Helen Schneider

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Helen Schneider (* 23. Dezember 1952 in New York City, USA) ist eine US-amerikanische Sängerin und Schauspielerin.

Biografie[Bearbeiten]

Die Tochter von Dvora und Abraham Schneider absolvierte ein klassisches Klavierstudium, bevor sie mit einer Bluesband durch Neuengland tourte und mit verschiedenen Musikern in New York auftrat.

1978–1986[Bearbeiten]

Größere Bekanntheit in Deutschland erreichte sie vor allem durch einen Auftritt im Jahr 1978 in der Fernsehsendung Bio’s Bahnhof, wo sie ihren ersten Auftritt in Deutschland überhaupt hatte und Heinrich Werners Heidenröslein als Zugabe sang. Unter anderem durch eine Tournee mit Udo Lindenberg 1980 konnte sie ihre Bekanntheit weiter steigern und bis 1984 als Rocksängerin größere Erfolge in Deutschland feiern (Beste Sängerin 1981 und Preis der Deutschen Phono-Akademie: Sängerin des Jahres 1982 – Auszeichnungen für ihre ausdrucksvolle Stimme).

Mit dem Titel Rock ’n’ Roll Gypsy hatte sie im Herbst 1981 auch einen Top-Ten-Hit und absolvierte mehrere Deutschlandtourneen. Ihre damals bekanntesten Alben waren Live in Hamburg, Crazy Lady und Schneider with the Kick. Helen Schneider war die erste westliche Künstlerin überhaupt, die im Palast der Republik in Berlin (DDR) auftreten durfte.

1987–1999[Bearbeiten]

1987 begann dann der Wandel in ihrer Laufbahn. Der Intendant des Theaters des Westens in Berlin, Helmut Baumann, besetzte sie als Sally Bowles im Musical Cabaret. An der Seite von Hildegard Knef als Fräulein Schneider, Wolfgang Reichmann als Conférencier und Utz Richter als Herr Schultz wurde die Inszenierung zu einer der herausragenden in der jüngeren Geschichte des Hauses, und für Helen Schneider begann die Zeit als Musicaldarstellerin. Nach Schauspielunterricht, mehreren Jahren am Theater und Musicalerfolgen u. a. mit Sunset Boulevard (1995–1998) von Andrew Lloyd Webber als Norma Desmond singt sie heute überwiegend Chansons und Lieder mit Texten von Kurt Weill. 1996 sang sie für Eberhard Schoener auf dessen erster Short Operas-CD (Palazzo dell'Amore) ein Duett mit Andrea Bocelli (La luna sale e cala). Daraus entwickelte sich 1998 eine Zusammenarbeit für den Abschiedssong zur ZDF-Krimiserie Derrick, die Schoener seinerzeit musikalisch maßgeblich betreute. In den Jahren 1999 bis 2001 spielte sie die Eva Perón im Musical Evita bei den Bad Hersfelder Festspielen.

seit 2000[Bearbeiten]

Nach A Walk on the Weill Side mit Liedern von Kurt Weill und Stephen Sondheim, mit dem sie seit 1989 häufiger auftrat, war Helen Schneider zwischen 2003 und 2005 mit ihrer zweiten One-Woman-Show mit Klavierbegleitung, A Voice And A Piano, die eine Art Querschnitt ihres bisherigen musikalischen Lebens bietet, auch im deutschsprachigen Raum auf Tournee. 2005 und 2006 gab sie in Deutschland einige Konzerte mit dem Bandprojekt M’Jobi (bestehend aus Mini Schulz am Bass, Jo Ambros an der Gitarre und Meinhard „Obi“ Jenne am Schlagzeug). Mit ihrem 2007 veröffentlichten Album Like a Woman, das vorwiegend Interpretationen populärer amerikanischer Songwriter enthält, knüpfte sie wieder an ihr musikalisches Schaffen der 1970er Jahre an. Im Oktober 2008 erschien ihr neuestes, u.a. von Till Brönner produziertes Album Dream A Little Dream, das Jazz-Interpretationen von Klassikern des Great American Songbook enthält.

2007 trat sie gemeinsam mit ihrer langjährigen Freundin Linda Uruburu, die bereits während ihrer Zeit als Rock-Sängerin Managementtätigkeiten für sie erledigte und teilweise am Synthesizer in ihrer Band mitspielte, erstmals als Autorin von Kinderbüchern in Erscheinung[1].

Bei den Bad Hersfelder Festspielen 2011 war sie erneut in der Rolle der Norma Desmond in Andrew Lloyd Webbers Musical Sunset Boulevard zu sehen, Helmut Baumann hatte in dieser Inszenierung die Rolle des Max von Meyerling übernommen.

