holen konnte. Zuschauerliebling war damals der robuste Torjäger Lothar Raddatz.

Als 1974 die neue zweigleisige 2. Bundesliga gegründet wurde, waren die Zweitligazeiten des kleinen HSV definitiv vorbei, und auch in der neu geschaffenen Amateuroberliga konnte man sich nur ein Jahr halten. Die folgenden 15 Jahre waren geprägt von dem ständigen Kampf gegen die Mittelmäßigkeit in der Verbandsliga (4. Liga). Der Heider SV schaffte es zwar mehrmals auf die ersten beiden Plätze und konnte bei Spitzenspielen bis zu 2000 Zuschauer begrüßen, kam in der Aufstiegsrunde zur Oberliga aber nie über die Rolle des Punktelieferanten hinaus und versagte vor allem in den Heimspielen krass. Mitte der 90er Jahre gelang dann problemlos die Qualifikation für die neugeschaffene Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein, wo man sich in den ersten Jahren spannende Duelle mit den Hamburger Spitzenclubs wie Altona 93 oder VfL 93 lieferte und nur knapp die Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg verfehlte.

Jüngere Zeit[Bearbeiten]

Höhe- und gleichzeitig Endpunkt stellte die Saison 1996/97 dar, als der Heider SV in zwei Qualifikationsspielen gegen Arminia Hannover den Kürzeren zog. Nach einem hoffnungsvollen 0:0 am Bischofsholer Damm gab es ein deprimierendes 0:4 in Heide vor 5500 Zuschauern. Danach verloren sowohl Fans als auch Sponsoren die Lust und es ging rapide bergab. Außerdem zeigte sich, dass man jahrelang finanziell über die eigenen Verhältnisse gelebt hatte und sich knapp vor der Insolvenz bewegte. Sportlich stieg man 2004 als Tabellenletzter mit nur zwei Siegen in die Verbandsliga ab. Gleichzeitig wurde die Oberliga HH/SH aufgelöst und in eine Oberliga Nord umgewandelt. Also kann der Heider SV für sich in Anspruch nehmen, ständiges Mitglied der "alten" Oberliga HH/SH gewesen zu sein. Aber man war nun nur noch fünftklassig.

Auch in der Verbandsliga Schleswig-Holstein (inzwischen seit 2008: Schleswig-Holstein-Liga) spielte man zunächst mehrere Jahre gegen den Abstieg, bevor ab der Saison 2006/07 durch den Einbau vieler Eigengewächse eine Konsolidierung gelang. Überhaupt hat der HSV einen sehr guten Ruf als Talentschmiede und in Schleswig-Holstein eine der besten Jugendabteilungen neben Holstein Kiel und dem VfB Lübeck.

Erfolge[Bearbeiten]

Der Heider SV wurde siebenmal Schleswig-Holstein-Meister sowie dreimal Schleswig-Holsteinischer Landespokalsieger und kam zu einer Achtelfinalteilnahme im DFB-Pokal (0:2 Niederlage beim 1. FC Kaiserslautern). Das Jahr 1961 zählt als eines der größten in der Geschichte des Heider SV. Der kleine HSV kann für sich auch eine Halbfinalteilnahme (1:3 gegen späteren Sieger Sportfreunde Siegen) bei der Deutschen Meisterschaft der Amateure beanspruchen. Der Heider SV steht in der ewigen Tabelle der Schleswig-Holstein-Liga auf dem ersten Platz und holte bereits mehr als 2.200 Punkte in der höchsten Landesklasse.

Fanszene[Bearbeiten]

Highlights der Fanszene in jüngerer Vergangenheit waren 1997 das Aufstiegshinspiel in Hannover bei der Arminia am Bischofsholer Damm, als 1000 Heider Fans ihren HSV begleiteten. Und hier ist auch noch 1999 zu nennen, als Hunderte Heider Fans beim Harburger TB den vorzeitigen Klassenerhalt in der Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein mit dem Heider SV feierten. Die Heider Fans gelten als friedfertig. Im heimischen Stadion an der Meldorfer Straße versammelt sich der harte Kern in der Ostkurve.

Nationalspieler[Bearbeiten]

Der kleine HSV brachte auch einen Nationalspieler hervor. Es handelt sich um Willi Gerdau, der 1957 beim 1:3 gegen Schottland zu einem A-Nationalmannschaftseinsatz kam. Damit hat der Heider SV den bis heute letzten A-Nationalspieler eines schleswig-holsteinischen Fußballvereins gestellt. Gerdau trat zudem achtmal für die Amateurnationalmannschaft an.

Bekannte Spieler[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatDie Geschichte des Heider Sport Vereins. Heider SV von 1925 e.V., o.J., abgerufen am 17. März 2013.