Hamburg-Lokstedt

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Wappen von Hamburg
Lokstedt
Stadtteil von Hamburg
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Koordinaten 53° 36′ 11″ N, 9° 57′ 23″ O53.6030555555569.956388888888956Koordinaten: 53° 36′ 11″ N, 9° 57′ 23″ O
Höhe 56 m ü. NN
Fläche 4,9 km²
Einwohner 27.493 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte 5611 Einwohner/km²
Postleitzahl 20253, 20255, 22527, 22529
Vorwahl 040
Bezirk Eimsbüttel
Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein
Königstrasse, heutige Grelckstraße, in Lockstedt 1900
Blick über Lokstedt
Villa Amsinck im Amsinckpark
Eingang zum NDR-Gelände in Lokstedt

Lokstedt ist ein Stadtteil im Bezirk Eimsbüttel der Freien und Hansestadt Hamburg.

Geografie[Bearbeiten]

Ausdehnung des Stadtgebiets, Nachbarstadtteile[Bearbeiten]

Nachbarstadtteile Lokstedts sind

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits 1110 urkundlich erwähnt, wurde aus dem ehemaligen Bauerndorf mit wenigen Handwerkern und einer starken dörflichen Struktur schon frühzeitig Wohnplatz vieler begüterter Bürger aus dem nahen Hamburg. Der Name mit der nachsilbe -stedt verweist auf eine sächsische Ortsgründung, die Vorsilbe, abgeleitet von Lo- bezeichnet in diesem Fall nicht den Ortsgründer, sondern wird auf einen Wald zurückgeführt.[1]

Von 1110 bis 1460 stand Lokstedt unter der Regierung der Schauenburger Grafen, die Holstein regierten. Ebenso wie Schnelsen und Niendorf gehörte es zur Waldvogtei Pinneberg der Herrschaft Pinneberg. Lokstedt kam zu Dänemark, als der dänische König Christian I. in Personalunion Herzog von Holstein wurde. Die Dänen errichteten vor Ort eine Zollstation, die bis 1839 in Betrieb blieb.

1666 gab es zehn Bauernhöfe und drei Kätner im Dorf. Nach dem Abschluss der Verkoppelung 1789 waren es bereits 35 Hofstellen, 1803 hatte Lokstedt 382 Einwohner. Im 17. Jahrhundert waren es vor allem Kleinkätner und Brinksitzer, die sich im Dorf ansiedelten. Doch bereits im 18. Jahrhundert begannen auch wohlhabende Hamburger Bürger, in Lokstedt Gärten und Sommerhäuser zu erwerben. In der Mitte des 19. Jahrhunderts waren die Lokstedter Gasthöfe ein so beliebtes Ausflugsziel der Hamburger, dass schließlich der Landdrost Verbote erließ, um das übermäßige Feiern einzuschränken. 1851 baute hier der „Hamburg-Lokstedter Rennklub“ eine Pferdebahn. Das Turnier zog aber bereits 1854 nach Horn auf die größere Horner Rennbahn um, die bis heute in Betrieb ist.

Die 400-jährige dänische Herrschaft endete 1866, als auch Lokstedt nach dem deutsch dänischen Krieg zu Preußen kam. Die dänischen Hoheitszeichen verschwanden damals von den Dienstmützen und von den öffentlichen Gebäuden. Immer mehr meist gut-situierte Familien siedelten sich im Dorf an, die ihren Broterwerb in Hamburg hatten. Lokstedt wurde am Ende des 19. Jahrhunderts zu einem reichen und gut ausgebauten Villen-Vorort. 1891 erhielt es als erstes Dorf in Deutschland eine elektrische Straßenbeleuchtung. So war es nicht verwunderlich, dass die Stadt Altona 1927 auch Lokstedt, neben einer Reihe anderer Orte, eingemeinden wollte.

Die erfolgreiche Abwehr dieses Begehrens führte zu einem Zusammenschluss mit Niendorf und Schnelsen zur Gemeinde Großlokstedt im preußischen Landkreis Pinneberg, die dann 1937 aufgrund des Groß-Hamburg-Gesetzes an Hamburg angeschlossen wurde.

1966 zog das Ortsamt unter Beibehaltung des Namens Lokstedt nach Niendorf um.

Versorgt werden die Einwohner von den Lokstedter Betriebswerken, bestehend aus einem großen Elektrizitätswerk (seit 1905), einem Wasserwerk (seit 1910) und einem Gaswerk (seit 1911). Diese sind infolge ihrer Verbindung mit den Hamburger Werken außerordentlich leistungsfähig und können ohne Schwierigkeiten auch die Versorgung Niendorfs und Schnelsens übernehmen.

