Ida-Ehre-Schule

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Ida Ehre Schule
Schulform Stadtteilschule
Gründung 1934
Adresse

Bogenstr. 36

Ort Hamburg
Land Hamburg
Staat Deutschland
Koordinaten 53° 34′ 27,2″ N, 9° 58′ 25,1″ O53.5742249.973637Koordinaten: 53° 34′ 27,2″ N, 9° 58′ 25,1″ O
Schüler 1.250
Leitung Helga Wendland
Website http://www.idaehregesamtschule.de/

Die Ida Ehre Schule (früher Jahnschule, Ida Ehre Gesamtschule) ist eine neunstufige Stadtteilschule im Hamburger Stadtteil Harvestehude. Das Oberstufenhaus für die Jahrgänge 11 bis 13 befindet sich am Lehmweg im Stadtteil Hoheluft-Ost.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Volksschule in der Bogenstraße wurde 1934 nach Plänen von Fritz Schumacher erbaut und nach Friedrich Ludwig Jahn (1778–1852) benannt, der das Turnen in Deutschland eingeführt hat. Die Schule wurde von Beginn an als Jahnschule für Mädchen und Jahnschule für Knaben konzipiert, wie es die Bezeichnungen über den beiden Eingängen links und rechts des Schulgebäudes an der Bogenstraße zeigt. Die Trennung erfolgte im Schulgebäude in jeder Etage durch eine Glaswand mit integrierter Glastür, durch die Lehrer und Lehrerinnen der Abteilung Knaben mit ihrer Klasse in die Turnhalle, die Aula oder in den Gymnastiksaal gelangen konnten.

Im Gebäudetrakt entlang der Schlankreye wurden die Räume für die gemeinsame Nutzung errichtet: im Erdgeschoss die Turnhalle, darüber eine große Aula mit Bühne und in der dritten Etage der Gymnastiksaal. Auf dem Schulhof trennte ein dicker weißer Strich den Hofteil der Mädchen von dem der Knaben.

Die Nationalsozialisten hatten einen Teil von Friedrich Ludwig Jahns völkisch-nationalem Gedankengut in ihrer Propaganda verwendet. Zur Zeit des Nationalsozialismus wurde der Schulhof zur Versammlung der Hitler-Jugend benutzt.

Nach dem Krieg wurde die Jahnschule zur Grund-, Haupt- und Mittelschule. Durch Verordnung wurde die Schule in den 1950ern zur Grundschule, Praktischen Oberschule (vorher Hauptschule) und zur Technischen Oberschule (vorher Mittelschule). Später wurde die Jahnschule zur Grund-, Haupt- und Realschule. Im Jahr 1979 wurde sie zur Integrierten Gesamtschule umgewandelt.

Im Oktober 1997 stellte die Hamburger Historikerin Barbara Vogel die provokante Frage, warum diese Schule immer noch diesen Namen tragen würde. Das Hamburger Staatsarchiv hat Dokumente, die belegen, wie sehr der „Begründer der Turnbewegung“, der sogenannte „Turnvater Jahn“, Vorbild für die Nazis war. Jüdische Kinder waren ab 1935 – wie an allen staatlichen Hamburger Schulen – nicht mehr zugelassen. Die Nazis nannten Jahn den ersten Vorkämpfer der „reinen Rasse“ für ein größeres Deutsches Reich. Im Jahr 1997 stellte die Schulleitung einen Antrag auf Umbenennung der Schule, der mit großer Mehrheit angenommen wurde. Schüler, Lehrer und Eltern sammelten nun mögliche Namen für Ihre Schule. Zunächst wurde der Name „Gesamtschule am Grindel“ bevorzugt,[1] aber 1999 fand die Abstimmung über den neuen Namen statt, wobei die Umbenennung auf den Namen von Ida Ehre gewann. Jedoch kam es zu Verfahrensfehlern, und die Wahl wurde am 7. Dezember 2000 wiederholt und mit Zustimmung der Schulbehörde abgeschlossen. Am 15. Juli 2001 wurde die Schule dann offiziell in Ida Ehre Gesamtschule umbenannt.

Im Rahmen der Schulreform wurde die Schule zum Schuljahr 2011/2012 in Ida Ehre Schule umbenannt.

Bekannte Absolventen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. "Ida-Ehre-Gesamtschule" Mopo 27. Juni 2000

Weblinks[Bearbeiten]