Hermann Graf Hatzfeldt

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Hermann Maria Carl August Graf Hatzfeldt-Wildenburg-Dönhoff (* 17. Juni 1941 in Königsberg, Ostpreußen) ist ein deutscher Forstwirt, größter Privatwaldbesitzer in Rheinland-Pfalz und Brandenburg, umweltpolitischer Autor und Herausgeber sowie „Ökomanager des Jahres“ (1998).

Beruf und Ausbildung[Bearbeiten]

Nach dem Abschluss des wirtschaftswissenschaftlichen Studiums mit dem „Master of Economics (M.A.)“ an der Princeton University (USA) begann Hatzfeldt seine Berufslaufbahn als Programm Assistant der Ford Foundation in Bangkok (Thailand). 1970 kehrte er nach Deutschland zurück und leitet seitdem auf Schloss Schönstein bei Wissen an der Sieg im (Landkreis Altenkirchen (Westerwald)) als Erbe des Familienbesitzes und Eigentümer eines Forstes (7.500 Hektar) rund um Wissen in Rheinland-Pfalz sowie seit 2001 eines zweiten (6.500 Hektar) in Brandenburg nahe Massow bei Halbe den Familienbetrieb der „Hatzfeldt-Wildenburg'schen Forstverwaltung“. Hatzfeldt ist Eigentümer der größten Privatwälder Deutschlands. Er ist außerdem Eigentümer des Wasserschlosses Crottorf in Friesenhagen. Dort verstarb im Jahr 2002 Hatzfelds Tante Marion Gräfin Dönhoff.

Die Familie von Hatzfeldt, ursprünglich aus dem oberen Edertal stammend und 1139 erstmals urkundlich erwähnt, erhielt 1420 die zwischen Siegerland, Bergischem Land und Westerwald gelegene reichsfreie Herrschaft Wildenburger Land. Aus dem Erbe der Herren von Seelbach fiel 1563 auch das benachbarte Schloss Crottorf nebst Ländereien an das Haus Hatzfeldt. Schloss Schönstein, seit dem 13. Jahrhundert Mittelpunkt der gleichnamigen kurkölnischen Unterherrschaft, kam 1589 in das Eigentum der Familie und ist seit 1912 Sitz der Hatzfeldt-Wildenburg’schen Verwaltung. Seit 1969 ist Hermann Graf Hatzfeldt Eigentümer des Gesamtbesitzes.

Ehrenamtliche Tätigkeiten[Bearbeiten]

Als engagierter Umweltschützer übernahm Hatzfeldt seit 1978 zahlreiche nationale und internationale Ehrenämter, die er teilweise noch heute ausübt:

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Hatzfeldt hat etliche Bücher zu den Themen Energiepolitik, Waldsterben und ökologische Forstwirtschaft - teilweise auch mit eigenen Beiträgen - als Herausgeber veröffentlicht, darunter

  • Der Gorleben-Report. Ungewissheit und Gefahren der nuklearen Entsorgung. Auszüge aus dem Gutachten und dem Hearing der Niedersächsischen Landesregierung, fischer alternativ Nr. 4031, Frankfurt am Main 1979, ISBN 3-596-24031-X
  • Zeit zum Umdenken! Kritik an v. Weizsäckers Atom-Thesen, Rowohlt aktuell Nr. 4521, 1980, ISBN 3499145219 und ISBN 978-3499145216
  • Kohle. Konzepte einer umweltfreundlichen Nutzung. Eine Übergangsstrategie für die Ökologiebewegung, fischer alternativ 4071, Frankfurt am Main 1982, ISBN 3-596-24071-9
  • Stirbt der Wald? Energiepolitische Voraussetzungen und Konsequenzen, in: Alternative Konzepte 41, Verlag C.F. Müller, Karlsruhe 1982, ISBN 3-7880-9670-5
  • Schadstoffbelastung des Waldes - Forstliche Konsequenzen, Paul Parey Verlag, Hamburg/Berlin 1983, ISBN 3-490-23816-8
  • Der Wald stirbt! Forstliche Konsequenzen, in: Alternative Konzepte 46, Verlag C.F. Müller, Karlsruhe 1984, ISBN 3-7880-9691-8
  • Ökologische Waldwirtschaft. Grundlagen - Aspekte - Beispiele, In: Alternative Konzepte 88, Verlag C.F. Müller, Heidelberg 1995, ISBN 3-7880-9870-8

Ehrungen[Bearbeiten]

Als engagierter Umweltschützer wurde er 1998 von der Umweltstiftung WWF und dem Wirtschaftsmagazin „Capital“ zum „Ökomanager des Jahres“ ernannt und erhielt den „WWF-Sonderpreis“. Ausgezeichnet werden Unternehmer, die bei ihrem unternehmerischen Handeln gleichermaßen ökologische, ökonomische und soziale Belange berücksichtigen.

Weblinks[Bearbeiten]