Politik[Bearbeiten]

Für die Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft und der Bezirksversammlung gehört Lokstedt zum Wahlkreis Lokstedt-Niendorf-Schnelsen. Die Bürgerschaftswahl 2011 führte zu folgendem Ergebnis:[2]

  • SPD 49,4 % (+15,5)
  • CDU 20,1 % (−22,7)
  • GAL 12,5 % (+1,8)
  • FDP 6,6 % (+2,0)
  • Die Linke 5,9 % (−0,1)
  • Übrige 5,5 % (+3,5)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Aussprache[Bearbeiten]

Vor 1866, unter dänischer Herrschaft, nannte sich der Stadtteil „Lookstedt“ mit langem „o“. Unter preußischer Herrschaft, von 1866 bis 1937, war die Schreibweise dann „Lockstedt“ (mit sogenanntem „Dehnungs-c“). Da die neu Zugezogenen sich meist an der Schreibweise orientierten, setzte sich die Aussprache [ˈlɔkʃteːt] weitestgehend durch, konnte das lang gesprochene „o“ allerdings nicht ganz verdrängen, das vor allem von älteren Bürgern Lokstedts und der angrenzenden Stadtteile weiterhin bevorzugt wird.

Bauwerke[Bearbeiten]

Wahrzeichen des Stadtteils ist der Wasserturm von 1911 in der Süderfeldstraße, der in neogotischer Form errichtet wurde.

Die Villa im Amsinckpark (siehe „Parks“) wurde von Martin Haller erbaut.

In der südwestlichen Ecke Lokstedts, an der Grenze zu Eimsbüttel und Stellingen, liegt die Lenzsiedlung, Hamburgs jüngste Plattenbausiedlung aus den Jahren 1976 bis 1978, mit Bewohnern aus etwa dreißig Nationen.

Parks[Bearbeiten]

Lokstedt besitzt drei ehemals private Parks, die im 19. Jahrhundert von Hamburger Hanseatenfamilien vor den Toren der Stadt eingerichtet wurden:

  • den Von-Eicken-Park (53.60345989.9566566), in dem die Schillingsbek, ein Nebenbach der Kollau, zu einem Teich aufgestaut ist
  • den heute verwilderten Willinks Park (53.60289969.9526655), bei dem die Pläne der Bezirksverwaltung zur Erschließung für Wohnungsbau[3] zunächst nicht weiter verfolgt werden[4]
  • auf der Lieth, einem Hügel an der Grenze zu Stellingen, den großzügig angelegten Amsinckpark, der zu einem Waldkauz-Revier gehört
  • In den 1960er Jahren entstand an einem Zufluss der Schillingsbek der Lohbekpark (53.59366569.9571841), wo nach vierzig Jahren immerhin schon Fledermäuse zu beobachten sind.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Lokstedt verfügt über eine U-Bahnanbindung der Hamburger Hochbahn mit den Stationen Hagendeel und Hagenbecks Tierpark. Durch den Stadtteil führen die stark frequentierten Verkehrswege B 447 sowie die Verbindung Osterfeldstraße (53.59848129.9726212), Vogt-Wells-Straße (53.59949999.9612057), Julius-Vosseler-Straße (53.5972469.9501979). Außerdem fährt die Metrobuslinie 5, mit rund 60.000 Fahrgästen täglich die meist befahrene Buslinie in Hamburg,[5] auf dem Lokstedter Steindamm (53.5938639.9665719) in Richtung City und Niendorf.

Medien[Bearbeiten]

Im Lokstedter Gazellenkamp ist seit 1953 die Fernsehabteilung des Norddeutschen Rundfunks (53.59777089.9472909) ansässig. In den dort befindlichen Studios werden zum Beispiel bekannte Sendungen wie die Tagesschau der ARD produziert. Von 1927 bis 1935 war Lokstedt Standort eines Rundfunksenders.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Im Garstedter Weg befindet sich das Kundenzentrum Lokstedt (53.62161179.953719) des Bezirksamts Eimsbüttel.
  • In der Kollaustraße befindet sich die öffentliche Bücherhalle Lokstedt (53.60001029.9630994).
  • In der Vogt-Wells-Straße, nahe dem Siemersplatz, befindet sich das Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr Lokstedt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Karin Kuppig: Eimsbüttelbuch. Mit Eidelstedt, Hoheluft-West, Lokstedt, Niendorf, Schnelsen, Stellingen. Junius, Hamburg 2012, ISBN 978-3-88506-496-1
  • Katharina Marut-Schröter / Jan Schröter: Niendorf Lokstedt Schnelsen im Wandel. Medien-Verlag Schubert, Hamburg 1992, ISBN 3-929229-03-X

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hamburg-Lokstedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Horst Beckershaus: Die Namen der Hamburger Stadtteile. Woher sie kommen und was sie bedeuten, Hamburg 2002, ISBN 3-434-52545-9, S. 74
  2. http://wahlen-hamburg.statistik-nord.de/frameset.php?file=status_karte&wahl=77&frame=true
  3. Bebauungsplan-Entwurf Lokstedt 59
  4. Nabu Hamburg, Willinks Park gerettet! Wie geht es weiter?
  5. Informationen des Hamburger Verkehrsverbundes zur Busbeschleunigung. Abgerufen am 19. November 2012.