Seit August 2010 stand sie im Berliner Renaissance-Theater gemeinsam mit Gunter Gabriel in dem Musical Hello, I’m Johnny Cash als Johnny Cashs Ehefrau June Carter auf der Bühne. Ende 2011 begann eine Tournee mit dem Stück, die bis ins Frühjahr 2012 hinein lief.

Am 28. Januar 2012 feierte sie mit dem Theaterstück "Verwandlungen" im Theater Rampe in Stuttgart Premiere. Das Stück behandelt Gedichte von Anne Sexton, welche auf den Märchen der Gebrüder Grimm basieren.

Ab dem 2. September 2012 stand sie in den Hamburger Kammerspielen mit dem Stück Der Ghetto Swinger auf der Bühne. Anfang 2014 spielt sie im Altonaer Theater die Mrs. Robinson in Die Reifeprüfung.[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten]

  • Helen Schneiders Tiergeschichten für große und kleine Kinder (Helen Schneider & Linda Uruburu, Lilli Messina (Illustr.), Klaus Weimann (Übers.)), Baumhaus Medien, 2007
  • Maximilian Schnecks wunderbarer Regentag (Helen Schneider & Linda Uruburu, Lilli Messina (Illustr.), Klaus Weimann (Übers.)), Baumhaus Medien, 2007

Diskografie[Bearbeiten]

Alben[Bearbeiten]

  • So Close (Windsong, 1976; LP)
  • Let It Be Now (RCA, 1977; LP)
  • Ein Mädchen aus New York – Live in Hamburg (RCA, 1979; LP)
  • Crazy Lady (WEA Warner Music, 1980; LP)
  • Mr. Valentino – Ihre großen Erfolge (RCA, 1981; LP)
  • Schneider with the Kick (WEA Warner Music, 1981/ 1992)
  • Rock’n’Roll Gypsy (WEA Warner Music, 1982; LP)
  • Exposed (WEA Warner Music, 1982; LP)
  • Breakout (WEA Warner Music, 1983; LP)
  • Smuggled out a-Live (WEA Warner Music, 1983; Live-EP)
  • The Best of Helen Schneider (WEA Warner Music, 1983/1984; LP)
  • Helen Schneider (Amiga, 1984; LP)
  • Back on Track (Epic/CBS, 1988; LP)
  • A Walk on the Weill Side (CBS Records, 1989; LP)
  • Vagabond (CBS/ Sony Music, 1991; LP)
  • Short Operas (Ariola/Sony BMG, 1995; LP)
  • Right as the Rain (Rhino/WEA, 1995; LP)
  • Songs of Kurt Weill (Rhino/WEA, 1995; Wiederveröffentlichung mit verändertem Tracklisting und Zusatz-Track „Barbara's Song“; CD)
  • Sunset Boulevard (Polydor/Universal, 1996; CD)
  • Romantic Nights (BMG, 1999; CD)
  • A Voice and a Piano (Preiser Records, 2001; CD)
  • Cool Heat (Elysium Recordings, 2001; CD)
  • Short Operas 2 (Ariola/Sony BMG, 2001; CD)
  • Like a Woman (Edel, 2007; CD)
  • Dream a Little Dream (Edel Records, 2009; CD)
  • Working Girl – The Very Best of Helen Schneider (Edel, 2009; CD)
  • The World We Knew – The Bert Kaempfert Album (mit SWR Big Band) (Edel, 2010; CD)

Singles (in den Charts)[Bearbeiten]

  • Rock ’N’ Roll Gypsy (Rock ’N’ Roll Outlaw) (1981); CH #1, D #6
  • Angry Times (1982); D #26
  • Hot Summer Nites (1982); D #36
  • Piece of My Heart (1982); D #73

Kollaborationen[Bearbeiten]

  • Udo Lindenberg – Live – Intensivstationen (Warner Music, 1982/ 2002)
  • Eberhard Schoener – Short Operas (BMG Ariola, 1996)
  • Eberhard Schoener – The Sound of Derrick (BMG Ariola, 1998)
  • Eberhard Schoener – Short Operas II (BMG Ariola, 2001)

Musical-Produktionen[Bearbeiten]

  • Sunset Boulevard – Deutsche Originalaufnahme (Polydor/ Universal, 1996)
  • Victor/ Victoria (Bremer Theater, 2005)

Filmografie[Bearbeiten]

Kinofilme[Bearbeiten]

Fernsehen[Bearbeiten]

Musical- und Theater-Produktionen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Interview mit Helen Schneider über ihre Arbeit als Kinderbuchautorin (Version vom 20. Oktober 2007 im Internet Archive)
  2. Hamburger Abendblatt 9. Januar 2014 Seite 19 "Eine Amerikanerin in Altona"