Honda VTR 1000

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Honda
HondaVTR1000F.JPG
VTR1000F Fire Storm (SC36)
VTR 1000 F
Hersteller: Honda Motor Co., Ltd.
Verkaufsbezeichnung Fire Storm
Produktionszeitraum 1997 bis 2006
Klasse Motorrad
Bauart Sporttourer
Motordaten
flüssigkeitsgekühlter V-Motor mit zwei Zylindern
Hubraum (cm³) 996
Leistung (kW/PS) 81/110 bei 8700 min-1
Drehmoment (N m) 101,1 bei 6636 min-1
Höchstgeschwin-
digkeit
 (km/h)
251 (241 bei 98 PS)
Getriebe 6 Gänge
Antrieb Kettenantrieb, O-Ring-Kette
Bremsen vorn Ø 296 mm Doppelscheibenbremsen
hinten Ø 220 mm Scheibenbremse hinten
Radstand (mm) 1430
Maße (L × B × H, mm): 2050 × 720 × 1155
Sitzhöhe (cm) 81
Leergewicht (kg) 194 (trocken)
215 (mit Flüssigkeiten)

Die Honda VTR 1000F ist ein als Sporttourer konzipiertes Motorrad des japanischen Herstellers Honda.

Verkaufsbezeichnung[Bearbeiten]

Das halbverkleidete Motorrad wurde von 1997 bis 2006 in Europa mit der Zusatzbezeichnung „Fire Storm“ und in den USA als „Super Hawk“ vermarktet und hat den internen Werkscode SC36. Die Abkürzung VTR steht für Vee-Twin Road, einem V-Motor mit zwei Zylindern für die Straße. Das Suffix F hinter der Hubraumklasse bedeutet fairing (deutsch Verkleidung).

Das namentlich ähnliche Modell VTR 1000 SP1 / SP2 ist technisch eigenständig.

Technische Daten[Bearbeiten]

Antrieb[Bearbeiten]

Der flüssigkeitsgekühlte Zweizylindermotor erzeugt aus 996 cm³ Hubraum eine Nennleistung von 81 kW (110 PS) (auch 98 PS Version) und ein maximales Drehmoment von 101,1 Nm bei einer Drehzahl von 6636 min-1. Der quer eingebaute V-Motor hat einen Zylinderwinkel von 90 Grad. Die beiden Zylinder haben eine Bohrung von 98 mm Durchmesser, die Kolben einen Hub von 66 mm bei einem Verdichtungsverhältnis von 9,4:1. Jeder Zylinderkopf hat zwei kettengetriebene, obenliegende Nockenwellen, welche über Tassenstößel zwei Einlass- und zwei Auslassventile ansteuern. Der Viertaktmotor wird durch zwei seitlich angebrachte Radiatoren gekühlt. Die Kraftstoffaufbereitung erfolgt durch zwei 48 mm Gleichdruck-Flachschiebervergaser, die Zündung durch eine digitale Transistorzündung mit elektronischer Frühverstellung. Die Abgasnachbehandlung erfolgt durch einen ungeregelten Katalysator mit Sekundärluftsystem und unterschreitet die Schadstoffgrenzwerte der Abgasnorm Euro-2. Der Kraftstofftank fasst 16 Liter, davon sind 2,5 Liter Reserve (ab 2001 19 Liter).

Das Motorrad beschleunigt in 3,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 251 km/h (241 km/h bei 98 PS).

Fahrwerk[Bearbeiten]

Das Fahrwerk baut auf einem Brückenrahmen aus Aluminium auf und hat hinten eine Zweiarmschwinge aus Aluminium mit Pro-Link und Monofederbein. Das Kurbelwellengehäuse dient als unmittelbare Befestigung für die Schwinge. Das Vorderrad wird von einer Teleskopgabel mit 41 mm Standrohrdurchmesser und 109 mm Federweg geführt. Am Vorderreifen verzögert eine Ø 296-mm-Doppelscheibenbremse mit Vier-Kolben-Bremszangen und gesinterten Metallbelägen, hinten eine Ø 220-mm-Scheibenbremse mit Ein-Kolben-Bremssattel. Die Reifen vom Typ Dunlop-D204 haben vorne eine Größe von 120/70 und hinten von 180/55. Die Dreispeichenfelgen aus Aluminium haben vorne und hinten einen Durchmesser von 43,2 cm. Der Lenkkopfwinkel beträgt 24 Grad, der Nachlauf 97 mm.

Kraftübertragung[Bearbeiten]

Der Primärtrieb erfolgt über Getrieberäder. Die Krafttrennung erfolgt durch eine Mehrscheiben-Nasskupplung, die Drehmomentumwandlung durch ein Getriebe mit sechs Gängen. Der Sekundärantrieb hat einen Kettenantrieb.

Siehe auch[Bearbeiten]

Konkurrenzmodelle mit vergleichbarer Motorcharakteristik und Fahrwerksauslegung waren die Suzuki SV 1000, Suzuki TL 1000 S und Cagiva Raptor 1000.

Kritiken[Bearbeiten]

„Kein Wolf, aber auch kein Schafspelz. Die VTR bietet grundsoliden Zweizylinder-Charme in bekannter Honda-Perfektion. Das mag der typischen Zweizylinder-Klientel zu glatt erscheinen. Für sportliche Schnäppchenjäger ist die 1000er hingegen ein lohnenswertes Objekt – inklusive wohlig grummeligem V2-Orchester.“

Motorrad, Ausgabe 19/2007[1]

„[Der] Tank faßt nur 16 Liter inklusive 2,5 Liter Reserve. Diese Tatsache ist umso bedenklicher, da die VTR mit dem bleifreien Normalbenzin wirklich nicht sparsam umgeht. Bei einem Durchschnittsverbrauch, der bei knapp über 8 Liter auf 100 km liegt, hört der Spaß auf. Ein so hoher Verbrauch ist absolut nicht mehr zeitgemäß und zwingt schon nach relativ kurzen Etappen zu einer Tankpause.“

Uwe Niemeyer: Kradblatt, Ausgabe 05/1997[2]

„Grundsolide. Nicht nur der Motor. Die Honda ist gut verarbeitet, und bei guter Pflege und regelmäßiger Wartung sind auch Laufleistungen weit jenseits von 50000 Kilometern kein Problem.“

Thorsten Dentges: Motorrad, Ausgabe 17/2014[3]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Honda VTR1000F – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gebrauchtberatung. In: Motorrad. 30. August 2007, abgerufen am 7. November 2012.
  2. Uwe Niemeyer: Fahrbericht. In: Kradblatt. 1. Mai 1997, abgerufen am 7. November 2012.
  3. Gebrauchtberatung. In: Motorrad. 28. Juli 2014, abgerufen am 12. November 2014.